Wer das Wasser scheut, gelangt nicht zu den Inseln.

Russisches Sprichwort

 

Biosphärenreservat Lanzarote. Geschichten und Bilder

 

Nur 62 Kilometer lang und 21 Kilometer breit liegt die nordöstlichste der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean; Koordinaten: 29° 3′ N, 13° 37′  W.

"Ein steinernes Floß, das sich von Spanien losgerissen hat" ist Lanzarote für den mexikanischen Schriftsteller Carlos Fuentes, und "ein Insel gewordenes Stück Afrika" nannte sie der surrealistische Autor Agustín Espinosa García, denn die marokkanische Küste ist nur 115 km entfernt.

 

Etwa hundert Vulkane mit mehr als dreihundert Kratern prägen das Gesicht Lanzarotes, das auf ein Alter von ca. 20 Millionen Jahren geschätzt wird, und das die UNESCO im Jahr 1993 als erste vollständige Insel zum "Weltschutzgebiet der Biosphäre" erklärte.

 

Aber Lanzarote hat mehr als nur ausgedehnte Lavafelder zu bieten, und so begeben wir uns auf eine Reise kreuz und quer über die Insel und werfen einen Blick auf ihre verschiedenen Landformen.

 

Am Straßenrand

Lanzarote ist fast völlig wasserlos, und auf den ersten Blick macht die Insel den Eindruck einer unfruchtbaren und öden Lavawüste. Doch dieser Eindruck täuscht, denn überall regt sich pflanzliches Leben: farbige Flechten und leuchtend grüne Euphorbien überziehen die Lavafelder, und an den Hängen wachsen Sukkulenten.

Nachdem die spärlichen winterlichen Regenfälle einen ersten grünen Flaum auf die Berge gezaubert haben, explodiert die Natur im Frühling dann förmlich. An den kahlen Rebstöcken entfalten sich erste Weinblätter, die gelben Dolden des Lanzarote-Rutenkrauts schießen in die Höhe, und den Besucher erwartet ein Blütenmeer.

El Jable

Etwa 40 km² groß ist die Ebene El Jable, die sich zur Bucht von Famara hin erstreckt. Die trockene Halbwüste gehört auch heute noch zu den weniger vom Menschen beeinflussten Teilen Lanzarotes: der Wind vom Atlantik bläst ungehemmt in sie hinein, hält die Dünen in Bewegung und überzieht die Straßen mit Sand. Ein Sand, der nicht aus Afrika kommt, sondern direkt aus dem Meer. Es handelt sich um die von Wellen und Brandung zerschlagenen Kalkgehäuse von Abermillionen ehemals auf dem Felssockel der Insel lebenden Schnecken, Muscheln und Krebsen. Bei starkem Wind tut er weh im Gesicht, habe ich gelesen - und bekomme dies auch gleich bei unserem ersten Besuch bestätigt.

 

Früher wurde in El Jable vor allem Salzkraut zur Sodagewinnung angebaut, und auch heute noch wird hier die Dünensandkultur, eine Art Trockenfeldanbau, betrieben. Man baut Kartoffeln an, Kürbisse und Getreide und betreibt Ziegenbeweidung. In El Jable sind Heuschrecken und Geckos zu finden, Schnecken und mehrere Vogelarten. Und auch hier in der Halbwüste blühen im Frühling weiße Hundskamillen, gelber Hornklee und die Kristall-Mittagsblume um die Wette, und selbst der stachelige Dornlattich treibt kleine, gelbe Blüten.

Kakteenfelder

Zwischen den Orten Guatiza und Mala erstrecken sich große Kakteenfelder. Die hier wachsenden Feigenkakteen (Opuntien) sehen teilweise recht ungesund aus mit ihren grau-weißen Flecken. Bei näherem Hinsehen erkennt man jedoch, dass es sich dabei um Gespinste handelt, genauer: um die abgestreiften Häute von Insektenlarven. Die bis zu 5mm großen Larven der Cochenille-Schildlaus, bereits um 1830 wie auch die Opuntien selbst aus Mexiko eingeführt, wurden gesammelt, an der Sonne getrocknet und in Mörsern zu feinem Pulver zerstampft, um den damals hoch begehrten und teuer bezahlten Farbstoff Karmin zu gewinnen.    

