Die wahre Lebenskunst besteht darin,

im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.

Pearl S. Buck (1892-1973)


Die Insel der Abenteuer 8. Eine Reise in den britischen Alltag

"Antik-Blog" aus den Jahren 1994 - 1997

28. Dezember 1995

Heute kam endlich das schon lange erwartete Päckchen mit selbstgemachten Weihnachtsplätzchen aus Hessen an; irgendwie scheint die Royal Mail für ihre Arbeit im Dezember besonders viel Zeit zu benötigen! Rex wollte das Geschenk gleich öffnen, schnupperte und kratzte mit den Pfoten daran herum.

 

Aber von diesen Keksen bekommt er keinen einzigen; soll er sich die erst mal durch bessere Leistungen in der Hundeschule verdienen! Da fällt mir der Cartoon von Gary Larson ein, den ich neulich in einer Zeitschrift fand:

 

 

 

Dieser Anarchist auf dem Pult könnte Rex sein:

die Lektionen der ersten Klasse findet unser Hund tödlich langweilig, weil er sie alle schon beherrscht. So macht er halt die anderen Schüler an, pöbelt rum und stiftet Unruhe. In die zweite Klasse wird er jedoch erst aufgenommen, wenn er sich manierlich benimmt.

Ein Teufelskreis …

Samstag / 30. Dezember 1995

Seit Tagen kann John kaum laufen, hat einen dicken und schmerzenden rechten Fuß, und unsere sämtlichen Heilmittel haben bis jetzt versagt. Heute muss er unbedingt zum Arzt, denn das Bromley Hospital nimmt in der Ambulanz nur ganz akute Notfälle an, weil alle – fast alle – nurses momentan mit Grippe zu Hause im Bett liegen. Zu allem Überfluss kötzert unser Sensibelchen von Hund auch noch überall herum!

 

Stunden später: der Hund hat sich vom Stress erholt, und auch dem Mann geht es wieder etwas besser: der Arzt wertete ihn als akuten Notfall und schickte ihn ins Bromley Hospital zurück, wo man sich trotz Personalmangel gut um ihn kümmerte und ihm Tabletten mitgab.

 

Unser nächstes Weihnachtspäckchen gab es heute auch: mit Plätzchen und Wurst, mit Rotwein, Handcreme, einem Kalender und Lektüre.

Sonntag / 31. Dezember 1995

Glatteis. Nicht besonders günstig mit einem zerrenden Vierbeiner an der Leine. Also fuhren wir mit dem Auto zur Hundewiese, damit Rex seine Geschäfte erledigen konnte.

 

23 Uhr something: im deutschen TV haben sie eben einen countdown gemacht, auf das Neue Jahr angestoßen, sich umarmt und Feuerwerksraketen gezündet … merkwürdig! In England ist’s noch 1995, aber in einer knappen Stunde werden auch wir uns ein gutes Neues Jahr wünschen – und anschließend wohl gleich ins Bett gehen, denn wir sind müde und irgendwie geschafft.

Dienstag / 2. Januar

"New Year's Day"-Kritzelei

Diese Engländer! Da schenken einem die Müllmänner zwei Mülltüten, weil am 25. 12. 95 und am 01. 01. 96 keine Müllabfuhr stattfindet, legen auch einen freundlichen, gelben Zettel bei, auf dem noch einmal alles erklärt und kundgetan wird, dass die Abfuhr am 2. Januar stattfindet, das allerdings wegen der Menge des Mülls später als zur gewohnten Zeit (in der Bromley Avenue gegen 11 Uhr).

Und was machen sie? Kommen heute Morgen um 8 Uhr!!! Unsere Mülltüten stehen natürlich noch im utility room, da ich sie wegen der Füchse, die die Dinger gerne aufreißen und den Inhalt überall verstreuen, nicht schon gestern Abend rausstellen wollte. Eigentlich hätte ich mir’s ja denken können ...

 

Als die Müllmänner kamen, war ich gerade mit Rex auf dem Morgenspaziergang. Eigentlich sind englische Autofahrer viel rücksichtsvoller, wenn man einen Hund dabeihat und halten an, um beide über die Straße zu lassen – was sie bei Fußgängern ohne Hund selten tun.

