In 66 Tagen um die Welt

Ich atme doch durch alle Poren
zu allen Momenten neue Erfahrungen ein ...
(Adelbert von Chamisso, 1781-1838

in "Reise um die Welt")



Teil 2: Australien bis Deutschland

4. Australien

mit dem Camper Richtung Blue Mountains

Im "Militärflugzeug" nach Sydney

 

Silvester 1984. Wir besteigen unseren aus Paris kommenden Jumbo und stellen fest, dass er schon fast voll besetzt ist mit französischen Soldaten, die es vor ihrem Einsatz (dazu kommen wir später!) noch mal so richtig krachen lassen wollen.

 

Auf jeden Fall haben die Jungs schon kräftig vorgeflutet und sind in prächtigster Stimmung. Der Flieger ist geschmückt mit bunten Papiergirlanden und Luftballons, und die Stewards haben sich Lippenstift-Herzchen auf die Wangen gemalt und tragen dazu verwegene  Hütchen, bunte Fliegen und rote Pappnasen. Sie verteilen erst einmal kleine Tröten an die neu Hinzugekommenen und schenken Champagner ein. Aus dem Bordlautsprecher dröhnt Faschingsmusik.

 

Nach dem Abheben beginnt dann der Bordeaux in Strömen zu fließen. Der Hauptmann neben mir heißt Gilbert und kritzelt mein Reisetagebuch voll mit guten Wünschen fürs Neue Jahr - und dann hält es seine Jungs nicht mehr auf den Sitzen: rauf und runter im Flugzeug geht die Polonäse. Anstatt das Essen zu servieren werfen die Stewards Konfetti in die johlende Meute. Was angesichts der Situation auch bedeutend besser ankommt.

 

À propos "Neues Jahr": wann fängt das an, wenn man sich in einem Flugzeug befindet, das mit über 500 km/h über den Globus rast? Nun, unser Captain hatte da die geniale Idee, den Jahreswechsel einfach selbst festzulegen und machte irgendwann über Bordlautsprecher einen Countdown. Was natürlich unzählige Umarmungen, Küsse, noch mehr Bordeaux und eine zweite Polonäse zur Folge hatte …

 

G'day Sydney    

Am frühen Morgen des 1. Januar 1985 stehen wir mit einer Handvoll anderer Reisender, die mit uns hier ausgestiegen sind, ziemlich planlos auf dem Airport von Sydney herum. Übernächtigt und verkatert, und natürlich hat keiner die landing card ausgefüllt, geschweige denn die Lebensmittel entsorgt, die nicht eingeführt werden dürfen.

 

Aber kein Problem! Relaxt wie die Aussies nun mal sind, unterstützt uns ein Zöllner beim Ausfüllen der Formulare und meint nur mit verständnisvoller Kennermiene: "Ah … big party last night!"

 

Acht Tage lang machten wir die Gegend in New South Wales unsicher, besichtigten ausgiebig Sydney und fuhren mit einem gemieteten Pop Top Camper an die Strände und in die damals noch nicht so bekannten Blue Mountains: Outdoorleben pur mit wildem Campen und kleineren Wandertouren. Und heldenhaft überstanden wir unsere erste stürmische Gewitternacht im Camper mit Hilfe von Planters Peanuts und Foster’s Lager.

 

Wir verließen Australien mit einem Kopf voller schöner Bilder, mit der Gewissheit, dass wir irgendwann wiederkommen würden und mit Gepäck, das nun um einen Bumerang schwerer war. Den hatten wir in einer "Boomerang Schoo"“ für nur 5 australische Dollar erstanden, samt einer Bedienungsanleitung auf Englisch und Deutsch. Bester Satz: „Lassen Sie den Bumerang nie aus den Augen!“ Ein Hinweis, den mein Reisepartner grob-fahrlässig missachtete, indem er das Prachtstück einfach in einem Coffeehouse liegen ließ. Aber man reist ja nicht ohne Grund zu zweit - und so kommt es, dass der Bumerang noch heute bei uns zu Hause an der Wand hängt.

