Beates "British Bookshop"

There is only one way to read, which is to browse in libraries and bookshops, picking up books that attract you, reading only those, dropping them when they bore you, skipping the parts that drag and never, never reading anything because you feel you ought, or because it is part of a trend or a movement. Remember that the book which bores you when you are twenty or thirty will open doors for you when you are forty or fifty and vise versa. Don’t read a book out of its right time for you.

Doris Lessing (1919-2013)

Anno 1996: BOOKSHOP in Laugharne, Wales

Da meine "Bücherkiste" langsam zu voll wurde, habe ich erst die Bücher zum Thema INDIEN ausgelagert - und hier diejenigen zu GROSSBRITANNIEN.

 

Weitere Bücher zu GB

finden sich im Anschluss an meinen

07. Nigel Hinton: Im Herzen des Tals

Der Autor, ein begnadeter Beobachter und Verhaltensforscher, schildert in allen Einzelheiten ein Jahr aus dem Leben einer Heckenbraunelle, eines unscheinbaren graubraunen Vogels. Dabei gelingt es Hinton, ökologische Zusammenhänge ausgesprochen einprägsam und anschaulich darzustellen. Ohne eine Spur von Sentimentalität oder trivialer Vereinfachung erzählt er von den Menschen, die in einem Tal in England wohnen und arbeiten und von den Tieren, die jedes auf seine Weise um die Erhaltung der eigenen Art kämpfen.

 

Zu Recht meinte Elke Heidenreich zu dem bereits 1988 in deutscher Sprache erschienenen Titel: "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich in den letzten Jahren ein anrührenderes, ergreifenderes Buch gelesen hätte als dieses."

06. Hanif Kureishi: Der Buddha aus der Vorstadt. Roman

Manche Bücher nehmen sich Zeit, bis sie zu dir kommen. So ging es mir mit dem vorliegenden Erstlingswerk von Kureishi: als die deutsche Ausgabe 1990 bei Kindler erschien, sagte mir das Buch nicht viel. Aber jetzt, nachdem ich mehrmals in Indien war und drei Jahre lang zufällig in der Londoner Vorstadt lebte, in der Kureishi 1954 geboren wurde und aufwuchs, sieht das etwas anders aus. Zufällig (?) stolperte ich vor kurzem wieder über den Titel - und habe ihn mit viel Vergnügen gelesen:

 

Karim, Sohn eines Inders und einer Engländerin, hat es satt, in einer spießigen Londoner Vorstadt dem Traum seiner Eltern vom Aufstieg in die Mittelklasse zu folgen. Eines Tages bricht sein Vater plötzlich aus seinem faden Leben aus. Er fühlt sich zum Guru berufen, hält Yoga- und Meditationskurse ab und schafft sich eine exzentrische Geliebte an. Woraufhin es auch Karim hinaustreibt ins pralle Leben der Londoner Subkultur der 70er Jahre

 

Salman Rushdie bezeichnete den Roman, in dem man leicht autobiographische Züge erkennen kann, und für den Kureishi den in England hoch geschätzten Whitbread Prize erhielt, als "absolut respektlos, wild und unanständig, aber auch tief berührend und voller Wahrheit." Das sehe ich auch so.

05. James Bowen: Bob, der Streuner. Die Katze, die mein Leben veränderte

Als James Bowen im Frühling 2007 den verletzten und verwahrlosten Kater vor seiner Wohnungstür fand, hätte man kaum sagen können, wem von beiden es schlechter ging. James schlug sich als Straßenmusiker in London durch und hatte eine harte Zeit auf der Straße hinter sich. Aber dem abgemagerten, jämmerlich maunzenden Kater konnte er einfach nicht widerstehen. Er nahm ihn auf, pflegte ihn gesund und ließ ihn wieder laufen.

Doch Bob war anders als andere Katzen. Er liebte seinen neuen Freund mehr als die Freiheit und blieb. Heute sind die beiden unzertrennliche Freunde und eine stadtbekannte Attraktion, deren Freundschaft Tausenden zu Herzen geht.

 

"The Times" schrieb zu dem Buch: "Ein Bestseller, der neben der Geschichte einer wunderbaren Freundschaft einen Einblick in James Bowens manchmal harte und manchmal wunderbar lebensfrohe Zeit auf der Straße gewährt."

04. Theodor Fontane: Ein Sommer in London

"Es war im August; der Londonstaub ward immer dichter und die Sehnsucht nach einem Zuge frischer Luft immer größer; so kamen wir denn überein, zu Nutz und Frommen unserer Lungen eine Themsefahrt zu machen und auf den Wiesen von Hampton Court eine Picknick-Mahlzeit einzunehmen."

 

Wer sich erst in die den meisten ungewohnte, 150 Jahre alte Sprache eingelesen hat und darüber hinaus noch London mag oder gar kennt, dem wird dieses Buch Freude bereiten. Theodor Fontane liebte London, hielt sich im Jahr 1852 sogar fünf Monate lang dort auf und schrieb die vorliegenden Feuilletons, in denen er den spontanen Eindruck mit dem historischen Rückblick verbindet und die Sachinformation mit der subjektiven Berichterstattung.