Heute Morgen jedoch nötigte mich einer per Lichthupe, weil er unbedingt und sofort dort parken wollte, wo Rex gerade dabei war, sein Häufchen zu setzen. Wahrscheinlich dauerte es ihm auch zu lange, bis ich die Hinterlassenschaft meines Hundes entfernt hatte – unter solchen Bedingungen hätte ich sie eigentlich einfach liegenlassen sollen!

4. Januar 1996

Johns Fuß geht es leider wieder schlechter; bei Belastung reagiert er empfindlich. Also fuhr der Patient wieder ins Bromley Hospital, von wo er diesmal mit haarsträubenden Geschichten zum Thema „englisches Krankenhaus und „sick notes“ zurückkam. Aber erst einmal ist er krankgeschrieben.  

5. Januar 1996

Unglaublich! Seit Monaten gibt’s endlich mal wieder das „Carbonatet Water with a Dash of Lemon“ zu kaufen, aber dafür schon seit Wochen nicht mehr den guten Basmati von Veetee und auch keine Scotch Broth Mischung. Und seit heute auch nicht mehr den großen Onken Joghurt mit Erdbeeren. Ich hasse es, wenn ich immer wieder neue Sachen finden und ausprobieren muss, weil es die guten und erprobten „alten“ nicht mehr gibt!

 

Zum Glück hat John vor einigen Tagen in Beckenham ein delicatessen-Lädchen entdeckt, in dem es schnuckelige französische und italienische Köstlichkeiten gibt. Wir lieben z. B. das Baguette und die Mettwürstchen, aber eigentlich ist alles - egal ob Käse, getrocknete Pilze und Tomaten, ob Wein oder Pasta - einfach nur gut.

 

Rex sieht das Verpflegungsdrama gelassener. Er scheint sein „Butcher’s“ nicht zu vermissen und gibt sich mit der Hausmarke von Sainsbury zufrieden. Wenn es denn die „Gourmet Chunks“ sind!

Dienstag / 9. Januar 1996

Wenn Regen gut für den Teint ist, dann brauchen Rex und ich so bald keine Schönheitsoperation!

14. Januar 1996

Bei schönstem Sonnenschein (die Engländer fahren schon wieder Cabrio oder sitzen in T-Shirts vorm Pub) einen Sonntagsausflug in die Chislehurst Caves gemacht und für ₤ 3 in ein Labyrinth von künstlichen Tunneln abgestiegen. Auf der 45minütigen „lamp-lit tour“ sehen wir den „römischen Brunnen“ und den „Druidenaltar“. Kreide und Feuerstein wurden hier abgebaut, und im 2. WK dienten die Höhlen als Luftschutzbunker, in dem 15.000 Menschen untergebracht werden konnten.

Mein Souvenir: ein kleiner flintstone.

16. Januar 1996

Wieder einmal könnte ich beginnen mit „Diese Engländer!“ Als Mutter Smolek verzweifelt im Sainsbury nach Suppen-Nudeln suchte, waren keine da. Vor einigen Tagen fand ich dann die ganzen Tüten mit Sternchen und Buchstaben. Zufällig, denn sie gelten als Babynahrung und stehen folgerichtig auch bei derselben. Da wäre ich nie drauf gekommen!

 

Und noch ein Kapitel „Diese Engländer!“: Besonders um Weihnachten rum fällt ja jede Menge Flaschen-Leergut an. Um nun die Bürger dazu zu bewegen, das Glas in die Recycle-Container zu werfen und nicht einfach in die Mülltüten zu stecken, hat sich die Stadt Bromley etwas Besonderes einfallen lassen:

Wir sollen die Flaschen an ganz bestimmten Tagen entsorgen und einen Zettel mit Name und Adresse hineinstecken; die Recycling-Firma würde unter den ganzen Adressen dann ein price draw veranstalten, bei dem es ₤ 50 zu gewinnen gibt.

Was daraus geworden ist, habe ich (noch?) nicht gehört, aber diese unappetitliche Schweinerei mit der Gewinner-Ermittlung kann ich mir lebhaft vorstellen: Glasscherben und von plonk oder cooking oil versiffte Zettel … igitt!

 

Heute Abend hab‘ ich das erste Kedgeree meines Lebens gekocht. Was zwar recht gut war, aber auch ein wenig trocken. John und der Hund fanden’s ok.