Bis zum anderen Ende der Welt waren wir schon mal gekommen. Und mussten nun irgendwie auch wieder zurück …

5. Nouméa

fluoreszierende Korallen

Nouméa? Wo liegt das denn? Als wir den Flug buchten, hatten wir auch keine Ahnung. Aber es lag halt auf der Billigflugroute der UTA und wir mussten hin. Konnte ja auch nicht schaden einen Ort kennen zu lernen, von dem man vorher noch nie gehört hat.

 

Also: Nouméa ist die Hauptstadt von Neu-Kaledonien, einer Inselgruppe im Pazifik, die zu  Frankreich gehört. Die Ureinwohner sind Melanesier, die sich selbst Kanak (d. b. „Mensch“) nennen. Diese Kanaken nun begannen in den 1980er Jahren eine Unabhängigkeitsbewegung, die zu teils heftigen Unruhen führte. Das konnten die Franzosen natürlich nicht hinnehmen und mussten eingreifen Sie schickten ihre Truppen ins Krisengebiet - und so kam es, dass wir Zivilisten in 10 000 Metern Höhe mit der französischen Armee hatten Silvester feiern dürfen.   

 

Gut, dass wir für Nouméa nur knapp zwei Tage Aufenthalt vorgesehen hatten, denn die Preise hier sprengten absolut unseren Etat. So kostete etwa eine Nacht im Hotel "Nouméa Beach" schlappe 100 DM (man bedenke: wir schreiben das Jahr 1985!). Allerdings war es dafür auch recht nett und das volle Kontrastprogramm zu den Tagen im Camper: im freundlichen Kolonialstil gehalten, direkt am Strand gelegen, mit einem französischen und einem japanischen Restaurant, mit TV und mit Klimaanlage. Wir bekamen sogar Gutscheine fürs Casino im Wert von etwa 32 DM geschenkt! Die kleben jetzt allerdings unbenutzt im Fotoalbum, denn wir zogen es vor, im Schatten am Pool Mau-Mau zu spielen.

 

Extrem heiß war es in diesen Tagen, und bei unseren kleinen Besichtigungstouren schleppten wir uns von einem schattigen Plätzchen zum nächsten. Und in das interessante Aquarium von Nouméa, wo ich die ersten fluoreszierenden Korallen meines Lebens sah. Faszinierend!

 

Zurück zu den Temperaturen: während unserer zweimonatigen Reise schickte ich die belichteten Kleinbildfilme immer sofort per Post nach Deutschland zum Entwickeln, um sie nicht unnötig lange der tropischen Hitze auszusetzen. Tatsächlich kamen auch alle an – bis auf den aus Nouméa.

 

Der Grund, weshalb wir uns jetzt mit einer Postkarte zufrieden geben müssen.

6. Neuseeland

Neuseeland, Südinsel

Waitangi, Waitomo, Waimate, Waipapakauri, Wainui, Waipoua, Waimamaku,  Waimatenui, Wairere,  … unschwer zu überhören, wir sind unterwegs in Neuseeland.

 

25 Tage lang erkunden wir mit unserem Pop-Top Camper Nord- und Südinsel, genießen das Outdoor-Leben, zählen die Schafe, die immer neue weiße Pünktchenmuster auf den saftig grünen Wiesen bilden  und legen nebenbei mal eben 6050 Kilometer zurück.

 

Wir holen unsere Post am GPO von Auckland ab (unvorstellbar, aber damals gab es weder Handy noch Internet, um mit den Lieben zu Hause in Verbindung zu bleiben!), wir fahren Boot, unternehmen Gletscherwanderungen, besichtigen das geothermische Kraftwerk in Wairakei, erfreuen uns an dörflichen Tanzvorführungen der Maori, kämpfen gegen Unmengen von lästigen Fliegen und trotzen Wind und Regen in unserem fahrbaren Heim. Dessen Dach genau über meiner Schlafstelle undicht ist …

 

Im "Waipoua Forest Sanctuary" auf der Nordinsel müssen wir feststellen, dass wir Zwerge sind. In diesem Wald ist der größte Bestand an Kauris zu finden. Der neuseeländische Kauribaum aus der Familie der Araukariengewächse steht unter Naturschutz und kann über 4000 Jahre alt werden. Größter Vertreter seiner Art und etwa 1200 Jahre alt ist der Tane Mahuta (Herr des Waldes). Er hat eine Höhe von 51,5 Metern und einen Umfang von 13,7 Metern.

