" ... wie umgekehrt das Leben Reisen ist."

 

Jetzt, da ich am Ende meiner Reise stehe,
ist meine Freude, dieselbe gemacht zu haben,
eine doppelt große. Mein Schatz an Erfahrungen
und Kenntnissen ist ein großer.
Alexander von Humboldt (1769 - 1859)


 

Ganz gleich, ob man an Auferstehung und das Ewige Leben glaubt, an Wiedergeburt oder an gar nichts …

irgendwann ist für jeden von uns die jetzige Reise zu Ende.

 

Den Reisenden selbst berührt das nicht mehr, wohl aber die Hinterbliebenen. Deshalb hier meine

kleine Sammlung tröstlicher Worte:





Es ist nicht schlimm, zu sterben.

Es ist nur schlimm, sein Leben nicht gelebt zu haben.

Leo in "Club der Roten Bänder", Vox)

Leuchtende Tage - nicht weinen, dass sie vorüber,

sondern lächeln, dass sie gewesen.

Rabindranath Tagore

Der Tod ist das Tor zum Licht

am Ende eines mühsam gewordenen Weges.

Franz von Assisi

Der Mensch, den wir liebten, ist nicht mehr da.

Aber er ist überall, wo wir sind und seiner gedenken.

Aurelius Augustinus

„Hast du Angst vor dem Tod?“, fragte der kleine Prinz die Rose.

Darauf antwortete sie: „Aber nein. Ich habe doch gelebt, ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt, so viel ich konnte. Und Liebe, tausendfach verschenkt, kehrt wieder zurück zu dem, der sie gegeben. So will ich warten auf das neue Leben und ohne Angst und Verzagen verblühen.“

Antoine de Saint-Exupéry in „Der kleine Prinz“

Denn wenn etwas uns fortgenommen wird, womit wir tief und wunderbar zusammenhängen, so ist viel von uns selber mit fortgenommen.

Gott aber will, daß wir uns wiederfinden, reicher um alles Verlorene und vermehrt um jeden unendlichen Schmerz.

Rainer Maria Rilke

in einem Brief vom 7. Mai 1908 an die Prinzessin von Schönaich-Carolath

Was man tief in seinem Herzen besitzt,

kann man nicht durch den Tod verlieren.

Johann Wolfgang von Goethe

Wie ein Mensch ein altes Gewand abwirft,

Um ein neues anzulegen,

So wird jener, der in einem verbrauchten Körper wohnt,

Diesen verlassen, um in einen neuen, unberührten einzugehen.

aus der Bhagavad Gita

Wie lange leben wir auf Erden?

Nicht für immer, nur eine kleine Spanne.

Jade zerbricht, Gold wird zerdrückt,

Quetzalfedern knicken.

Nichts dauert auf Erden,

alles lebt nur einen Hauch lang.

Unsere Zeit ist geliehen, im Nu müssen wir sie hinter uns lassen.

Weisheit der Azteken

Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig,

und die, die es sind, sterben nie.

Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.

Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.

Ernest Hemingway

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,

der ist nicht tot, der ist nur fern.

Tot ist nur, wer vergessen wird.

Immanuel Kant



Wenn ich die Wesen, hohe und niedere, die in der Vergangenheit gelebt haben, sorgfältig betrachte, merke ich, dass nun nichts als ihre Namen bleibt. Und von allen Wesen, die jetzt leben, wird jedes eines Tages sterben.

Da alles, mein jetziger Status, mein Haus, meine Verwandten, meine Freunde, mein Besitz und selbst dieser Körper vergehen muss, woran hänge ich in dieser traumartigen Gegenwart?

Gebete aus „Essenz des Nektars“

von Lama Tsongkhapa



Wenn ich jetzt sterben müsste, würde ich sagen: "Das war alles?"

Und: "Ich habe es nicht so richtig verstanden."

Und: "Es war ein bisschen laut."

Kurt Tucholsky

Das Leben ist eine Reise, die heimwärts führt.

