Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingen und Gundelfingen so gut als in Amsterdam Betrachtungen über den Unbestand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will,

und zufrieden zu werden mit seinem Schicksal ...

Johann Peter Hebel (1760-1826)

 

Amsterdam, die grote Stadt

 

Amsterdam, du grote Stadt, büst gebaut up Palen;

wenn du nun ins umme fallst, wel sall dat bitalen. 

(aus: "Deutsches Sprichwörter-Lexikon" 1867)

 

Die Häuser Amsterdams wurden wegen des feuchten, sandigen Untergrunds früher auf Holzpfählen gebaut, die im Laufe der Jahrhunderte natürlich langsam vermoderten. Ein Grund, weshalb die  historischen Stadtteile heute einen teilweise leicht schiefen und verzerrten Eindruck machen.

 

Wegen der längeren Haltbarkeit und der einfacheren Baumethoden verwendet man heutzutage Betonpfähle, aber Amsterdam steht noch immer auf rund fünf Millionen Holzpfählen, deren Holz zum großen Teil aus dem Schwarzwald und dem Frankenwald mit Flößen herbeigeschafft wurde. Der Hauptbahnhof beispielsweise steht auf etwa 8.600 Pfählen aus dem Frankenwald.

 

   

Amsterdam. Zwischen Cannabis und Käse

Amsterdam. Von Grachten und Fietsen 

 

Amsterdams Kanäle (Grachten) prägen den historischen Anblick der Stadt und verliehen ihr den Beinamen "Venedig des Nordens". Das Netz der befahrbaren Wasserwege Amsterdams hat eine Gesamtlänge von über 80 Kilometern.  

 

Weil die Wirtschaft im Goldenen Zeitalter florierte und sich immer mehr Menschen in der Stadt niederließen, wurde 1612 mit dem Bau eines Grachtengürtels um die bisher vorhandenen Grachten begonnen. Die Bauphase dauerte 40 Jahre, und waren die alten Grachten Verteidigungsgräben gewesen, so dienten die neuen Kanäle nun hauptsächlich dem bequemen An- und Abtransport von Waren zu den direkt an ihnen errichteten Lager- und Kaufmannshäusern. Gleichzeitig waren die Grachten aber auch zuständig für die Entwässerung des urbar gemachten Sumpfgebietes und wurden als offene Kloake benutzt.

 

Etwa 160 Grachten zählen wir heute, überspannt von über 1.300 Brücken und zusätzlich belebt von etwa 2.500 Wohnbooten, von denen die meisten Strom- und Wasseranschluss besitzen. Die Amsterdamer legen großen Wert darauf, ihr Leben selbst bestimmen zu können, und diese Hausboote bieten ihren Bewohnern die Möglichkeit, auf dem Wasser und doch in der Stadt zu wohnen und dabei das Gefühl der Freiheit zu erleben.

 

 

 

 

 

 

Eine ideale Unterkunft auch für Besucher, die entspanntes Wohnen mitten in Amsterdam erleben wollen.

 

"There are nine million bicycles in Beijing" singt Katie Melua. Bei 20.690.000 Einwohnern (2012) kommen da auf einen Bewohner Pekings gerade mal 0,43 Fahrräder.

 

Da kann Amsterdam spielend mithalten: etwa 900.000 Fahrräder (fietsen) auf 800.000 Einwohner, das sind 1,12 Fahrräder pro Amsterdamer.

Jahrelang versuchte die Stadt, Leute aus dem Auto aufs Fahrrad zu bekommen - mit Erfolg. Dabei ist das Radfahren in der niederländischen Hauptstadt kein reines Vergnügen: im hektischen Verkehr wird ziemlich schnell gefahren, und enge Straßen, Straßenbahnschienen und gewölbte Brücken bedingen gute Nerven und große Aufmerksamkeit. Und Amsterdam hat jetzt ein neues Problem, nämlich wie die Innenstadt den Fahrradkollaps bewältigen soll.

 
Quellen:

Wikipedia

Sabine Burger und Alexander Schwarz: City/Trip Amsterdam (Reise Know How)

   

Und? Kennt ihr A'dam? Wie habt ihr es erlebt? Was sagt ihr zu meinem kleinen Bilderbuch eines verlängerten Wochenendes in der Stadt?

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Kommentare

  • eo (Samstag, 22. August 2015 07:20)

    Wunderbare Erinnerungen steigen bei mir wieder hoch: Blumen, Fahrräder, wunderbare Hausfassaden an den Grachten, aber auch Anne-Frank-Haus, Flohmarkt, Dam, Schuhe für die kleine Tochter kaufen und
    der unkomplizierte red-light-district . . .

  • wasserhexe (Samstag, 22. August 2015 08:46)

    Amsterdam,...war ich noch nicht. Sieht beschaulich und als Stadt erholsam aus...muß unbedingt zu den vielen anderen Merkzetteln. :O))
    Ich weiß nicht was ich zuerst machen soll!!