18. Januar 1996

Schreck am Morgen: Lilian und Jim haben ihren Glasanbau innen neu streichen lassen: in MINT!!! Passt wie die Faust aufs Auge zum Haus und ist eine richtige Kotz-Farbe – und ich darf sie jetzt ständig von der Küche aus ansehen!

23. Januar 1996

 

Und wieder einmal regnet es Katzen und Hunde. Ich sitze am Schreibtisch, klebe neue Marken auf Umschläge und habe in einem Brief an Gabi geschrieben:

„Ich träume von Indien: von der Wüste und Maharaja-Palästen im Norden, von den Hindu Tempeln im Süden, von der Küche …“

12. Februar 1996

Nach nur 7 ½ Stunden Fahrt von Hessen aus kamen wir gestern Abend – vollgepackt bis unters Autodach – wieder in Bromley an. Klamotten haben wir gekauft, Schuhe, Wein und Lebensmittel. Dazu jede Menge Bücher, ganz bestimmte Putzmittel und einige Haushaltswaren wie einen starken Dosenöffner und einen 5 Liter-Eimer, den ich hier nirgendwo finden konnte.

Schön war’s in der alten Heimat, und viele Freunde haben wir besucht: mit kiddies getobt, Fondue gegessen, Karten gespielt und bis in die Morgenstunden gequatscht. Aber jetzt freuen wir uns richtig, wieder auf unserer Insel zu sein!

14. Februar 1996; Valentinstag

 

 

Dazugelernt: in England schickt man am Valentinstag nicht nur seiner/seinem Liebsten eine Karte, sondern allen, die man mag und denen man eine Freude machen möchte, bis hin zum Briefträger und zum Milchmann.


Jetzt verstehe ich auch, warum es solche Unmengen von Valentinskarten in den shops gibt!

17. Februar 1996

Endlich haben wir die Haustür und das Fenster im Esszimmer mit dem aus Deutschland mitgebrachten tesamoll abgedichtet und einen Zugschutz vor die Tür gelegt; so gemütlich warm hätten wir’s schon vor einem Jahr haben können!

19. 02. 1996

Vor zehn Tagen in den Docklands, heute Nacht in einem Doppeldeckerbus auf der Strand, direkt vor dem Waldorf Astoria: eine hochgegangene IRA-Bombe! Warum fangen diese Idioten wieder damit an?

 

Abends: saukalter Wind, der diesmal und trotz Abdichtung den Schnee durch die letzten Ritzen unserer Haustür hereintreibt. Hilfe! Ohne das angebrachte tesamoll könnten wir wohl schon eine Schneeballschlacht im Hausflur veranstalten! Solch einen Winter sah England wohl noch nie; dabei blühen schon seit Tagen die ersten Krokusse in den Vorgärten!

21. Februar 1996

Am frühen Morgen rief wieder so ein (und hier denke man sich ein sehr, sehr böses Wort!) von einer double glazing-Firma an, der einen Mr. oder eine Mrs. „Beaty“ sprechen wollte. Ließ sich nicht abwimmeln, buchstabierte den Namen – und als ich ihm sagte, dass „Beate“ mein Vorname sei, meinte er, wir hätten seit letztem Jahr einen Vertrag für neue Türen und Fenster. (Noch ein sehr, sehr böses Wort!) Gottseidank weiß ich mich mittlerweile gegen solche Unverschämtheiten am Telefon zu wehren; mein englisches Vokabular wird immer umfangreicher und praxistauglicher.

 

Und meine Einkaufslisten werden immer lustiger und lesen sich in etwa so:

Gurken – skimmed milk – Nudeln – Würstchen – liquid soap – Vogelfutter – stamps … was mir halt als Erstes so einfällt!

 

Bei stamps fällt mir ein: Die englische Post ist auch nicht mehr das, was sie letztes Jahr noch war! Statt um 6.45 Uhr und gegen 11 Uhr kommt der Briefträger jetzt nur noch einmal – und zwar kurz vor acht Uhr!

27. Februar 1996

Was ich schon immer schreiben wollte: englische Glühbirnen sind ausgesprochener Mist, halten von 12 Uhr bis Mittag, und ständig muss ich neue in unsere Lampen schrauben! Oder liegt das vielleicht an den Fassungen, am Kabel, am Stromnetz …? Auf jeden Fall brennen die bulbs dauernd durch, und ständig bin ich auf der Suche nach Ersatzstücken, da es auch schätzungsweise 4695 verschiedene Formate gibt!

