Die Insel der Abenteuer. Eine Reise in den britischen Alltag 6

Aus meinem Auslandstagebuch

Westminster Abbey

Oranges and lemons,
Say the bells of St. Clement's.
You owe me five farthings,
Say the bells of St. Martin's.
When will you pay me?
Say the bells of Old Bailey.
When I grow rich,
Say the bells of Shoreditch.
When will that be?
Say the bells of Stepney.
I do not know,
Says the great bell of Bow.
Here comes a candle to light you to bed,
And here comes a chopper to chop off your head!

Oranges and Lemons ist ein Nursery Rhyme,

der sich auf die Glocken verschiedener Kirchen in der City of London bezieht.

Montag / 13. März 1995

Ein Bilderbuch-Wochenende liegt hinter uns. Mit Sonne, Wärme, daffodils.

Und mein Guter hat fast beide Tage dazu gebraucht, aus Brettern, Schrauben, Haken und Glas unseren neuen Wohnzimmerschrank zusammenzubasteln. Er heißt Sufflör, ist braun-schwarz und von Ikea.

 

Heute bei Sainsbury. Ich wundere mich schon seit Tagen, wieso auf einmal die Leute zum Shopping im Supermarkt eigene Taschen mitbringen, statt wie bisher Tausende der kostenlosen Plastiktüten zu benutzen. Seit heute weiß ich, warum: für jedes zum Einkauf mitgebrachte Privatbehältnis gibt’s vom Markt 1p! Und da die Engländer sehr wohltätig sind, hängen gleich neben den Kassen auch boxes, in die man die so verdienten Pennies wieder einwerfen kann. Für einen guten Zweck.

Wurde auch höchste Zeit damit anzufangen, die Plastikflut in England in den Griff zu bekommen!

15. März 1995

Langsam werde ich schusselig! Stehe heute vorm Sainsbury mit 3 Pfund fünfzig und habe die cash card zu Hause gelassen! Schlau, wie ich bin, habe ich fünf Pfund Kartoffeln und vier Liter Wasser gekauft und brauchte so die ₤ 2 für den Parkplatz nicht zahlen. Nach Hause, Plastik geholt, das Ganze von vorne … dabei hätte ich heute viel lieber die Zeit mit Lesen verbracht!

16. März 1995

Ingrid und Jürgen, unsere Gäste Nummer 32 und 33 („Wiederholungstäter“ nicht mitgezählt) sind da, und wir vier können in meinen Geburtstag hineinfeiern!

25. März 1995

Nach einem gemütlichen Frühstück Ingrid und Jürgen zum Gatwick Airport gebracht. Sehr schön war’s mit den beiden, und wir haben viel unternommen. Und wieder einmal habe ich festgestellt, dass bis jetzt alle unsere Gäste unterschiedliche Wünsche und Interessen hatten, so dass es mir als City Guide nie langweilig wurde.

 

Unter anderem haben wir diesmal Greenwich besichtigt mit dem dortigen Null-Meridian und der Cutty Sark, eine Tower Bridge Führung mitgemacht und das Natural History Museum besucht. Unser Eindruck: letzteres hätten wir uns eigentlich sparen können! Zwar ein imposantes Gebäude, sowohl von außen als auch von innen, aber ansonsten wohl eher für Schulklassen gedacht. Trotz aller Technik eine öde und ideenlose Präsentation. Aber sehr lehrreich, wohl very british. Am besten gefielen uns noch die wunderschönen Muscheln aus aller Welt und die interessanten Tiefseefische. Was da in den Ozeanen so alles rumschwimmt … nicht zu fassen!

Bedeutend besser gefiel uns da The Horniman Museum & Gardens in Forest Hill. Klein und schnuckelig, liebevoll gemacht und sehr interessant: das Aquarium, die Sammlung der Musikinstrumente, die naturgeschichtliche Abteilung ...

Wunderbare Kunst- und Gebrauchsgegenstände, die der viktorianische Teehändler Frederick J. Horniman aus aller Welt mitgebracht hat, dazu momentan die Sonderausstellung „Hinduismus und tägliches Leben in einem südindischen Dorf“. Ein netter, verwunschener Garten (wie muss es erst im Sommer hier aussehen!) und drumherum ein Park mit Blick auf St. Paul’s in der Ferne. Mehrere interessante Sonnenuhren und eine Wetterfahne auf dem Dach des fast 100jährigen conservatory. Alles in allem ein großartiger kleiner Geheimtipp!

