Glück ist eine Oase, die zu erreichen

nur träumenden Kamelen gelingt.

Sprichwort der Beduinen

 

Im Land der schwarzen Iris.

Eine Reise durch das haschemitische Königreich Jordanien von Amman bis nach Aqaba

© Wikinger Reisen

 

"Ahlan wa-sahlan", "Herzlich willkommen!", diese Worte hören wir oft auf unserer Rundreise durch Jordanien, und immer sind sie begleitet von einem gewinnenden, ehrlichen Lächeln.

 

Von Anfang an fühle ich mich wohl in diesem Land und erlebe die Jordanier viel  (welt-) offener als manche anderen Araber, als höflich und hilfsbereit. Auch als Frau werde ich hier wahrgenommen, freundlich angeblickt und behandelt, und das nicht nur in den Touristenhotels, sondern auch auf der Straße und in den Geschäften.

 

Jordanien hat es momentan nicht leicht. Mit der Zuspitzung des Syrien-Konflikts, der 2011 als Bürgerkrieg begann, und wegen des folgenden IS-Terrors verließen mehr als vier Millionen Syrer ihr Land, und eine große Zahl dieser Flüchtlinge fand Aufnahme im Nachbarland Jordanien. So wuchs die Einwohnerzahl Ammans von 2,5 auf 4 Millionen an, und das Flüchtlingslager Zaatari im Norden Jordaniens wurde mit seinen etwa 80.000 Bewohnern zur viertgrößten Stadt des Landes.

 

Gleichzeitig ging der Besucherstrom kontinuierlich zurück; man spricht von Einbußen bis zu 70%. Wenn sich beispielsweise vor ein paar Jahren noch 6000 Menschen am Tag in Petra tummelten, so sind es heute gerade einmal 500.   

Das bedeutet natürlich eine wirtschaftliche Katastrophe für Jordanien, denn ein florierender Tourismus ist eine wichtige Devisen-Einnahmequelle für das an Rohstoffen arme Land.

 

Wir - eine Gruppe von sieben Reisenden - ließen uns Ende März 2016 nicht verunsichern, traten unsere Reise nach Jordanien an und wurden bestätigt: in keinem Moment fühlten wir uns in unserer Sicherheit gefährdet. Und wir waren dankbar dafür, die Attraktionen des Landes besichtigen zu können, ohne uns durch die üblichen Heerscharen von anderen Touristen kämpfen zu müssen.

 

 

1. Hauptstadt Amman - Festung Ajloun - antikes Gerasa (Jerash)

 

Amman, morgens um 4.03 Uhr. Ich werde geweckt von einem Muezzin, der eine unglaublich melodische Stimme hat. Der Gebetsruf wirkt wie ein Schlaflied auf mich - und so drehe ich mich noch einmal im Bett herum. Beim Frühstück erfahre ich dann, dass der Muezzin ein kleines Tonstudio besitzt, von dem aus er seinen Gesang zu mehreren Moscheen überspielt. Eine sinnvolle Technik, denn so kann man den begabtesten Sänger den Job ausführen lassen.   

 

Bei der anschließenden Stadtrundfahrt sehen wir eine der modernsten und saubersten Hauptstädte des arabischen Raumes. Die mit hellem Kalkstein verklinkerten Häuser geben der Stadt ein einheitliches Erscheinungsbild, und viele kleine Geschäfte decken mit ihrem Angebot nahezu jeden Kaufwunsch ab.

 

Amman wurde auf sieben Hügeln erbaut, breitete sich aber im Laufe der Zeit so aus, dass es jetzt auf über 20 Hügeln steht. Unterteilt ist es in Stadtteile der Kategorie A, B und C, und nach dieser Einteilung richtet sich die Größe der Grundstücke und der Häuser, die darauf gebaut werden dürfen. In den A-Stadtteilen beispielsweise stehen nur Villen mit großem Grundstück. Aber auch in den Villenvierteln gibt es wegen der Wasserknappheit in Jordanien nur an bestimmten Tagen fließendes Wasser; wer mehr (z. B. zur Garten-Bewässerung) braucht, der muss den Tankwagen kommen lassen.