Herman Melville

Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge

ist ein Quell unendlichen Leids -

und ein Quell unendlichen Trostes.

Marie von Ebner-Eschenbach

Jede Geburt ist ein Todesurteil

- es gibt keinen Menschen, der das Leben überlebt.

Ayya Khema, dt. buddh. Nonne (1923-1997)

Was heißt Sterben?

 

Ich stehe an einem Ufer.

Eine Brigg segelt in der Morgenbrise und steuert aufs offene Meer. Sie ist ein herrlicher Anblick, und ich stehe da und sehe ihr nach, bis sie zuletzt am Horizont verschwindet, und jemand neben mir sagt:

„Jetzt ist sie nicht mehr da.“

Nicht da! Wo dann? Nicht „da“ für meine Augen, das ist alles …

Die Ferne und das Nicht-da-Sein sind auf meiner, nicht auf ihrer Seite; und gerade in dem Moment, da hier, neben mir, einer sagt: „Jetzt ist sie nicht mehr da“, gibt’s andere, die sie kommen sehen, und andere Stimmen rufen freudig aus:

„Da, da ist sie.“

Und das heißt Sterben.

 

aus: Bischof Charles Henry Brent: „What is Dying?“

Wer einen Fluss überquert, muss die eine Seite verlassen.

Mahatma Gandhi

 

 

Das schönste Denkmal,

das ein Mensch bekommen kann,

steht in den Herzen seiner Mitmenschen.

Albert Schweitzer



 



 

 

Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen.

Habe ich dort eine Bleibe gefunden, lebe ich in euch weiter.

Rainer Maria Rilke



Wenn du bei Nacht die Sterne anschaust,

wird es dir sein, als lachten alle Sterne,

weil ich auf einem von ihnen wohne,

weil ich auf einem von ihnen lache.

Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.

Antoine de Saint-Exupéry

Und meine Seele spannte

weit ihre Flügel aus,

flog durch die stillen Lande,

als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

Da ich weiß, dass ich mich dem Tod nicht entziehen kann,

sehe ich keinen Sinn darin, mich vor ihm zu fürchten.

14. Dalai Lama

Ich kam an deine Küste wie ein Fremdling,

ich wohnte in deinem Haus als ein Gast,

ich verlasse deine Schwelle als ein Freund,

meine Erde.

Rabindranath Tagore

Einschlafen dürfen, wenn man müde ist

und eine Last fallen lassen dürfen,

die man sehr lange getragen hat,

das ist eine köstliche, eine wunderbare Sache.

Hermann Hesse

Lass mich schlafen,

bedecke nicht meine Brust mit Weinen und Seufzen,

sprich nicht voller Kummer von meinem Weggehen,

sondern schließe deine Augen, und du wirst mich unter euch sehen,

jetzt und immer.

Khalil Gibran

Nur ein Gesetz im Universum ändert sich niemals

- dass alle Dinge sich wandeln

und nichts dauerhaft ist.

Buddha

Der Tod ist eine optische Täuschung.

Albert Einstein

Der Tod ist normal und unumgänglich;

geboren zu werden ist etwas Zufälliges!

Kalidasa, größter Dichter Indiens aus dem 5. Jh.

Was wir ausstrahlen in die Welt,

die Wellen, die von unserem Sein ausgehen,

das ist es, was von uns bleiben wird,

wenn unser Sein längst dahingegangen ist.

Viktor E. Frankl

Wir sind sterblich, wo wir lieblos sind,

unsterblich, wo wir lieben.

Karl Jaspers

 

 

 

Es fragt uns keiner, ob es uns gefällt,

ob wir das Leben lieben oder hassen,

wir kommen ungefragt auf diese Welt

und müssen sie auch ungefragt verlassen.

 

Mascha Kaléko

Die Erkenntnis der Vergänglichkeit

ist das einzig Beständige,

das wir haben.

Sogyal Rinpoche, tibet. Lama und Autor

Der Tag ist der Schatten der Nacht,

das Leben der Schatten des Todes.

aus den Veden

Im Abschied

steckt die Geburt der Erinnerung.