 

Dabei liegen Überschwang und Enttäuschung dicht beieinander: während ihn das dynamische Großstadtleben, die grandiosen Bauwerke und die idyllische Schönheit der Londoner Umgebung begeistern, stößt ihn die unerbittliche Jagd nach dem Geld ab.

 

Und wer Fontane bisher nur als Lyriker und Balladendichter kannte, der wird in dieser seiner ersten Prosa einen ganz neuen Klassiker kennenlernen.

03. Marina Lewycka: Das Leben kleben. Roman

Am liebsten lese ich Sachbücher wie Biographien oder Reisebeschreibungen, aber ab und zu ein interessanter Roman darf auch gerne sein. Diesen habe ich förmlich verschlungen - und das nicht nur, weil er in London spielt:

 

Sie begegnen sich zufällig an einem Müllcontainer; Georgie Sinclair, neuerdings alleinerziehende Mutter, und Mrs. Shapiro, eine verschrobene alte Dame mit sieben Katzen, einer Vorliebe für Schnäppchenjagd und die großen russischen Komponisten - und einem Geheimnis aus der Zeit des Krieges ...

 

Kathrin Fischer trifft mit ihrem hr1-Tipp voll ins Schwarze, wenn sie meint:

"Einen solch grotesk komischen und dabei zutiefst humanen Blick auf die Unmenschlichkeit der Geschichte und die Zumutungen des Lebens hat man schon lange nicht mehr gelesen. Großartig."

02. Keith Lowe: Auf ganzer Linie. Roman

"Mind the gap!" ... warnt die Tonbandstimme in der Londoner Untergrundbahn bei jedem einfahrenden Zug, und ich höre diese Ansage noch heute. Ich rieche diesen typischen U-Bahn-Geruch nach menschlichen Ausdünstungen, nach Keller und uraltem Teeröl und spüre die warme Luft, die vor jeder ankommenden Bahn durch die Röhre gedrückt wird und sie damit ankündigt.

Drei Jahre lebte ich in London, und ich habe "the Tube" geliebt, diese älteste Untergrundbahn der Welt. Verbrachte viele Kilometer und Stunden in ihr.
"No Sleep ΄til Hammersmith"... von Heathrow im Westen nach Upminster im Osten, von Brixton im Süden nach Edgware im Norden; mittendrin der Oxford Circus.
Besonders stolz war ich, wenn mich Touristen nach dem Weg fragten und ich auf Anhieb wusste, mit welcher Linie man zu einem bestimmten Ziel gelangt. Ich kannte sie alle, von Central Line bis Circle, von District, Northern und Victoria bis zu Jubilee und Bakerloo.

 

Aber ich war ein Stümper im Vergleich zu Keith Lowe!
In seinem genialen Roman mit dem passenden deutschen Titel "Auf ganzer Linie" outet er sich als ein London Underground-Freak, der seinen Helden Andy die verrückte Wette abschließen lässt, das gesamte Londoner U-Bahn-Netz an einem einzigen Tag abzufahren.
Statt in achtzig Tagen um die Welt in neunzehn Stunden durch die Unterwelt der britischen Hauptstadt, und das einen Tag vor seiner Hochzeit mit Rachel. Wetteinsatz: in Schließfächern an den verschiedensten U-Bahn-Stationen befinden sich Andys Pass, seine Kreditkarte, seine Fahrkarten nach Paris, wo die Trauung stattfinden soll und die Tickets für die Hochzeitsreise. Und Rachel ahnt noch nicht einmal etwas von dem Ganzen ...

Wer London und seine U-Bahn vielleicht schon kennt und den schwarzen, britischen Humor schätzt, der kommt bei diesem Road Movie der besonderen Art voll auf seine Kosten.

01. Sybil Kapoor und Jean-Blaise Hall: London. Kosmopolitische Esskultur und Lebensart

Spätestens seit Jamie Oliver glaubt man auch bei uns, dass es durchaus möglich sein könnte, auch in England gut zu essen. Für London und seine internationalen Delikatessen galt das schon immer.

 

Die britische Hauptstadt ist alles zugleich: traditionsreich und innovativ, very british und total international. Die kosmopolitische Metropole besticht durch eine multikulturelle Offenheit, die in Europa ihresgleichen sucht.

Die englische Küche, wie sie von den Londoner Chefs interpretiert wird, straft jeden kulinarischen Zweifel an ihr Lügen - zumal die Köche höchst kreativ mit der kulturellen Vielfalt und mit den diversen Zutaten umgehen. Ein Blick auf die Speisekarten macht klar: Hier trifft sich die Welt! Dieses Buch enthält über 45 Rezepte, Klassiker und neue Gerichte, allesamt farbig illustriert und ganz leicht zu Hause nachzukochen. Kurze Porträts zeigen die wichtigsten Spezialitäten, und auf zahlreichen Farbfotos ist der kulinarische Alltag eingefangen. Reich gespickt mit Tipps zu Restaurants, Pubs, Bars, Märkten und Feinkostläden weckt das Buch die Lust auf einen Trip in die Trend-Metropole und ist ein must für jeden London-Fan!

 

Für mich persönlich ist es darüber hinaus ein "Heimweh-Buch", wenn ich die Fotos betrachte und mich in die Rezepte vertiefe …