 

Als Gastgeschenk für unseren Besuch bei den Beduinen hatte ich übrigens deutsche Süßigkeiten wie "Werthers Echte" (Werther's Original) und "nimm 2" in den Koffer gepackt. Dreimal dürft ihr nun raten, was ich im C-Town Supermarket in Amman entdeckte …

 

 

Die 1184 n. Chr. errichtete Festung Ajloun war ein wichtiges Bollwerk zur Verteidigung gegen die Kreuzritter. Heute erinnern nur noch einzelne Burgteile wie Treppen und Galerien an ihren einstigen Glanz.

 

Waren wir bei der Besichtigung der Festung nahezu alleine, so begleiteten uns gleich mehrere Mädchenklassen durch die antike Stadt Gerasa (Jerash), eine der besterhaltenen römischen Provinzstädte der Welt. Schüler bekamen wir an diesem Tag keine zu Gesicht, denn für die Klassenausflüge von Mädchen und Jungen sind in Jordanien verschiedene Wochentage festgelegt.

Auffallend war, dass fast alle Mädchen Kopftuch trugen, dabei ist das Tragen in Jordanien freiwillig. Ich denke, diese Kopftücher sind für die Schülerinnen der teuren Privatschulen primär ein modisches Attribut zu ihren Jeans, den verspiegelten Sonnenbrillen und den Smartphones, die in ständigem Einsatz sind.  

 

Wie schon ihre Vorgängerin, die aus den USA stammende Königin Nūr al-Hussain engagiert sich die in Kuwait geborene jetzige Königin Rania sehr für die gesellschaftlichen, sozialen und medizinischen Belange der Frauen und Kinder, insbesondere für Gleichberechtigung und Bildung. So sind heute schon 60% der jordanischen Studenten weiblich.

2. Totes Meer - Berg Nebo - archäologische Stätte Umm Ar-Rasas

428 m unter dem Meeresspiegel liegt das Tote Meer, ein 600km² großer, abflussloser See, der für seinen hohen Salzgehalt bekannt ist und vom Jordan gespeist wird.

Durch die ständige Wasserentnahme aus dem Jordan zur Versorgung Israels und Jordaniens mit Trinkwasser und zur Bewässerung in der Landwirtschaft, durch die künstliche Verdunstung der kommerziellen Salzgewinnung und wegen des Süßwasserbedarfs von Hunderttausenden von Touristen ist der nördliche Teil des Toten Meeres jedoch von schleichender Austrocknung bedroht. In den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts schrumpfte die Oberfläche des Sees um rund ein Drittel, die Uferlinie zieht sich immer mehr von den ursprünglichen Badeorten und Badestellen zurück, und ein ökologisches Desaster bahnt sich an. Eine Lösungsmöglichkeit wäre ein Kanal vom Roten Meer zum Toten Meer, aber das ist ein ausgesprochen teures und umstrittenes Vorhaben.

 

Jordanien ist eines der wasserärmsten Länder der Erde, und auch sein Grundwasserspiegel sinkt dramatisch ab; seit Ende der 1980er Jahre übersteigt der aus dem Grundwasser gedeckte Wasserverbrauch die Grundwasserneubildung. Experten schätzen, dass in spätestens 30 Jahren die Vorräte verbraucht sein werden. Bis dahin muss eine Lösung gefunden und in Betrieb sein, z. B. die (auch nicht besonders  umweltfreundliche) Meerwasser-Entsalzung.

 

Vom tiefstgelegenen See der Erde geht es auf 808m Höhe zum Berg Nebo, einem der wichtigsten christlichen Pilgerorte in Jordanien. An klaren Tagen bietet sich hier eine großartige Aussicht auf das Jordantal, auf das Tote Meer und nach Israel. Von hier aus soll Moses der biblischen Geschichte nach das Gelobte Land erblickt haben.