 

Lanzarote wurde von einem wahren Cochenille-Fieber erfasst, Bäume und Sträucher wurden abgeholzt und ganze Quadratkilometer mit den Feigenkakteen bepflanzt. Aber Monokultur ist nie gut, und der Schock für die Lanzaroteños kam dann auch schon nach einigen Jahren: die deutsche BASF entwickelte die synthetischen Anilinfarben, die deutlich preiswerter waren als der aus der arbeitsintensiven Läusezucht gewonnene Farbstoff. Die Wirtschaft auf Lanzarote brach zusammen, die Bauern waren ruiniert und hohe Arbeitslosigkeit und Auswanderung die Folge.

Nur in den Opuntienplantagen im Gebiet von Guatiza und Mala werden heute noch die Läuse gezüchtet, deren Naturfarbstoff auch weiterhin gebraucht wird für die Herstellung von Süßigkeiten, von Lippenstift und Campari. Und wer sich jetzt ekelt: Inhaltsstoffe auf dem Etikett ansehen! Cochenille ist als Lebensmittelfarbstoff zugelassen und trägt die Nummer E 120.

 

Der einheimische Künstler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer César Manrique (1919–1992), der das heutige Bild Lanzarotes entscheidend mitgeprägt hat, setzte dem einst für seine Insel so wichtigen Kaktus mit dem Kakteengarten bei Guatiza ein Denkmal.

Dieser Jardín de Cactus wurde in einer stillgelegten Picóngrube angelegt, in der Lapilligestein für den Trockenfeldanbau abgebaut wurde. Über 1400 Kakteenarten aus aller Welt sind hier zu finden, alle fein säuberlich mit ihrem wissenschaftlichen Namen und dem Herkunftsland markiert.

La Geria

Das berühmte Weinbaugebiet Lanzarotes liegt in den Hügeln oberhalb von Puerto del Carmen. Vom Monumento al Campesino (einem weiteren Kunstwerk Manriques) aus führt eine 15 km lange, schmale Straße bis Uga quer durch eine ungewöhnliche, faszinierende Kulturlandschaft.

Auf dicken, schwarzen, "Picón" genannten Lapillischichten, die sich auch die Hänge hinaufziehen, stehen -zigtausende von Weinstöcken. Vor allem die Malvasia-Traube wird hier angebaut, und das Besondere daran: jeder einzelne Weinstock ist zum Schutz gegen die austrocknenden Passatwinde von einer halbkreisförmigen Mauer umgeben, die zusammen ein faszinierendes Muster und großartiges Gesamtkunstwerk ergeben.

Geschaffen wurde diese "Ingenieurskunst ohne Ingenieur" in mühevoller Arbeit von Generationen von Weinbauern, die hier das System des Trockenfeldbaus entwickelten. Dabei nutzten sie die Erkenntnis, dass das schwarze Lockergestein Picón auf Grund seiner Porosität in der Lage ist, Feuchtigkeit (z. B. aus dem nächtlichen Tau) zu speichern.

 

Unmittelbar an der Straße durchs Weinbaugebiet oder ganz in der Nähe liegen auch etwa ein Dutzend Bodegas, in denen man einkaufen und Wein verkosten kann. Die einzige Gelegenheit, bei der wir als Individualreisende und mit einem Mietwagen unterwegs die Busladungen voller Touristen beneideten, denn die Promillegrenze liegt auch auf Lanzarote bei 0,5 ...  

Landwirtschaft

Den Feldbau auf Lanzarote kann man wohl als eine vom Aussterben bedrohte Tätigkeit betrachten. Schon seit längerer Zeit liegen immer mehr Felder brach oder werden nur noch von Teilzeit-Bauern oder den Alten bestellt, da die Arbeitskräfte abwanderten, um im Tourismus leichteres Geld zu verdienen. Aber wie bei allen Monokulturen (wir erinnern uns an die Läuse!) birgt auch der Tourismus seine Gefahren. Der Einbruch der Urlauberzahlen seit 2006 und die folgende Finanz- und Schuldenkrise Spaniens traf die Kanaren schwer. Die Arbeitslosigkeit schnellte auf unglaubliche 33% hoch, und mehr als 70% der Jugendlichen sind ohne Beschäftigung und ohne Perspektive.

Lediglich die genügsamen Dromedare, die früher den Pflug zogen, Gofio-Mühlen drehten oder Salzsäcke transportierten und jetzt Touristen aus aller Welt auf einem festgelegten, 15 Minuten dauernden Rundkurs durch die Berge von Timanfaya schaukeln, scheinen nach wie vor einen relativ gesicherten Arbeitsplatz zu haben.