30. 03. 1995

Nach dem Schnee vorgestern heute traumhaftes Wetter. Und ich wieder in der Tate Gallery: zu den verschiedensten Tageszeiten, bei Sonnenschein oder im Schatten, wirken die Gemälde ganz unterschiedlich.

Und einige der Bilder erzählten mir heute Geschichten: von der jungen Mutter, die ihren Mann vorm Knast abholt und von der verrückten Tussi, die in einem mit Kerzen, Kruzifix und Patchworkdecke geschmückten Kahn über einen verwunschenen, kleinen See fährt. Im Raum nebenan erklärt ein daddy seinen beiden kleinen Mädchen ein monumentales Schlachtengemälde. Engländer gegen Franzosen.

Samstag / 1. April 1995

17 Grad Celsius. John hat den Rasen gemäht und ich die Gartenmöbel vom Winterdreck befreit. Und ärmellos in der Sonne gesessen, während mein fleißiger Dschinn mir meinen zweiten Geburtstagswunsch erfüllte, der da lautete: „Ich möchte, dass wir möglichst noch im April den Garten und das Gelände ums Haus in Ordnung bringen. Den vermoderten Kübel vor der Garagentür entsorgen, die alten Kartons in der Garage kleinmachen um Platz zu schaffen, einen Komposthaufen anlegen, eine Wäschespinne installieren, die klemmende Tür vom utility room abhobeln, usw.“

Viel konnte ich meinem guten (Lampen-) Geist bei der Knochenarbeit nicht helfen, aber ich hab‘ ihm ein üppiges dinner gekocht ...

Samstag / 8. April 1995

Wieder fast den ganzen Tag im Garten geschuftet. John hat den Rasen nochmal gemäht, einen Betonklotz in den Rasen gegossen, um die Wäschespinne zu installieren – und vor allem: ein Jahrhundertwerk von Komposthaufen gebaut: vier etwa 1,80 Meter lange Pfosten mit circa 15 cm Durchmesser in den Boden gerammt, um anschließend Schiffsplanken daran zu hämmern. Irgendwie hatte ich das dumme Gefühl, mein Holder hat mich missverstanden und will mir Palisaden bauen, eine Art befestigtes Fort.

Auch Lilian von nebenan wunderte sich über das Bauwerk und schaute staunend und leicht verstört in die 80 cm tiefe Grube, hielt sich aber nach vornehmer, englischer Sitte mit Fragen oder gar Bemerkungen zurück.

Und ich? Hab‘ eine Konifere umgesetzt und Lobelien und Stiefmütterchen gepflanzt. Und meinen Helden mit Erfrischungsgetränken versorgt.

Donnerstag / 13. April 1995

Die doofen Schnecken haben meine frisch gepflanzten Lobelien gefressen! Möge sie der Fuchs holen!

 

Aber dafür verbringt Katrin einen Teil ihrer Osterferien bei uns, und wir waren heute im British Museum (jede Menge Mumien!) und in der British Library (Round Reading Room, Gutenbergbibel, Handschriften). Sehr interessant, das alles! Siesta auf den Stufen vorm Museum: mit einem Sandwich in der Sonne. – Schööön!

Ostermontag 1995

Wenn ich nur diese englischen Füchse dazu bringen könnte, den Löwenzahn auszubuddeln anstatt der Stiefmütterchen!

 

Heute scheint eh‘ nicht unser Glückstag zu sein:

erst verwüsten die Füchse den Garten, dann schnappt uns jemand im „Dogs Home“ in Battersea unseren Favoriten vor der Nase weg, dann gibt’s keinen Kuchen – und zu Hause angekommen, hat’s dort geregnet,

und die voll beladene Wäschespinne ist zusammengebrochen. What comes next?

Samstag / 22. April 1995

Große Dinge werfen ihren Schatten voraus: haben heute für ₤ 77 eine Hunde-Erstausstattung gekauft: Körbchen, Wasser- und Fressnapf, Halsband, Leine, ID Tag und ein Buch. Des Weiteren noch einen Kauknochen und 10 Kilo Trockenfutter Marke „Febo“.