 

Umm Ar-Rasas (Kastron Mefa’a)

Wir sind die einzigen Besucher der etwas abseits gelegenen und weitgehend zerstörten antiken Siedlung, die von Römern und später von byzantinischen Christen bewohnt wurde. In der Stephanus-Kirche hinterließen sie das größte Bodenmosaik des Landes. Leider wurden die Darstellungen von Menschen auch hier von Bilderstürmern zerstört, aber noch immer sind 28 Städte Ägyptens, Jordaniens und Palästinas zu sehen und zu identifizieren. Wenn man sich denn etwas mit dem griechischen Alphabet auskennt ... 

 

Kurz hinter Umm Ar-Rasas dann mein persönliches Highlight des Tages: Reiseleiter Hassan [alle Namen geändert] lässt bei einem Feld anhalten, auf dem die Schwarze Iris (Iris nigricans) blüht! Die Nationalblume Jordaniens ist endemisch, hat nur eine kurze Blütezeit und ist zudem in ihrem Bestand gefährdet. So kann ich unser Glück kaum fassen, dass wir diese wunderschöne und seltene Schwertlilie tatsächlich zu Gesicht bekommen.

 

 

3. Straße der Könige: Madaba - Wadi Mujib - Kreuzfahrerburg Kerak

 

Die Straße der Könige, eine 5000 Jahre alte Handelsroute zwischen Amman und Petra, offenbart uns die Schönheit des ländlichen Jordanien. 335 Kilometer ist sie lang und führt vorbei an zahlreichen archäologischen Ausgrabungsstätten, an Kreuzfahrerburgen und großartigen Mosaikböden aus christlich-byzantinischer Zeit, um schließlich in Petra zu enden, der von den Nabatäern aus dem Felsen gehauenen Stadt.

 

In Madaba bewundern wir in der griechisch-orthodoxen St. Georgs-Kirche die berühmte Palästina-Karte. Das Bodenmosaik wurde um 560 n. Chr. aus zwei Millionen Steinen zusammengesetzt und ist die erste erhalten gebliebene,  geografische Darstellung der Region. Im Zentrum erkennen wir Jerusalem mit dem Damaskus-Tor, und drum herum beispielsweise das Nildelta und Fische, die an der Jordanmündung vor dem salzigen Wasser des Toten Meeres umkehren und zurück schwimmen.

 

Nach der Besichtigung eines sozialen Projekts, in dem das Mosaik-Kunsthandwerk weiter gepflegt wird, bietet sich uns zum ersten Mal die Zeit, einige Souvenirs zu erstehen. Kacheln mit Mosaikarbeiten sind sehr beliebt, aber auch Produkte aus dem Toten Meer (Tagespreis: "buy 1 … get 2") und Kufiyas, die berühmten Palästinensertücher. In Jordanien trägt man sie in den traditionellen Farben rot/weiß, aber auch moderne, wunderschön mehrfarbige Varianten sind erhältlich. Die angenähten Schildchen "Made in India" sehen wir erst später.

 

Irgendwann während der Fahrt weiter Richtung Süden befiehlt uns Hassan, die Augen zu schließen und erst wieder aufzumachen, wenn er bis zehn gezählt hat. Brav tun wir wie geheißen - um dann in staunende Aaahs und Wows auszubrechen, denn vor uns liegt der "Grand Canyon Jordaniens", das großartige Wadi Mujib mit seinem Stausee und den umgebenden gewaltigen Bergen.

 

Um die Mittagszeit sitzen wir auf der Terrasse vor dem legendären "Trajan Resthouse" und genießen - umschwirrt von gefühlten Millionen von Fliegen - die Landesküche und eiskaltes Coca Cola. Mein heutiges Highlight ist dabei, ein Rudel von Hirtenhunden zu beobachten, das sich ohne erkennbaren Einfluss des Hirten selbständig um die Herde aus Schafen und Ziegen kümmert, den Weg über die Straße absichert und die neu gefundene Weide gegen eine zweite Herde samt Hirte und Hunden verteidigt. Lautstark und sehr erfolgreich. Brave Hunde, gut gemacht!

