Über Musik zu reden

ist wie über Architektur zu tanzen.

Frank Zappa (1940 - 1993)


1. Musik in AUSTRALIEN: Geoffrey Gurrumul Yunupingu

Uluru

Einer der neueren Stars am Musikhimmel ist Geoffrey Gurrumul Yunupingu. Der Ureinwohner Australiens vom Stamm der Yolngu schreibt und singt in seiner Muttersprache Lieder über die Kultur seines Volkes - und die Welt liegt ihm zu Füßen.

 

Mit seiner sanften Stimme verzaubert der von Geburt an blinde Musiker ganze Säle und bringt Menschen zum Weinen; Elton John und Sting gehören zu seinen größten Bewunderern.

Gurrumuls erstes Soloalbum erreichte 2008 Platz 3 der australischen Album-Charts, und er brachte als erster Aboriginal-Künstler eine breite Öffentlichkeit seines Landes dazu, seine Beziehung zu der indigenen Bevölkerung neu zu überdenken.

 

Im Sommer 2009 stand das Album „Gurrumul“ in Deutschland auf Platz 15 der Charts, direkt hinter Michael Jackson. Und die Zeitschrift „Stern“ bezeichnete den Stil von Gurrumul als „meditativ dahinfließender Mix aus Ethno-Sound und europäischer Songwriter-Tradition im Erbe von Cat Stevens“. Besser kann man das nicht ausdrücken!

 

Mir persönlich ist Gurrumuls Musik zu sanft und schon zu sehr „Mainstream“. Mir fehlen die traditionellen Instrumente wie Clapsticks und Didgeridoo. Vielleicht auch wenigstens der Versuch einer politischen Aussage. 

 

Das war früher anders: Gurrumul war Mitglied in der 1986 von seinem Onkel Mandawuy gegründeten Gruppe „Yothu Yindi“. Die Band bestand aus einer Gruppe junger Musiker aus Arnhemland im Northern Territory, verstärkt durch Australier europäischen Ursprungs.

Der damals 16jährige Gurrumul, der sich das Spielen verschiedener Instrumente selbst beigebracht hat, spielte Gitarre und glänzte am Keyboard.

 

Ihren Durchbruch hatte die Band im Jahr 1992 mit dem Album „Tribal Voice“, in dem sich die Musikstile, die Instrumente und die Sprachen mischen. Die jungen Musiker spielten mit der Unbefangenheit derer, die in ihrer Kultur fest verwurzelt, aber trotzdem neugierig auf Fremdes sind. Da erklingen traditionelle Melodien neben moderner Pop- und Rockmusik. Und im Titelsong ist zu hören:

 

„So you better set up and fight for your rights. Don’t be afraid of the move you make – you better listen to your tribal voice!”

 



Yothu Yindi: Tribal Voice