Die Kauris sind sanfte Riesen: weil sie Minerale aus den oberen Bodenschichten benötigen, liegen ihre Wurzeln sehr hoch, und man muss sie mit Zäunen vor zerstörerisch wirkenden Touristenfüßen schützen.

Im "Kauri and Pioneer Museum" in Matakohe lernen wir viel über die Bäume und die Kauriharzsucher (gum digger). Die Maoris z. B. sammelten das versteinerte Harz und benutzten es nach dem Aufkochen als eine Art Kaugummi. So richtig an den Kragen ging es den Bäumen aber als man herausfand, dass das Harz sehr geeignet für die Lackherstellung ist. Die gum digger gingen sogar so weit, lebende Kauris anzuzapfen – was unweigerlich zu deren Absterben führte und bald verboten wurde.

 

Der Ninety Mile Beach ist genau 55 Meilen (88 km) lang. Der Strand liegt an der Westküste im äußersten Norden Neuseelands, gehört zum offiziellen Straßennetz der Insel und ist damit der sauberste Highway der Welt. Laut Vertrag dürfen wir ihn mit unserem Camper nicht befahren, aber da gibt es ja noch den „Fun Bus“ der Mount Cook Line zum Cape Reinga.

Wir schreiben den 31. Januar und genießen diesen Ausflug an unserem letzten Tag auf der Insel: Strandwanderung, Ballspiele, Grillen der persönlich ausgebuddelten "shellfish" (Schalentiere) und Erklimmen der 30 Meter hohen Wanderdünen. Der Busfahrer ist Maori, weiß eine Menge interessanter Sachen über diesen Teil der Insel zu erzählen und fährt uns zu den schönsten Plätzen.

Ein traumhafter Tag.

 

Tagebuchnotiz vom 1. Februar:

"Es ist 8 Uhr, ich wurde mit einem Kaffee geweckt und musste erfahren, dass unser Flug nach Papeete bereits vor sieben Stunden ging …"

 

Na toll, da hatten wir zwei Helden irgendwie Null gepeilt, dass mit „Abflug am 1. Februar um 00.55 Uhr“ halt die Nacht vom 1. und nicht die zum 2. gemeint ist!

Was nun? Am Vortag bereits hatten wir die restlichen Lebensmittel verschenkt und entsorgt, hatten den Camper aufgeräumt und geputzt. Fehlte nur noch die Außenwäsche, die wir heute erledigen wollten, um das Gefährt anschließend bei der Vermietstation abzugeben.

 

Ein Anruf bei der UTA klärt uns darüber auf, dass die Flüge nach Papeete nur einmal in der Woche gehen und dass wir jetzt halt bis zum 8. Februar warten müssen. Glück im Unglück: wir können die Mietzeit des Campers um eine Woche verlängern. Also kaufen wir die wichtigsten Lebensmittel wie Kaffee, Milch und Spagetti nach und lassen es uns eine weitere Woche auf Neuseeland gut gehen …  

 

Am 8. Februar überfliegen wir die Datumsgrenze und landen am 7. Februar in Papeete, bekommen also einen Tag geschenkt und haben damit ein bisschen mehr Zeit für Tahiti. Leider sind wir wegen unserer Schusseligkeit aber eine ganze Woche zu spät und müssen somit auf den geplanten Besuch der anderen Gesellschaftsinseln verzichten.

7. Tahiti

Hafen von Papeete, Tahiti 1985

Tahiti ein Südseetraum? Für mich nicht! Und wenn mir Freunde erzählen, die Inseln drumherum seien traumhaft schön, so spricht das in meinen Augen auch nicht zwangsläufig für Tahiti selbst.

 

Bei Ankunft auf dem Flughafen bekommen die Pauschaltouristen Blütenkränze um den Hals gehängt, und der Club Med verteilt Muschelketten. Für uns Normalsterbliche muss es eine Vanilleblüte hinterm rechten Ohr tun. Ok, damit kann ich leben.