 

Nachdem wir nämlich heute bei einem Hundezüchter waren (zwar ganz nette puppies: Schäferhunde, Labradors und Retriever, aber diese Massenvermehrung wollen wir nicht unterstützen!) haben wir auf der F.O.A.L. Farm UNSEREN Hund gefunden. Ein Bearded Collie-Mix, männlich, 5 Jahre alt, der auf den unpassenden Namen „Rex“ hört. Wir gingen mit ihm spazieren, und dann ging alles sehr schnell: morgen früh schon wird sich ein „home vetter“ unser Haus ansehen und prüfen, ob es Hunde-geeignet ist. Wir denken „ja!“ – und morgen Nachmittag dürfte bereits unser neues Familienmitglied persönlich alles erkunden:

UNSER GANZES LEBEN WIRD SICH VERÄNDERN!


erster Spaziergang mit Rex

 

Ich freu‘ mich darauf und lese schon mal das Buch „Bearded Collies“ von Carol Gold, während sich der zukünftige Hundevater in den Titel „Hunde richtig halten“ von Angelika Wegmann vertieft.

Sonntag / 23. April 1995

22.20 Uhr: wir haben einen ganz tollen Hund! Er passt zu uns: liebt Spaziergänge und den Garten, fährt gerne Auto, ist neugierig und schmusig und spielt gerne. Aber er mag keine Katzen. Und er schläft gerne vor laufendem Fernseher ein … genau wie wir!

 

[Anmerkung aus dem Jahr 2013:

in den nächsten Wochen und Monaten wurde aus meinem Auslandstagebuch natürlich ein ziemliches Hunde-Tagebuch, das von den vielen Ups and Downs unseres Zusammenlebens erzählt. Aber nachdem ich vom November 2011 bis zum Mai 2013 schon OSKARS BLOG verfasst habe, werde ich hier die Hundegeschichten stark kürzen.]

Montag / 8. Mai 1995

Bank Holiday Monday. Und vor genau 50 Jahren ging der 2. WK zu Ende; halb England feiert, und viele haben ihre Häuser mit Fotos und dem Union Jack geschmückt. Da traut man sich kaum, Deutsch zu sprechen!

 

 

Toller, großer Ausflug mit John und Carolin und Rex an die Küste Nähe Eastbourne;

Hund und Kind verstanden sich prächtig.

der erste Liebesbrief für Rex

20. Mai 1995

Heute wurde endlich der Kronleuchter fürs Esszimmer geliefert und montiert! Nachdem wir ihn am 11. Februar (!!!) gekauft und bereits bezahlt hatten!

21. Mai 1995

Die Schnecken haben meine Petersilie gefressen, und der Fuchs hat die Zwiebeln ausgebuddelt. Damit stehen in meinem Gemüsebeet nur noch zwei Tomatenpflanzen.

 

Seit heute sind wir stolze Besitzer von einem cast iron Gartentisch und zwei passenden Stühlen mit Auflagen. Ich habe unter der großen Konifere Fleißige Lieschen und Alyssum gepflanzt, die Weigelia blüht und der Zierlauch. Vor dem Küchenfenster die ersten Wicken. Und im Wohnzimmer ist einer meiner beiden Jungs nach einem wilden Ballspiel auf dem Fußboden eingeschlafen:

Sonntagnachmittag in Bromley.


25. Mai 1995

 

 

Rex schmuste heute heftig mit Gilly, die vorbeikam, um uns vier selbst bepflanzte

hanging baskets zu bringen,

mit mir Tee zu trinken und stundenlang auf der Terrasse zu sitzen und zu klönen.

2. Juni 1995

Einen Wecker oder einen Hahn brauche ich nicht: bereits um 5 Uhr stimmen die Elstern ihr knarrendes Konzert an und hören erst nach etwa einer halben Stunde auf, wenn ich wirklich nicht mehr einschlafen kann! Und dann steht auch schon Rex auf der Matte mit seinem ständigen Hunger.

Ich glaube übrigens, wir haben zwei Hunde: einen ganz lieben und schmusigen, der im Haus aufs Wort hört – und einen Scheiß-Köter, bei dem ich während unserer Spaziergänge Null Autorität habe!