 

Zum Ausklang des Tages dann die imposante Kreuzfahrerburg Kerak, die auf einem etwa 1000m hohen Felsvorsprung über dem gleichnamigen Ort thront. Lange war sie eine Ruine, wurde dann aber im Jahr 2008 in großen Teilen renoviert. Original erhalten und damit am interessantesten fanden wir die unterirdischen Bankettsäle, in denen man mit ein bisschen historischen Kenntnissen und Fantasie die alte Zeit wieder auferstehen lassen kann.

 

 

4. Petra, die Felsenstadt der Nabatäer und Al Baida ("Little Petra")

Petra. Höhepunkt einer jeden Jordanienreise und eines meiner Sehnsuchtsziele seit vielen Jahren.

 

Um 500 v. Chr. kamen die Nabatäer in das Tal von Petra. Durch die Kontrolle der Handelswege, die hier zusammenliefen und durch den Handel mit Gewürzen, Weihrauch und Silber wurden sie reich und begannen, ihre Hauptstadt aus dem Sandstein zu meißeln. 

Nachdem die Römer im Jahr 106 die Nabatäer endgültig besiegt hatten, gliederten sie Petra ins Römische Reich ein. Die Stadt verlor immer mehr an Bedeutung und geriet nahezu in Vergessenheit, bis sie der Schweizer Arabienreisende Jean Louis Burckhardt 1812 für Europa neu entdeckte.

In den 1920er Jahren erfolgten erste archäologische Ausgrabungen, wenig später begann auch die touristische Erschließung der Ruinenstätte, und 1985 wurde dieses einzigartige Kulturdenkmal in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

 

Was mich am meisten beeindruckte:

  • die enorme Größe von Petra. Ich bin sicher, man kann sich hier eine Woche und länger aufhalten und entdeckt immer wieder etwas Neues im Tal und auf den umliegenden Bergen.

 

  • die Farben des Sandsteins. Wer glaubt, dieser sei nur rot, der wird in Petra eines Besseren belehrt. Sein Farbspektrum reicht von Rostrot über Beige, Weiß, Grau, Gelb und Schwarz bis hin zu Blau, Purpur und Flieder. Am eindrucksvollsten dokumentiert sich dies an den Königsgräbern, von denen eines nach der feinen Marmorierung seiner Fassade sogar den Namen "Seidengrab" erhielt.                                                     Unbedingt aufsuchen sollte man in Petra auch die "schönste Toilette Jordaniens". Schräg gegenüber dem Theater in den Fels hineingebaut bietet sie großartige Blicke auf bunte Sandsteinwände und -decken.    Und wer die Farben als Souvenir mit nach Hause nehmen möchte, der kann entweder Steine kaufen oder eine der mit buntem Sand kunstvoll befüllten kleinen Flaschen. Diese Sandflaschen kennt man zwar auch aus anderen Ländern, aber nur hier in Petra ist der Sand original und nicht gefärbt.

 

  • die Beduinen vom Stamm der B'doul. Die kleinen Mädchen, die am Straßenrand Steine und Postkarten zum Kauf anbieten oder sich um die Esel der Familie kümmern, die junge Najwa, die versucht, ihren Schmuck an die wenigen noch verbliebenen Touristen zu verkaufen, um sich und ihre 5 Kinder durchzubringen, der freundliche Gewürz- und Räucherwerkverkäufer, der so interessant über seine Waren plaudern kann - und nicht zuletzt die vielen jungen Männer. Mit ihren dunklen, Khol-umrandeten Augen unter der Kufiya, mit langen Haaren und schwarzen Bärten wildverwegen und abenteuerlich aussehend reiten sie auf flinken, kleinen Pferden oder geschmückten Dromedaren vorbei - immer auf der Suche nach Kundschaft, dabei unaufdringlich und freundlich, aber stolz. Selten habe ich Menschen erlebt, die - wenn man das so ausdrücken darf - so perfekt in eine Landschaft passten wie die B'doul hier in Petra.