 

Zurück zur Landwirtschaft: neben dem noch immer boomenden Anbau von Wein werden Zwiebeln kultiviert, Süßkartoffeln, Kartoffeln und Kohl. Neuerdings wird auf einigen Plantagen auch Aloe Vera gezüchtet und zu Seife und Lotionen verarbeitet.

 

Viehzucht wird nur in kleinem Maßstab betrieben. Lediglich die Ziegenhaltung erlebt zurzeit einen kleinen Aufschwung wegen der gestiegenen Nachfrage nach dem wirklich leckeren Ziegenkäse. Damit ist dieser eines der wenigen Produkte, die noch auf der Insel hergestellt werden. Der Käse kann auch ohne Kühlschrank bis zu einem Jahr und länger aufbewahrt werden. Um Schädlings- und Pilzbefall zu vermeiden, werden die runden Laibe oft mit pimentón bestrichen, einer rostbraunen Paste aus Olivenöl und Paprikapulver. In Tapas-Bars kann man den (als Vorspeise angebotenen) "queso blanco" mit Oliven und Brot ordern; oftmals das einzig Essbare für Vegetarier, die nicht gleich ein Restaurant aufsuchen wollen.

Malpaís de la Corona

Vor etwa 3000 Jahren explodierte der Monte Corona im Norden Lanzarotes, und riesige Mengen Lava flossen Richtung Ostküste und bildeten das Malpaís. Malpaís bedeutet "schlechtes Land", denn das Gebiet ist eine Wüste aus scharfkantigen, ineinander verkeilten Lavabrocken, optisch durchbrochen vom leuchtenden Grün zahlloser Euphorbien.

Auf der Asphaltpiste unterwegs nach Norden tauchen im Klippengewirr der Einöde kurz vor Órzola überraschenderweise die Caletones auf. Die weißen Dünenstrände in Sichtweite zur Straße bilden zusammen mit der tiefschwarzen Lava, den Frühlingsblümchen und dem hellblauen bis türkisfarbenen Wasser im Hintergrund ein Bild grandioser Schönheit, und ich bedaure zum wiederholten Mal, dass ich kein Künstler bin. Ein selbstgemaltes Aquarell von dieser Landschaft wäre genau das Richtige für die heimischen Wände!

 

Verursacht durch die Lavaströme des Monte Corona entstand auch der mit 7 Kilometern längste bekannte Lavatunnel der Welt. Ein Teilstück davon, die Cueva de los Verdes, kann man besichtigen.

 

Wir ziehen jedoch Jameos del Agua vor, ein an mehreren Stellen eingestürzter Lavatunnel, der von César Manrique 1968 zu einem Gesamtkunstwerk gestaltet wurde. Mit seinem dunklen Salzsee und der subtropischen Pflanzenwelt, mit einem eleganten Pool, einer großartigen Konzerthöhle und verschiedenen Ausstellungen ist Jameos del Agua für mich Manriques schönstes Werk.

 

Wir haben das Glück, in der Vorsaison hier zu sein und ganz früh - ehe unzählige Besucher die meditative Stimmung stören können. Wir steigen hinab zum Höhlensee, sitzen auf einer Bank und lassen die einmalige Atmosphäre, die ihn umgibt, auf uns wirken. Die Handvoll anwesender Besucher scheint wie wir den Atem anzuhalten und nur zu staunen. Unter leisen, sphärenhaften Musikklängen gehen wir auf einem schmalen Pfad am See entlang und spüren intensiv die tiefe Ruhe, die über der Grotte und dem Märchensee liegt.

Über Stufen geht es dann wieder hinauf zum Jameo Grande, dem zweiten Einbruch des Lavatunnels – und wir erleben einen völligen Kontrast zum bisher Gesehenen und Erlebten: in der vollen Sonne Lanzarotes liegt hier ein strahlend türkisfarbener Pool, umgeben von weiß gekalkten Wegen, von schlanken Palmen, von Kakteen und üppig blühenden Pflanzen … ein Stück Karibik in einem ehemals tristen Lavaloch.