 

Etliche Probleme lösen sich wirklich von selbst: nachdem unser „rückwärtiger“ Gartennachbar neulich das gemeinsame Stück Zaun reparierte, errichteten heute unsere Nachbaren aus Nr. 27 einen total neuen Zaun, womit unser Garten endlich komplett hundesicher ist: Rex kann nicht mehr raus, und die beiden Nachbarshündinnen Chloé und Poppy nicht mehr rein.

3. Juni 1995

Der Fußboden schreit nach dem Staubsauger, die letzten Briefe aus Deutschland schreien nach Beantwortung, die Hemden von John nach dem Bügeleisen, mein Schreibtisch nach Ordnung, die Blumenkästen nach frischen Fuchsien, die Rosen nach Dünger und die Terrasse nach dem Besen … ganz schön laut hier!

Pfingstsonntag / 4. Juni 95

Gestern und letzte Nacht hat es heftig geregnet, doch heute gab’s unser erstes Barbecue auf der Terrasse. Mit „Original German Bratwurst“ aus dem Waitrose und einem Barolo vom Thresher. Unser Stubenwolf war begeistert.

8. Juni 1995

Heute war Sperrmüllabfuhr (free rubbish collection) in Bromley, wozu man einen gelben Zettel ins Fenster hängen musste. Welch ein Unterschied zu Deutschland! Nichts Brauchbares dabei, nur Garten- und Bauabfälle, drei Schubladen und kaputter Krempel. Klares Indiz dafür, dass es den Engländern schlechter geht als den Deutschen. Und dass sie sparsamer sind.

11. 06. 1995

Au Mann! Rugby-Weltmeisterschaft ist noch viel schlimmer als Fußball-WM! Aber meine beiden couch potatoes scheinen die Fernsehübertragung zu genießen.

 

Es regnet ohne Unterlass (kleiner Trost: damit sorgt der Himmel fürs umständliche Gießen meiner hanging baskets), und bei solch einem Wetter sollte man keinen Hund auf die Straße jagen. Wir drei waren trotzdem draußen, und das ohne Schirm; schließlich sind wir Engländer!!!

Montag / 12. Juni 1995

… und wieder flatterte heute ein Umschlag durch den Briefschlitz in der Haustür, mit dem für eine charity gesammelt wird, diesmal für „Help the Aged“, eine Organisation für die „wartime generation“. Was tun? Mir ist wirklich nicht klar, ob die Gelder auch da ankommen, wo sie hin sollen, oder ob eventuell irgendwelche Betrüger am Werk sind. Also gehe ich wie bisher „den goldenen Mittelweg“, lege ₤ 1 in den Umschlag und gebe diesen dem collector in den nächsten Tagen wieder mit. Gar nichts geben fänd ich nämlich auch nicht richtig in diesem Land, in dem ich Gast bin, und in dem es den Menschen schlechter geht als „bei uns“.

13. Juni 1995

Heute Abend im Churchill Theatre in „42nd Street“. Lustig, diese Ausgabe des Musicals! Zum ersten Mal merkten wir, dass wir hier in Greater London voll in der Provinz sind! Die Schauspieler konnten entweder singen oder tanzen; kaum einer war zu beidem fähig! Aber es war eine nette Unterhaltung und für mich Abwechslung vom Hunde-Alltag!

Nach einem Quarterpounder mit Pommes und Coke zurück nach Hause, wo uns ein vor Freude schier narrischer Hund erwartete. Und trotz der knapp vier Stunden, die Rex alleine war, hat er nichts angestellt – na ja, außer wieder „heimlich“ auf der blauen Gästecouch zu liegen.

15. Juni 1995

Besuch von Julia, einem der „home vetter“ der FOAL Farm, die kontrollieren wollte, wie es Rex bei uns geht. Sie war begeistert, aber nichts Anderes hatte ich erwartet.

20. Juni 1995

Für nur ₤ 10 meinen Vitara waschen und staubsaugen lassen; war auch ziemlich nötig nach einem Jahr!

24. Juni 1995

Es ist Juni. Das bedeutet Troopig the Colours, Ascot, Wimbledon … und ich krieg‘ wieder nichts (live) davon mit, sondern beschäftige mich als Hunde-Animateur. Auch ganz nett!

29. Juni 1995

Gestern Abend hat unser Hund uns vorm Verhungern gerettet: wir hatten eine Pizza bestellt, und der dusselige deliverer fand unsere Klingel nicht und kratzte an der Haustür. Was wir nie gehört hätten (wir saßen auf der Terrasse), aber Rex lief zur Tür und gab Laut. – Braver Hund!