 

Und jeden zweiten Morgen führe ich einen Kampf mit Hundefutterdose und Öffner! Der neue, starke Dosenöffner bringt’s auch nicht mehr, wenn die Dose verbeult ist. Merkwürdige englische Sitte, nahezu alle Dosen vor dem Verkauf zu ramponieren!

Freitag / 1. März 1996

Heute Morgen ist es passiert: hab mir (mich? ... mein Deutsch wird auch immer schlechter!) mit einem Dosendeckel tierisch in den rechten Daumen geschnitten. Die Wunde ist so groß und sitzt so doof, dass ich die rechte Hand kaum bewegen kann, ohne die Wunde immer wieder aufzureißen. Aua!

Sonntag / 3. März 1996

Lazy day. Eine wunderbare „Matsch-Tour“ mit Mann und Hund durch den Park, ein hervorragender Gemüseeintopf mit einem 93er Côtes du Luberon, und meiner Hand geht’s auch besser …

dieses Wochenende dürfte ruhig noch fünf Tage länger dauern!

13. 03. 1996

 

 

Ich liebe die food halls von Harrods und bin immer wieder beeindruckt von dem Angebot, vor allem auch in der Süßwarenabteilung.

 

Aber gestern brachte John aus Brüssel ganz besondere Pralinen mit. Sie haben so wohlklingende Namen wie Paola und Pharaon, Sapho und Satan, Dollar, Troïka und Méphisto. Und es gibt eine Anleitung dazu, wie man sie essen soll. In sieben Sprachen; incl. Japanisch und Arabisch!

14. März 1996

Ich möchte meine Wäsche wieder im Garten aufhängen können! Wer ist dieses Jahr hier in England eigentlich zuständig fürs Wetter? Den sollte man schleunigst entlassen!

16. März 1996

Karen hat mir zum Geburtstag wieder einen riesigen „Blumenstrauß“ geschickt! Diesmal lag bei den Blumen eine Anleitung, so dass ich jetzt auch endlich weiß, wie die Engländer solche Präsente behandeln. Also: man schickt keinen Strauß, sondern einfach eine Menge Blumen, die flach arrangiert (die Narzissen waren z. B. noch per Gummis gebündelt!) und mit durchsichtiger Folie sowie einer Riesenschleife eingepackt und dekoriert werden; der Empfänger arrangiert sich daraus dann selbst einen Strauß. Oder wie ich heute gleich drei Stück!

Sonntag / 17. März 1996

John gratulierte mir um Mitternacht, und dann durfte ich meine Päckchen öffnen. Prima Sachen für den Haushalt gab’s: einen elektrischen Dosenöffner, einen Handstaubsauger, Putzmittel incl. Handschuhe für den Kronleuchter, eine Krawattenpresse (!??) und einen ganz tollen Toaster von Dualit.

Aber zum Glück auch „richtige Geschenke“ wie die neueste Mr. Bean-Cassette, ein Buch über Cottage Holidays und einen Reisegutschein für sieben Tage Urlaub mit meinen beiden Jungs in einem Cottage meiner Wahl … Reisebeginn: 28. April. Hurra!!!

 

By the way: heute ist in England Muttertag. Letztes Jahr war’s der 26. März; warum sich das Datum jedes Jahr ändert, das wissen die Briten wohl auch nicht!

20. März 1996; Frühlingsanfang

Regenspaziergang. Und unser well trained dog legt sich zu Hause mit seinem nassen und schmutzigen Bauch wie immer erst einmal auf das alte Badetuch im Flur: GOOD BOY!

Samstag / 23. 03. 1996

Irgendwie komme ich mir langsam wie eine Landpomeranze vor; sitze hier in Bromley, beschäftigt nur mit Haus, Hund und Garten.

Seit Ewigkeiten war ich nicht mehr in der city, weiß nicht mehr, wie es in der U-Bahn riecht, was es in der Tate Gallery Neues gibt, und wie der Kaffee in Covent Garden schmeckt.

Sonntag / 24. 03. 1996

Langsam wachen auch die Briten auf, wenn es um BSE, die mad cow disease, geht. Vor Wochen schon war im Gespräch, beim Schulessen das Rindfleisch wegzulassen, und an diesem Wochenende ist „The Times“ voll mit stories zum Thema, das nicht länger schamhaft verschwiegen oder verharmlost wird.