 

 

Eigentlich wäre es sinnvoller gewesen, den ehemaligen Karawanenrastplatz

Al Baida im Siq al-Barid zuerst zu besichtigen, denn er kann als Vorort von Petra betrachtet werden. Diese Reihenfolge erlaubt jedoch die Eintrittskarte nicht, die man nur in Petra kaufen kann.

In Klein-Petra interessierte das allerdings niemanden; außer einer jordanischen Familie waren wir die einzigen Besucher und konnten die Schlucht mit ihren  zahlreichen Höhlen, Fassaden und Treppen besichtigen, ohne ein Ticket vorweisen zu müssen.

Woran natürlich auch unser Hassan nicht ganz unbeteiligt war; von den 10 Millionen Einwohnern Jordaniens kennen ihn schätzungsweise 9 Millionen und vertrauen ihm.

 

Eine Eintrittskarte für Petra und Little Petra gibt es nur gegen Vorlage des Reisepasses; sie wird personalisiert und ist damit nicht übertragbar. Das Ticket kostet umgerechnet 68 Euro und ist zwei Tage lang gültig.

5. Von der Wüste ans Meer: Wadi Rum und Aqaba am Roten Meer

 

"Weitläufig, einsam und gottähnlich", so beschrieb Lawrence von Arabien das Wadi Rum. In der Tat ist das Naturreservat einer der unwirklichsten Orte Jordaniens, eine Landschaft aus rotem Sand und bis zu 1750 Meter hohen Bergen aus Sandstein und Granit, mit zerklüfteten Schluchten und Kratern. Kein Wunder, dass 2015 hier "Der Marsianer" gedreht wurde, ein Film über einen auf dem Mars gestrandeten Astronauten. 2011 ernannte die UNESCO die Region zum Weltnaturerbe.

 

Der große Parkplatz und das Camp am Rande des Wadi Rum zeugen davon, dass es hier bis vor einigen Jahren noch eine Art Massentourismus gab, doch auch hier sind die Besucher - meist junge Individualreisende und Backpacker - überschaubar geworden.

 

Wir bewundern uralte Felsbilder und thamudische Inschriften im Khazali Canyon, klettern auf eine Sanddüne und lassen uns von Aamir in seinem alten Jeep durch die Wüste kutschieren. Heute sieht sie besonders mystisch aus, denn ein Sandsturm hat die ganze Landschaft zu einem fast monochromen Bild aufgemischt.

 

Aamir lädt uns auf einen Tee in sein Zelt ein, und während wir das aromatische, kochend heiße und übersüße Getränk schlürfen, erzählt er über sich und sein Leben. Aamir mit seinen 24 Jahren ist nach dem Tod seines Vaters das Oberhaupt der Familie, die aus seiner Mutter besteht, seinem jüngeren Bruder und zwei Schwestern. Er arbeitet als Jeepfahrer im Wadi Rum, hat vor kurzem erst geheiratet und wohnt mit seiner Frau in der Stadt. Sein Zelt steht wie so viele andere hier oft leer.

Dabei versucht die Regierung alles, die Landflucht zu verhindern. So bekommen die Beduinen, die nicht in die Stadt ziehen, staatliche Beihilfen wie beispielsweise Lebensmittelkarten, mit denen sie die Grundnahrungsmittel (Mehl, Öl, Reis …) preiswert einkaufen können.

 

Das Abendessen nehmen wir in einem Restaurantzelt des "Captain's Desert Camp Hotels" ein, einer riesigen Anlage. Wir sind angemeldet, und hauptsächlich für unsere kleine Gruppe hat man den Grill angeworfen und ein Buffet angerichtet.