  • Hedi (Samstag, 22. August 2015 09:50)

    War ich auch noch nicht. Muss ich aber wahrscheinlich noch hin, allein der wunderbaren Spiegelungen wegen. Obwohl - Bild 15 der ersten Bildersequenz hätte auch hier in Pbg aufgenommen werden können.
    Cannabis Starterskit? Werde bei meinem nächsten Besuch bei euch mal meinen Blick aufmerksam auf mir bis dato unbekannte Pflanzenarten in eurem Garten richten. Und nun muss ich eo etwas eingehender
    darüber befragen, was er mit dem red-light-district meint. :-)) Mal wieder ein sehr schöner Bericht, Beate!

  • Barbara kesseler (Samstag, 22. August 2015 12:39)

    unsere Tochter Arnica ist ab Oktober 4 Wochen für ihre Promotion in Amsterdam. Wir wollen sie besuchen. wie hieß euer Hotelboot. das sieht ja toll aus. gruss Barbara

  • Zypresse (Samstag, 22. August 2015 13:21)

    schöne Fotos mit kurzen und informativen Texten - das Format gefällt mir.
    Und A'dam? Müssten wir auch mal wieder hin... vielleicht 2016 oder so...

  • Tina (Samstag, 22. August 2015 16:35)

    ..hach, schön! Da war ich (wie andernorts schon erwähnt) vor 28 Jahren das letzte Mal....damals fand ich die Stadt spannend, bunt, kontrovers.Und wenn ich so deine Fotos sehe, dann vermute ich, dass
    sie es noch immer ist ( in positivem wie negativem Sinne).
    An dieser Stelle empfehle ich jetzt einfach mal einen wirklich ungewöhnlichen, m.E. auch spannenden Krimi, der mitten in Amsterdam spielt:
    http://www.hoffmann-und-campe.de/buch-info/das-buero-der-einsamen-toten-buch-7361/ ( falls es jemanden interessiert!).
    Gruß, Tina

  • Anni (Samstag, 22. August 2015 16:40)

    Hallo Beate,
    wieder einmal supertolle Fotos von Dir, ich meine von Amsterdam ;-)! Und in einem Hausboot kann man wohl sehr gut entspannen mit... Rosado, ;-))!
    Auch ich finde, Amsterdam ist eine tolle Stadt. Deine Aufzählung der Grachten, Brücken, Hausboote und auch Fahrräder hat mich dann doch sehr erstaunt. Ich bin immer froh, wenn ich die Niederlande
    verlassen habe, ohne auch nur einen einzigen Fahrradfahrer mit dem Auto erwischt zu haben, denn die Chance ist dort sehr groß. Aber stattdessen handel´ ich mir dann dort mehr oder weniger regelmäßig
    "Knöllchen" ein. Ich vermisse nur farbenfrohe Graffiti-Fotos aus der Stadt, denn da soll Amsterdam doch mit führend sein.
    Und, schon das nächste "Fotoalbum"-Ziel ins Auge gefaßt? LG Anni

  • ingeborg (Samstag, 22. August 2015 16:56)

    Sehr schön. Ist schon ewig her, dass ich da war.
    LG aus Wiesbaden ingeborg

  • Anne Dorothee (Dienstag, 01. September 2015 08:51)

    Die neue Form der Berichterstattung gefällt mir, denn sie kommt meinem Online-Leseverhalten sehr entgegen.
    Die Information in Kombination mit persönlichen Eindrücken in Form von Bilderblöcken ist sehr aussagekräftig. Es ist mir bekannt, dass Amsterdam und Venedig durchaus vergleichbar sind, allerdings
    wusste ich bisher noch nicht, dass Amsterdam hinsichtlich Kanallänge und Zahl der Brücken Venedig tatsächlich schlägt. Lediglich bei der Anzahl der Pfähle für einen stabilen Untergrund dürfte sich
    die niederländische Hauptstadt geschlagen geben.
    Ich kenne Amsterdam seit meiner frühen Jugend, auch heute noch fahre ich immer wieder gerne nach dort, häufig in Form von Tagesausflügen. LG AnneDo

  • Wolfgang Schriddels (Dienstag, 01. September 2015 22:44)

    Amsterdam, unser Sohn hat in dieser wunderschönen Stadt studiert. Aus dem Rheinland ist man in zweieinhalb Stunden in der Stadt der Grachten und Museen. Na klar, diese tolerante Hafenstadt ist unsere
    Lieblingsstadt in Europa und obwohl unser Sohn schon ein paar Jahre mit dem Studium fertig ist haben wir seine Wohnung behalten. Amsterdam ist immer eine Reise wert, danke für die schönen Bilder und
    den schönen Reisebericht.

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