Salvador Dali

 

             I am not there

 

Gedicht eines unbekannten Verfassers, das ich 1998 auf einer Postkarte im Andenkenladen der St. Patrick's Cathedral in Dublin fand.

 

Zwei Jahre später las ich das Buch

Nefertiti. Tochter der Sonne von Maggie McCune. Sie schreibt, dass das Gedicht in London auf dem Gedenkgottesdienstes für Emma, die 1993 in Nairobi verstorbene Tochter der Autorin, vorgetragen wurde.

Der Übersetzer des Buches, Günter Seib, machte daraus:

 

Weint nicht an meinem Grab um mich;

Ich bin nicht dort. Ich schlafe nicht.

Ich bin die Winde, die da wehn,

Kristallgeglitzer auf dem Schnee.

Ich bin die Sonne auf Ährengold.

Ich bin der Regen, herbstlich hold …

Steht nicht am Grab, die Augen rot;

Ich bin nicht dort. Ich bin nicht tot.

 

* * * * *

 

Im englischsprachigen Wikipedia ist nachzulesen, dass das Gedicht

Do not stand at my grave and weep

von Mary Elizabeth Frye stammt und bereits 1932 geschrieben wurde.

 

Schon lange kursieren verschiedene englische Versionen und Übersetzungen ins Deutsche im Netz, gereimte und ungereimte. Die meiner Meinung nach schönste stammt von dem Literaturübersetzer Bertram Kottmann:

 

Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich schlafe nicht, wie ihr es meint.
Ich bin der Wind in Wald und Feld,
ich bin ein Schnee, der sachte fällt.
Ich bin ein leiser, linder Regen,
ich bin der Fluren reicher Segen.
Bin in des Morgens stillem Lächeln,
ich bin im ersten scheuen Fächeln
der milden Frühlingsluft,
ich bin ein Sommerrosenduft,
ich bin des Herbstwalds bunte Pracht,
ich bin der Sternenglanz der Nacht.
Ich bin ein Lied, ein Vogelsang,
ich bin ein heller Glockenklang.
Drum trauert nicht, habt Zuversicht:
Ich bin nicht hier - ich sterbe nicht.


Freie Nachdichtung © Bertram Kottmann;

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Bei den folgenden Versen eines unbekannten Verfassers handelt es sich um eine sehr freie, aber auch recht gelungene Übersetzung:

 

Ihr sollt nicht um mich weinen.

Ich habe ja gelebt.

Der Kreis hat sich geschlossen,

der zur Vollendung strebt.

Glaubt nicht, wenn ich gestorben,

dass wir uns ferne sind.

Es grüßt euch meine Seele

als Hauch im Sommerwind

und legt der Hauch des Tages

am Abend sich zur Ruh,

send’ ich als Stern vom Himmel

Euch meine Grüße zu.

 

Wir lieben dich - und werden dir auf deiner Reise beistehen!

Grußwort der Ureinwohner Australiens bei Geburt und Tod

Stark wie zwei; Auszug:

 

Ich heb´ mein Glas und trink´ auf dich
Da oben hinter den Sternen
ich vergess´ dich nicht
Auch wenn ich heute dich so hart verlier´
so bleibst du doch hier für immer bei mir

 

Du hast immer gesagt
ich soll nicht so lange trauern
Ich soll in deinem Namen richtig weiterpowern

 

Stark wie zwei
Ich geh´ die Straße runter
stark wie zwei
Egal, wohin ich geh
du bist dabei
Ich bin jetzt stark wie zwei …

 

Text: Udo Lindenberg; Musik: Annette Humpe

Anmerkung:

die Fotos habe ich alle während eines Spaziergangs auf dem Frankfurter Hauptfriedhof aufgenommen; meinen Bericht dazu findet man hier:

Memento Mori

 

If you cry because the sun has gone out of your life,

your tears will prevent you from seeing the stars.

Rabindranath Tagore