 

Weniger leben kann ich da schon mit den Preisen, die sind ähnlich wie in Neu-Kaledonien, nämlich ausgesprochen happig. Unser Hotelzimmer in Papeete ist zwar riesig wie ein Fußballfeld, aber es riecht muffig, und unter den Nachttischen vergnügen sich die Küchenschaben. Strom gibt es auch nicht. Anstatt jedoch den Fehler suchen und beheben zu lassen, drückt uns die Hotelleitung nur mit müder Geste einen Schlüsselbund in die Hand, und wir dürfen uns ein Zimmer suchen, in dem Lampen und TV, Telefon und Klimaanlage funktionieren. Erst beim achten werden wir endlich fündig, aber dafür kennen wir das Hotel jetzt ganz gut.

 

Um der Insel eine Chance zu geben, mieten wir uns ein Jeep-Cabrio und starten eine Rundfahrt. Tahiti ist eigentlich eine Doppelinsel, die aus zwei erloschenen Vulkanen besteht. Um diese Doppelinsel führt auf einem schmalen Küstenstreifen eine Straße (fast ganz) herum. Leider halten wir vergebens Ausschau nach weißem Sand, denn es gibt hier nur wenige natürliche Strände. Und die sind schwarz.

 

Aber dafür ist die Landschaft fantastisch! Rechts stürzen Wasserfälle von den Bergen, münden in ruhigen Pools oder in Bächen, die zwischen Blütensträuchern dahin fließen. Links das stahlblaue, ruhig da liegende Meer. Und draußen am Riff brechen die Wellen, umkränzen die Insel mit weißem Schaum.

 

Der Botanische Garten ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten und liegt knappe 52 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Mit seinen tropischen Blütenpflanzen und den alten Bäumen ist er eine Oase der Ruhe nach dem chaotischen Verkehr, dem Lärm und dem Smog in Papeete. Und mitten in dieser Oase steht das Gauguin Museum mit seinen Fotos und Schautafeln, die das Leben des Malers in der Südsee illustrieren. Recht interessant trotz der Tatsache, dass sämtliche Gemälde nur Reproduktionen sind.

 

Das Inselinnere Tahitis ist unbewohnt und dicht mit tropischer Vegetation bewachsen. Nur stellenweise wird es von unbefestigten Wegen erschlossen, die wir aber Laut Mietvertrag mit dem Jeep leider nicht befahren dürfen. Wie wir auch unterschreiben mussten, auf keinen Fall unter einer Kokosnusspalme zu parken. Nun, das leuchtet uns ein, und so fahren wir nach der Runde um die Insel wieder zurück nach Papeete und wenden uns unverzüglich dem einheimischen Hinano-Bier zu …

8. USA: Los Angeles – Las Vegas – Death Valley – New York

Sanddünen im Death Valley

Wir sitzen in der gleichen DC 10, mit der wir her gekommen sind. Und das Buch, das mein Begleiter im Flugzeug hat liegen lassen befindet sich auch noch in der Tasche vor seinem Sitz. Super! Da wird der Flug nach LA wenigstens für ihn kurzweilig!

 

In der Stadt der Engel mieten wir einen weinroten Ford, und in diesem Luxusschlitten mit Servolenkung, mit Automatik und Tempomat geht’s mit gemütlichen 55 mph  ab nach Las Vegas.

Schon auf der schnurgeraden Strecke durch die Mojave Wüste werden sämtliche Klischees bedient, die wir so aus Filmen kennen: riesige Trucks, Wüstenlandschaft mit Joshua Trees und ein traumhafter Sonnenuntergang.

 

Auch im abendlichen Las Vegas, diesem 1001-Nacht der bunten Lichter, empfangen uns alte Bekannte: Caesars Palace, Golden Nugget, Circus Circus, Dunes, Flamingo, Stardust … und dazwischen schätzungsweise alle zehn Meter eine Wedding Chapel. Das wäre doch jetzt d i e Gelegenheit …! Leider sieht mein Reisegefährte das ganz anders und überhört meine diesbezüglichen Anspielungen.

Zum Trost darf ich dann am nächsten Morgen, als wir an der Theke eines Drug Stores unseren ersten Kaffee schlürfen, 10 Cent in einen der hier aufgestellten einarmigen Banditen werfen. Damit auch ich später sagen kann: „I gambled in Las Vegas.“

 

Wir nehmen die Warnungen ernst, beladen unseren Ford mit einem großen Kanister Trinkwasser und machen uns auf den Weg ins Death Valley.