 

Abschied von der Anlage nehmen wir im Auditorium. Der in schlichten, klaren Linien gehaltene Konzertsaal ist in eine schräg nach unten abfallende Höhle hineingebaut, fasst etwa 700 Personen und hat eine großartige Akustik. Und wieder einmal sitzen wir auf einer Bank und lassen uns von Klängen verzaubern. Und vor meinem geistigen Auge entfaltet sich eine farbenprächtige, zauberhafte Aufführung …

Nationalpark Timanfaya

"Am 1. September 1730, zwischen neun und zehn Uhr abends, brach bei Timanfaya, zwei Wegstunden von Yaiza entfernt, mit einem Mal die Erde auf. In der ersten Nacht erhob sich ein riesenhafter Berg aus dem Schoss der Erde, und aus dessen Gipfel schlugen Flammen hoch, die neunzehn Tage unaufhörlich brannten. Wenige Tage danach öffnete sich ein neuer Schlund, und ein Lavastrom ergoss sich über Timanfaya, Rodeo und einen Teil der Mancha Blanca …"

 

So beginnt der Bericht von Don Andrés Lorenzo Curbelo, dem damaligen Pfarrer von Yaiza. Er war Augenzeuge der Vulkanausbrüche, die sechs Jahre lang andauern und das Gesicht Lanzarotes komplett verändern sollten. Eine bizarre Wüste aus Vulkankegeln, aus riesigen Aschefeldern und erstarrter Lava bedeckt seitdem fast ein Viertel der Insel und ist mit 167 km² das größte Lavafeld der Erde.

 

Die etwa 30 im Mittelpunkt der Vulkanregion entstandenen Vulkankegel, die Montañas del Fuego (Feuerberge) mit ihrer beeindruckenden Farbenvielfalt von rostrot bis schwarz wurden 1974 zum Nationalpark erklärt.

Eine 51km² große, faszinierende Mondlandschaft, die nur in einzelnen, genau festgelegten Bereichen besucht werden darf. Nur auf den asphaltierten Straßen darf man fahren (und nicht aussteigen!), wobei Endpunkt das Besucherzentrum Islote de Hilario ist.

Von hier aus geht es per Rundfahrtbus weiter auf der schmalen, kurvenreichen Ruta de los Volcanes, mit erklärenden Durchsagen und passender klassischer Musik zweifellos der beeindruckende Höhepunkt der Nationalpark-Besichtigung. Noch Tage nach der Tour höre ich das monumentale Prelude des "Also sprach Zarathustra" von Richard Strauss, und mein Kopfkino zeigt mir einen rotglühenden, gewaltigen Vulkanausbruch …

Orte

Tiefblauer Himmel, weiß gekalkte Häuser, Palmen im Wind. Oder ein weißes Kirchlein in der Mittagssonne, schwarze Lapilli, roter Hibiskus ... es gibt sie noch, die schönen Dörfer und Plätze auf der Insel.

 

Bereits Anfang der 1970er Jahre, als andere Inseln Betonorgien feierten und ihre Küsten mit Hochhäusern zupflasterten, war es César Manrique, der sich sehr konsequent der traditionellen Bauweise zuwandte und beispielsweise Ferienanlagen entwarf, die nicht höher als drei oder vier Stockwerke waren, und der zudem erreichte, dass alle großen Reklametafeln von der Insel verbannt wurden.

 

Auch über 20 Jahre nach seinem Tod wirkt Manriques Geist noch sichtbar weiter, und trotzdem sind wir geschockt, als wir aus unserem ruhigen Punta des Mujeres im Norden der Insel in den Ferienort Puerto del Carmen kommen: selbst in der Vorsaison gefühlte Millionen von Touristen, alle trotz des kühlen Windes in Shorts und meist zu zweit unterwegs, hingebungsvoll damit beschäftigt, in Flip Flops die lange Promenade abzuschlurfen, zu shoppen und zu fotografieren. Die ganz Kernigen liegen schon am Strand oder kippen vor einem der zahlreichen Restaurants die ersten Biere in sich hinein. Morgens um zehn in ihrem Urlaubsparadies.

 

Wir verlassen es bereits nach einer Stunde, um uns die Papagayo-Strände (schon lange kein Geheimtipp mehr!) bei Playa Blanca anzusehen, und um uns später im "Casa Emiliano" im winzigen Dörfchen Femés ein köstliches Mittagessen zu gönnen: "papas arrugadas" (kleine Kartoffeln in der Schale, mit einer dünnen Salzkruste versehen) mit hausgemachten mojo-Saucen, dazu kleine, grüne Paprika, kanarischen Linsen-Eintopf sowie eine perfekte Tortilla Española. Und einen wunderbaren Rosado. Mittags um zwei in unserem Urlaubsparadies.

Risco de Famara

"Klippe der Famara", so heißt der gewaltige Bergzug im Norden Lanzarotes, der zu den ältesten Teilen der Insel gehört, und der mit dem Peñas del Chache (670m) den höchsten Teil der Insel darstellt.