 

Mit uns sind es insgesamt etwa ein Dutzend Gäste, die in einer Ecke des Zeltes beisammensitzen, und nur die schummerige Beleuchtung täuscht etwas über die vielen leeren Nebentische hinweg. Das riesige, gemütlich eingerichtete Zelt war in besseren Zeiten garantiert voll mit Leuten, mit Lachen und Lärm und durchzogen von den Gerüchen köstlicher Speisen. "Bonjour, tristesse!" geht mir durch den Kopf. Und daran kann leider auch der einsame Musiker nichts ändern, der auf einem Podest in der Mitte des Zeltes sitzt, auf seiner Kurzhalslaute, der Oud, herumzupft und versucht, ein wenig Lokalkolorit zu vermitteln.

 

Aber die Angestellten sind freundlich, die Stimmung in unserer kleinen Truppe wie immer hervorragend und das Essen gut. Ich als Vegetarierin schlage bei den Vorspeisen ("Mezzah") doppelt zu und genieße die Köstlichkeiten wie Hummus und Falafel, Ful, Joghurt, Oliven, eingelegtes Gemüse, Taboulé und Baba Ghanoush mit Unmengen von frisch zubereitetem, warmen Fladenbrot. Ich werde es vermissen.

 

here's one I had earlier :-)

 

 

Wir lassen unseren Urlaub in einem netten Hotel in Aqaba ausklingen, nehmen ein Bad im Roten Meer, testen das 10%ige "Petra"-Bier und gehen ausgiebig shoppen.

Aqaba, die einzige Stadt Jordaniens, die Zugang zum Meer hat, wurde 2001 zur Freihandelszone erklärt. So erstaunt es dann auch nicht, dass man hier ganze Heerscharen von Jordaniern beim Shoppen beobachten kann. In diesem überdimensionalen Duty-Free-Shop gibt es Zigaretten und Alkohol, elektronische Geräte, Gewürze und Kaffee zu günstigen Preisen. Besonders beliebt sind Decken und andere Heimtextilien.

Natürlich gibt es auch hier Zollgesetze, die eingehalten werden müssen und überwacht werden. So  dürfen beispielsweise Waren nur bis zu einem Wert von 200 JD (knapp 250 Euro) zollfrei ausgeführt werden ... eine Summe, die wir nicht einmal ansatzweise erreichten, obwohl wir uns große Mühe gaben.

 

 

"Ahlan wa-sahlan", diese drei Worte bedeuten genauer übersetzt: "Als Angehörige (und nicht als Fremde) seid ihr gekommen und leicht sollt ihr es haben."

Leicht haben es uns Jordanien und seine freundlichen Bewohner in der Tat gemacht. Wir haben die Tage im Land der schwarzen Iris genossen, und ich kann Unentschlossenen nur raten: macht euch kundig über die Lage im Land, aber lasst euch nicht verunsichern und fliegt hin; ihr werdet es bestimmt nicht bereuen!  

 

Ich hoffe, mein Bericht aus Jordanien hat euch gefallen. Ganz bewusst habe ich dabei Informationen bevorzugt, die nicht in jedem Reiseführer nachzulesen sind. Bei weiteren Fragen zum Land könnt ihr mich gerne über "KONTAKT" (s. linke Spalte) anschreiben.

 

Kommentare

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  • Ingeborg (Montag, 09. Mai 2016 18:28)

    Liebe Beate,
    vielen Dank für den schönen Reisebericht. Vor allem auch zu einer Zeit, da überall die Angst geschürt wird, solche Länder zu bereisen. Das finde ich ermutigend, wenn Du sagst, dass Du Dich dort
    sicher gefühlt hast. Ich muss gestehen, dass mich die Nachrichten der letzten Zeit doch auch etwas verunsichert haben, hinsichtlich des Reisens. Wie gefährlich ist es wirklich? Wie kann man Gefahren
    einschätzen? Wer gibt ehrliche Auskünfte? Da ist es dann schon toll, jemanden zu kennen und zu wissen, diese Person schreibt keine Unwahrheiten, vor dem Hintergrund irgendwelcher kommerziellen oder
    politischen Interessen. Von daher nochmals vielen Dank und auch für die Einblicke in das Land. Wusste bis dato auch nicht, das es schwarze Iris gibt. Interessant.
    Viele herzliche Grüße, auch an John und Deine wilden Tiere
    Ingeborg