Hauptgrund: seit vorgestern haben einige zusätzliche Länder ein Einfuhrverbot für britisches beef erlassen, und nun spricht man hier schon davon, alle 11 Millionen britische Rinder notschlachten zu müssen. (Rinder-) Wahnsinn!?

 

Auszüge aus "The Times" vom 23. 03. 1996:

(zum Vergrößern bitte anklicken!)

26. März 96

Hurra! Wir haben das Cliff Cottage in Laugharne (Wales) gebucht; direkt gegenüber von dem berühmten boathouse von Dylan Thomas. Noch 33 Tage bis zum Urlaub!

6. April 1996

 

Einkaufsfahrt nach Croydon.

 

Bei Ikea endlich die noch immer fehlenden Einlegeböden für den Wohnzimmerschrank geholt und im Einkaufszentrum eine Straßenkarte von Wales.

Nette Fußgängerzone und Malls hier in Croydon. Mit Harfenmusik und Sandwiches.

10. April 1996

Seit unsere Osterferien-Gäste aus der Eifel da sind, gibt’s wieder viel Spielen, Lachen und Klönen und viele Take Aways wie fish & chips. Gut, wenn die Gäste so pflegeleicht sind!

 

Heute schöner Ausflug mit den Dreien nach Windsor: Windsor Castle mit State Apartments und Chapel, dazu Themse, Eton College und ein netter Cream Tea in einem alten Restaurant.  

15. April 1996

Wunderschönes

Wäsche-

Wetter!!!

 

Und der milkman von Shortlands heißt cheeseman und begrüßt Rex und mich jeden Morgen artig. Das allerdings erst, seit er eines Morgens gesehen hat, wie ich ein Häufchen von unserem Hund aufhob und wegräumte!

Samstag / 20. April 1996

Herrlichstes Frühlingswetter! Und während John unserem Hund seinen Arbeitsplatz in Lewisham zeigte, war ich endlich mal wieder in der City.

 

British Museum: diesmal nur im shop, um in den Repliken zu stöbern und ein Geschenk zu finden.

Charing Cross Road: viele Buchläden, aber leider nicht das Poster, das ich suchte.

Leicester Square: am half price ticket booth ist es vormittags noch ruhig.

St. Martin-in-the-Fields: der Trödelmarkt um die Kirche herum ist nicht so berauschend, aber endlich bin ich mal “drüber”gelaufen!

Strand: warum hab‘ ich hier das riesige Briefmarkengeschäft noch nie gesehen?

Southampton St.: Das marokkanische Geschäft „Kasbah“ hat für meinen Geschmack zu wenig „Kleinkram“, aber eine nette Atmosphäre.

Covent Garden: hier ist (wie so oft) der Bär los: Pantomimen, Musiker, Clowns … und jede Menge (Jung-) Volk, das auf Treppen und Bürgersteigen sitzt und irgendetwas isst oder trinkt.

 

Leider hatte ich wieder mal keine Kamera dabei, aber schließlich bin ich ein resident und kein Tourist. Aber schön war’s, und so machte ich mich dann mit meinen Einkäufen wieder auf den Nachhauseweg …

Sonntag / 21. April 1996

Traumhafte 23° Celsius mit strahlendem Sonnenschein, und John und ich ganz früh mitten auf der Tower Bridge, um den London Marathon zu erleben. 27.000 Läufer sind am Start, und man rechnet mit 1 ½ bis 2 Millionen Zuschauern.

 

Tolle Atmosphäre ringsum, viele charity-Läufer im Kostüm (Bären, Indianer, Feen, Batgirl, Spiderman … und ein paar Nashörner, die hier an Kilometer 20 schon stark ins Schwitzen geraten sind), ein Typ, der während des Laufens mit drei Bällen jongliert und ein schon älterer Teilnehmer, der (auch laufenderweise) Klarinette spielt … Wahnsinn!

 

Die Erste, die wir sahen, war übrigens die Schottin Liz McColgan, die bei den Frauen dann auch gewann. Und endlich habe ich auch einige der berühmten Pearly Kings und Pearly Queens gesehen!


LONDON MARATHON 1996