Über einen Steilhang fällt er auf seiner Westseite streckenweise fast senkrecht ins Meer ab, was atemberaubende Blicke ermöglicht. Der Aussichtspunkt Mirador del Río, eines der ersten Werke Manriques, klammert sich in 480 Metern Höhe wie ein Adlerhorst in den Felshang. Die riesigen Fenster der Cafeteria, Panoramaterrasse und Dach bieten fantastische Ausblicke auf die Meerenge "El Río" und den großartigen Strand, auf stillgelegte Salinen und die unter Naturschutz stehende Insel La Graciosa.

 

Die Höhe des Famaragebirges hat eine große ökologische Bedeutung, denn nur hier lässt sich den nebligen Passatwolken Niederschlag entlocken. Schon immer profitierte die Vegetation davon, aber den relativen Wasserreichtum machte sich auch der Mensch schon früh zunutze. Über mehrere, hundert Meter in den Berg getriebene Stollen sammelte er Wasser im Gestein und leitete es ab; fast ein Viertel des Wasserbedarfs der Insel konnte noch in den 1950er und 1960er Jahren mit Hilfe dieser Stollen gedeckt werden. Heute ist nur noch ein Stollen in Betrieb, der nur einen verschwindend geringen Bruchteil des Wassers liefert, das auf der Insel verbraucht wird.

Salinen

Auf den wochen- und monatelangen Fahrten durch den Atlantik brauchte jedes Schiff, das in früheren Jahrhunderten die Kanaren anlief, Salz zum Konservieren seiner Lebensmittel. Auch einheimische Fischer benutzten Salz, um ihren Fang frisch zu halten – ein Bedarf, aus dem sich ein ganzer Wirtschaftszweig entwickelte.

Ein ganzes Netz von Salinen umgab Lanzarote, in deren flachen Becken das Meerwasser verdunstete und Salz zurückblieb. Die Entwicklung der Kühltechnik Anfang des 20. Jahrhunderts bedeutete dann allerdings das Aus für die Salinen.

 

Heute produzieren nur noch zwei Salinen auf Lanzarote, die Salinas de los Agujeros bei Los Cocoteros und die riesige Salzverdunstungsanlage Salinas de Janubio an der Westküste. Schon seit langem unter Denkmalschutz, wird in dieser Saline seit 1895 Meersalz gewonnen. Noch vor einigen Jahrzehnten waren dies bis zu 10.000 Tonnen pro Jahr, aber heute werden gerade mal 2000 Tonnen vermarktet. Im Gegensatz zu den Weinbauern in La Geria erhält die Anlage auch keine Subventionen und kämpft schon lange um ihr wirtschaftliches Überleben; dabei ist das Meersalz ausgesprochen rein und ohne chemische Zusätze. Und wie beispielsweise Kaktusfeigenmarmelade oder die Aloe Vera-Produkte ein beliebtes Urlaubsmitbringsel. 

Strände

Wegen der Strände sind wir nicht nach Lanzarote gekommen, aber wir haben auf unseren Touren über die Insel einige sehr unterschiedliche kennengelernt.

Und zum Abschluss meiner Geschichten lassen wir nun einfach die Bilder auf uns wirken:

 

Bilderreise im Uhrzeigersinn um die Insel; Start und Ziel: Punta des Mujeres

 

 

s. auch meinen Reisetipp

 

Der Mercadillo Artesanía in Haría  > > >

(bitte Foto anklicken!)


 


Quellen bzw. zum Weiterlesen:

 

Als die Vulkane Feuer spien. "Tagebuch Lanzarote. Notizen über die Ereignisse in den Jahren 1730 bis 1736." Geschrieben von dem Pfarrer von Yaiza, Don Andrés Lorenzo Curbelo.

 

Übers. von Wolfgang Borsich

Editorial Yaiza S.L.

nur auf Lanzarote erhältlich

 

Eberhard Fohrer: Lanzarote

 

7. komplett überarb. und aktualis. Aufl.

Michael Müller Verlag - individuell reisen 2014

 

Horst Wilkens : Lanzarote. Blinde Krebse, Wiedehopfe und Vulkane. Ein Natur-Reiseführer zu einer einzigartigen Vulkaninsel im Kanarischen Archipel.

 

2. redigierte Auflage

Naturalanza 2009

 

Silvia Volckmann: Die Zeit ist schwer zu erzählen auf der Insel. Ein literarisches Lanzarote-ABC.

 

2. Aufl.

konkursbuch Verl. 2013