 

Das Tal des Todes ist eine der trockensten und heißesten Gebiete der Erde. Hier gruben die 49ers auf ihrer Suche nach Gold Tunnel in die Berge und gründeten erste Städte. Das größte Geschäft wurde jedoch mit dem Abbau von Borax gemacht. Der Abtransport dieses milden Seifenpulvers durch die Wüste zur 265 Kilometer entfernten Bahnstation gestaltete sich jedoch als äußerst schwierig. Um die Sache lohnend zu machen, stellte man Gespanne von 20 Mulis zusammen, die jeweils zwei beladene Wagen und einen Wasserwagen zogen.

 

Badwater … Devils Golf Course …Zabriskie Point … das Death Valley ist keinesfalls tot, sondern begeistert uns mit seiner abwechslungsreichen landschaftlichen Schönheit. Grandiose Berge auf denen teilweise noch Schnee liegt, urige Canyons und einsame Sanddünen. Jeden Moment erwarte ich, einen der alten digger zu sehen: Schlapphut, Goldwasch-Pfannen, sein Muli hinter sich her ziehend …    

 

Nach so viel Natur sind wieder action und fun angesagt, und bei 32 Grad Celsius im Februar geben wir uns dem ganz hin in Disneyland und in den Universal Studios. In meinem Reisetagebuch schreibe ich ganze Seiten voll mit meinen Eindrücken, denn damals war dies alles noch neu und aufregend.

 

Leicht aufregend gestaltet sich dann auch unser Weiterflug nach New York. Vor dem Flughafengebäude demonstrieren etwa 30 Leute mit Transparenten. Zu lesen ist da, dass die guten Piloten der Continental Airlines heute streiken. Na, dann müssen wir halt mit den schlechten fliegen! Der Flug startet dann auch mit etwa einstündiger Verspätung mit Zwischenstopp in Houston statt in Denver, aber was soll’s? Alle Wege führen nach New York

 

Knapp zwölf Stunden Aufenthalt haben wir in der Stadt die nie schläft, geben unsere Koffer bei der Gepäckaufbewahrung ab, mieten einen Pkw und starten eine typisch amerikanische Sightseeing-Tour: rauf den Broadway und runter die 5th, rüber durch den Central Park und rund um den Washington Square. Halten nur in Greenwich Village, um einen Big Mac zu verdrücken. Die Zeit ist knapp und die Temperaturen außerhalb unseres Autos so eisig, dass wir aufs Herumlaufen eh keine große Lust verspüren.

9. Frankfurt am Main

Vom JFK (John F. Kennedy International Airport) fliegen wir mit der PIA direkt nach Frankfurt am Main. Dachten wir.

 

Tagebuchnotiz: Das Boarding geschieht pünktlich und umständlich; heute scheinen viele Erstflieger an Bord zu sein. Unmengen von Gepäck werden in die Fächer gestopft, die natürlich ständig wieder aufgehen.

Die Crew erklärt erst auf Urdu die Handhabung der Schwimmwesten, packt diese dann weg und packt sie wieder aus, um das Ganze in englischer Sprache zu wiederholen. Dasselbe mit den Sicherheitsgurten. Dasselbe mit den Sauerstoffmasken. Hilfe!   

Noch beim Anrollen der Maschine stehen einige Passagiere auf, um auch noch die letzten Sachen zurechtzurücken, den Platz zu tauschen oder auf die Toilette zu spazieren.

Nach etwa 45 Minuten sind wir dann endlich in der Luft und können dem Lichtermeer New Yorks zum Abschied zuwinken.

 

Mitfliegen durften wir dann allerdings nur bis Paris Orly, mussten anschließend per Bus zum Flughafen Charles de Gaulle und dort in eine Maschine der Air France umsteigen. Die uns dann aber ohne weitere Zwischenfälle nach Hause brachte.

 

Der Philosoph Hermann Graf Keyserling brachte von seiner Weltreise 1911/12 die Erkenntnis mit:

“Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum“.

Stimmt! Da waren wir jetzt auch angekommen. Und haben elf Jahre später geheiratet.