1. Juli 1995

31,5 Grad Celsius im Schatten

 

 

Hitzewelle in England; gestern hatten wir 45 Grad in der Sonne. Da hab‘ ich schnell unseren Wein aus dem utility room in die Garage umgeräumt, denn dort ist es bedeutend kühler.

 

War eine gute Gelegenheit, den Allzweckraum mal wieder auf Vordermann zu bringen und aufzuräumen. Unglaublich, was sich in einigen Monaten dort alles angesammelt hat!

5. Juli 1995

Heute Morgen um 4 Uhr wurde unser Hund sehr unruhig und trieb uns aus dem Bett, wollte unbedingt in den Garten, einmal herumlaufen und bellen. Später sahen wir dann auch den Grund: in der Nacht hatten die Füchse unseren Komposthaufen umgegraben, dabei einen vollen Staubsaugerbeutel zerfetzt und den Inhalt im halben Garten verteilt.

11. Juli 1995

Mit Gabi und Tina unterwegs in London. Highlight heute: der gutgelaunte Schaffner der Linie 15, der mit den Fahrgästen im 1. Stock des Busses ein Quiz veranstaltete. – Thema: die Sehenswürdigkeiten, an denen wir vorbeifuhren. Was braucht man da noch einen Sightseeing-Bus?

Samstag / 15. Juli 1995

Fünf Stunden Camden Town mit Gabi und Tina; jetzt gibt es dort einige Sachen weniger! Auf mein Konto gehen z. B. ein waistcoat und ein silver plated toast rack. Und ich stellte fest, dass das Falafel in Camden Town noch immer das beste der Welt ist!

 

Von ihren täglichen „Allein-Ausflügen“ in die City brachten uns die beiden Mädels auch immer nette Sachen mit: Schmackos für Rex, floating candles, getrocknete exotische Früchte … so machen Gäste echt Spaß!  

Dienstag / 18. Juli 1995

In zwei Wochen insgesamt zehn Leute zu Besuch, dazu ein Hund und ein Mann (letzterer allerdings sehr pflegeleicht) … kein Wunder, dass ich da ziemlich erledigt bin! Aber bis zum nächsten Besuch hab‘ ich ja zwei Wochen Zeit, um nach und nach in jedem Zimmer „Klar Schiff“ zu machen!

20. Juli 1995

Peinlich! Hab‘ heute Morgen Termine gemacht für einen haircut, für die Impfung von Rex – und wegen der Reparatur unserer Waschmaschine, die seit einigen Tagen leckt – um gleich nach dem Anruf festzustellen, dass sich lediglich der Abflussschlauch gelockert hatte! So heißt’s nun: Auftrag canceln!

Montag / 24. Juli 1995

Morgenspaziergang mit einem kleinen Teufel an der Leine. Hilfe!!!

Zum „Abreagieren“ hab‘ ich die Gardinen im Esszimmer gewaschen und die Fenster im Parterre geputzt: uff! Da diese blöden englischen Fenster – wenn überhaupt, dann nach außen aufgehen, ist das gar nicht so einfach! Für den ersten Stock brauchen wir wohl doch einen professionellen window cleaner!

13. August 1995

Heute vor einem Jahr sind wir in Bromley eingezogen, und seit vier Monaten ist Rex bei uns. Und nachdem unsere Besucher Vera, Gerd und Björn mit uns und Rex in der Hundeschule waren und dem Training zugesehen hatten, brachten sie gestern von Harrods (!) zwei Halsbänder mit. Rex trägt sein neues training collar auch voller Stolz! Und ich vertiefe mich in mein Mitbringsel, das Buch „The Complete Woodhouse Guide To Dod Training“ …

Sonntag / 20. August 1995

Meine beiden Jungs haben letzte Nacht Abenteurer gespielt und im Garten übernachtet: John auf der Liege und Rex in seinem Körbchen. Letzterer bis gegen halb Fünf, da hielt es ihn nicht mehr, und er musste wirklichen und imaginären Füchsen und Eichhörnchen nachjagen. Woraufhin John den Hund ins Haus schickte, wo er friedlich neben meinem Bett weiterschlief. Bis 6 Uhr 40.


Morgens um sieben ist die Welt wieder in Ordnung