  • Zypresse (Samstag, 23. April 2016 00:03)

    Bei mir hat es etwas länger gedauert, bis ich zum Lesen kam (Du weißt, warum...) - aber nun hat mich Dein Bericht gefesselt. Eine warmherzige, lebendige Schilderung eines eindrucksvollen Reisezieles
    hast Du (wieder einmal) geschrieben. Dafür ein herzliche Danke.
    Meine Highlights: schwarze Iris, Petra und die Menschen.

  • "Blula" (Samstag, 16. April 2016 20:05)

    Liebe Beate!
    Dieser detailierte und so wundervoll formulierte Reisebericht von Dir hat mich begeistert. Du hast es auch hier wieder verstanden, Deinen Lesern ein Land mit seinen Highlights, seinen Farben, seiner
    Natur, Kultur und seinen Traditionen näherzubringen. Du hast es uns mit Deinen Augen sehen und erleben lassen.
    Und da ich doch auch hoffentlich irgendwann noch mal nach Jordanien komme werde, das Land steht jedenfalls auf meiner to-do-Liste ziemlich obenan, war dieses virtuelle Mitreisendürfen in diesem Fall
    natürlich auch ganz besonders interessant für mich.
    Ich sage auch deshalb herzlich DANKE dafür.
    LG Ursula

  • Heike (Samstag, 16. April 2016 09:44)

    Liebe Beate,
    jetzt war auch ich endlich in diesem interessanten Land.
    Bei 2 Kaffee habe ich diese Reise sehr genossen. Ich denke für mich wären die Farbvielfalt der Steine und die schwarze Iris meine persönlichen Fotohöhepunkte gewesen...und ich wollte immer zuerst
    Petra sehen...
    Vielen Dank und
    liebe Grüße Heike

  • grenzenlos (Donnerstag, 14. April 2016 20:50)

    Hallo Beate,
    ich/wir selbst waren während unserer Weltradeltour in Jordanien unterwegs. Natürlich haben wir da einige Wege Deiner Reise beradelt. Was ich mir da aber hätte wünschen sollen? Warum ist mir keine
    Reiseleiterin, Namens Beate, übers Rad gestolpert, dies wäre nämlich der absolute Reiseleiter- Glücksfall gewesen. So kann ich nur zum wirklich interessanten Bericht gratulieren. Wer so mit Herz und
    Verstand über ein Land schreibt, muss eine längst vergangene Selenverbindung zu Arabien haben, vermute ich zumindest.
    LG, Wi grenzenlos

  • Guido (Mittwoch, 13. April 2016 16:07)

    Hallo Beate, wie immer ein toller Reisebericht von einer sehr spannenden und interessanten Reise.
    LG Guido

  • Anita und Dieter (Mittwoch, 13. April 2016 15:56)

    Hallo Beate,
    endlich habe ich Ruhe und Zeit, mich mit Deinem ausführlichen und recht informativen Jordanien-Bericht zu befassen. Dank Deiner detailreichen, lebendigen und auch humorvollen Schreibweise kann man
    Deine Reise im Geiste nachvollziehen. Das meiste - was Jordanien betrifft - war mir (leider) unbekannt. So z.B. die schwarze Iris, die Ihr zu sehen bekommen habt. Aber auch Deine Ausführungen über
    Petra haben mich begeistert. Ob wir nun auch einmal eine Reise in dieses Land unternehmen, wird wohl sehr von der kommenden politischen Entwicklung abhängen. Nichtsdestotrotz: Unsere Neugier auf
    dieses Land hast Du geweckt!
    Liebe Grüße
    Anita (und Dieter)

    PS: Der Kuba-Bericht ist in Arbeit, es wird wohl noch etwas bis zur Fertigstellung dauern.

  • Jutta (Mittwoch, 13. April 2016 13:47)

    Hallo liebe Beate,
    wie immer ein sehr eindrucksvoller und tiefgehender Bericht. Ich konnte die Düfte des Orients förmlich riechen, den Sand spüren.
    Klasse Bilder, die einmal mehr sehr einfühlsam aufzeigen wie Jordanien wirklich ist. Danke!
    Mai alslama und sukran
    Jutta
    PS: pinkfarbene Eiswaffeln, da muss ich hin :-))

  • Anne Dorothee (Dienstag, 12. April 2016 19:35)

    Auch wenn das Auswärtige Amt für Jordanien von einer "allgemeinen Gefährdung durch Terroranschläge und Sicherheitsgefährdung" spricht, so hast du dich davon nicht davon abhalten lassen, das Land mit
    Offenheit und großer Neugierde bereist und intensiv auf dich wirken lassen. Vor dem Lesen Deines Berichts hätte ich behauptet, dass Petra mein persönliches Highlight sein würde, aber ich stelle fest,
    dass andere Stellen nicht weniger faszinieren oder auch nachdenklich machen.

    LG Anne Dorothee, begeistert von der Farbenvielfalt des Sandsteins

  • ildiko (Dienstag, 12. April 2016 08:53)

    Liebe Beate,
    schon deinen kurzen messages von unterwegs war zu entnehmen, dass Jordanien ein Land ist, das dich berührt.
    Nachdem ich nun endlich Zeit hatte, deinen Bericht mit der notwendigen Muße zu lesen, sehe ich das bestätigt.
    Unter den vielen spannenden Highlights wäre die Schwarze Iris sicher auch mein persönlicher Glücksmoment gewesen ;-))
    LG Ildiko

  • Christina /agezr (Sonntag, 10. April 2016 10:24)

    Danke für diesen umfassenden Bericht - Du folgst damit fast genau der Route die wir 2009 gefahren sind. Abgesehen von den Touristen, die nun merklich weniger geworden sind, scheint die Zeit hier
    stehen geblieben zu sein. Und für jedes Deine Bilder würde ich gerne ***** Punkte geben!
    Liebe Grüße

  • Doris (Samstag, 09. April 2016 14:00)

    Der Bericht ist klasse. Alles drin, alles dran!

  • 1001-Nacht-Täumerin (Samstag, 09. April 2016 10:33)

    Liebe Beate,oder besser: liebe Geschichtenerzählerin .....dieser Reisebericht ist dir besonders gut gelungen!
    Ich habe alles wißbegierig aufgesaugt..und richtig Lust bekommen, das Land zu erkunden. Leider bin ich nicht für Gruppenreisen zu begeistern..und zuzweit im Mietwagen? Geht das? Hast du Reisende
    getroffen, die so unterwegs waren?
    Wie dem auch sei: dein Bericht macht neugierig und die Fotos runden das Erzählte sehr eindrucksvoll ab. 1001 Nacht..diese ewige Suche nach einer traumhaften Variante davon...Jordanien scheint ihr
    näher zu kommen, als manch anderes arabische Land! Trotz aller Probleme bewahren die Menschen Stolz,Kultur und Traditionen.
    Liebe Grüße
    Tina
    P.S.: Sehe ich das richtig,..dass bei den Barbiepuppen eine Conchita-Wurst-Variante dabei ist ???? Genial :-)

  • Anni (Samstag, 09. April 2016 10:31)

    Ganz tolle Sache! Wundervolle Jordanienreise! Aber um wirklich alles aufzunehmen, benötige ich mehr Zeit, die ich mir aber nehmen werde!LG Anni

  • tina (Freitag, 08. April 2016 21:55)

    ...gerade entdeckt...kurz überflogen....um dann morgen
    genüsslich alles zu lesen und zu schauen...ich freu mich drauf :-))
    mehr später