Beates Reisetipps

Unterkünfte, Verpflegung und Unterhaltung. Meine Favoriten

 

 

Das Reisen ist ein Handwerk:

Wer es am besten beherrscht,

den freut es am meisten.

William Somerset Maugham (1874-1965)



13. Kreis Mettmann, NRW

Zu Besuch bei Neandertalern

Auerochsen im Neandertal

Das Neandertal zwischen den Städten Mettmann und Erkrath erhielt sein heutiges Gesicht durch den Kalkabbau und erlangte Weltruhm mit den Knochen des Neandertalers, die bei diesem Abbau gefunden wurden. Nahe der Fundstätte steht das hochinteressante Neanderthal-Museum, eines der modernsten Museen Europas, das die Geschichte der Menschheit von den Anfängen in den afrikanischen Savannen bis in die Gegenwart zeigt.

 

Wer lieber in der Natur unterwegs ist, der findet hier viele schön angelegte Wanderwege. Einer der beliebtesten davon ist der Rundgang um das eiszeitliche Wildgehege. Zu allen Jahreszeiten interessant, aber meiner Ansicht nach besonders schön an einem Tag im Mai, wenn das frische Buchenlaub einen sanften Schatten auf die Waldwege legt, wenn Löwenzahn und Raps um die Wette in der Sonne leuchten und die Düssel munter durch das Naturschutzgebiet plätschert.

 

In etwa 60 bis 80 Minuten hat man bequem das 23 Hektar große Wildgehege umwandert, aber wer will das schon? Es gibt so viel zu sehen in dieser abwechslungsreichen Landschaft mit ihren Hoch- und Talwiesen und den bewaldeten Hängen: Aronstäbe strecken ihre pfeilförmigen Blätter aus der Erde, an einem kleinen Teich tun sich zwei Kanadagänse am jungen Grün gütlich, und auf umzäunten Weiden genießen die "eiszeitlichen" Tarpane, Wisente und Auerochsen das Frühlingswetter.

 

Und wenn man dann auf einer der zahlreichen Bänke Platz zu einem kleinen Picknick nimmt, dann wird man oft selbst zum Beobachtungsobjekt eines aufmerksamen und verfressenen Eichelhähers, der in den Baumkronen herumturnt und das Geschehen unten nicht aus den Augen lässt.

 

Quellen und zum Weiterlesen; bitte anklicken:

12. Düsseldorf

Scharf auf Altstadt-Kurven

 

Touren mit Straßenbahn-Oldies sind sehr gefragt, und so bietet auch die Rheinbahn schon seit Jahren Oldtimerfahrten über das Düsseldorfer Streckennetz an. Von Krimi-Lesungen über Jazz bis hin zur Altbiertour reicht dabei die Thematik, und auch einen "Blick hinter die Kulissen" gibt es für Technikinteressierte.   

 

Wir hatten uns für eine "Senffahrt" der Firma Löwensenf entschieden und erfuhren während der kurzweiliegen Rundfahrt viel bis dato Unbekanntes über das Gewürz. Wer weiß schon, dass auch Senf eine "Halbwertzeit" hat und in einem Jahr die Hälfte seiner Schärfe verliert, oder dass der Extrascharfe von Löwensenf nach einem ähnlich strengen Reinheitsgebot wie deutsches Bier hergestellt wird?

 

Die Firma kreiert immer wieder neue, ausgefallene Spezialitäten, und während der Tour wird der "Monatssenf" verkostet, zu dem Brot serviert wird, Käse und Fleischwurst. Kaltgetränke gibt es natürlich auch.

 

Die Route geht vom Hauptbahnhof über Bilk und die Innenstadt zur Altstadt, wo nach einer unterhaltsamen und lehrreichen Fahrt noch eine Führung durch den Senfladen stattfindet.

 

Hier in der Bergerstraße 29 kann man den Senf "mit allen Sinnen erleben", denn gleichzeitig ist der Laden ein Senfmuseum, in dem man ansehen, anfassen und riechen darf. Natürlich auch schmecken, denn es gibt zahlreiche weitere Senfsorten zu verkosten - und natürlich zu kaufen.

 

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist: die Tour  kostet für Erwachsene 18 Euro (Kinder bis 14 Jahre zahlen 8 Euro), und im Preis enthalten ist auch noch ein kleines Präsent.

 

Nächste Termine: 2. April, 7. Mai, 4. Juni, 6. August, 3. September, 1. Oktober

und 5. November 2016.

 

mehr zu den Fahrten   > > >

 

 

mehr zum Löwensenf   > > >

11. Namibia:

Der Robbenflüsterer von Walvis Bay

 

Etwa 40 Kilometer südlich von Swakopmund liegt Walvis Bay, der bedeutendste Seehafen Namibias. Wir hatten bei dem hier ansässigen Familienbetrieb "Catamaran Charters" eine Halbtagestour in der Lagune von Walvis Bay gebucht, die für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis und zu einem der Highlights meines Namibia-Urlaubs werden sollte.

 

Die Katamarane "Silverwind" und "Silversand" gehören Marko und Daniela Jansen Van Vuuren, und mit Marko schippern wir auf der kleineren "Silverwind" hinaus auf die Bay, vorbei an Austernzuchtbänken und dem schwarz-weiß geringelten Leuchtturm bis zum Pelican Point,  wo eine große Kolonie Pelzrobben zuhause ist. Marko spricht fließend Deutsch, Englisch und Afrikaans und versteht es, seine Gäste mit interessanten, fachkundigen und mit viel Humor gewürzten Geschichten und Erklärungen zu unterhalten.

 

Zusammen mit den Getränken, die der freundliche Leonard serviert, wäre das allein schon ein gutes Programm, aber es geht noch viel besser. Die größte Attraktion sind nämlich die Tiere, die Marko alle persönlich zu kennen scheint: der Kormoran, der sich auf der Reling niederlässt, die Pelikane, die auf seine schrillen Pfiffe hören und ihm im Flug die Fische aus der ausgestreckten Hand nehmen - und vor allem zwei halbwilde Robben, die an Bord kommen, sich von uns füttern und streicheln lassen.

 

Eine kleine Schule Delphine begleitet eine Weile unser Boot, und in der Ferne sehen wir einen Buckelwal. Ich liege in der Sonne auf einem Trampolin am Bug, schaue direkt in das Wasser unter mir und beobachte die mitschwimmenden Quallen … Entspannung und gleichzeitig Unterhaltung pur!

 

Kurz vor dem Ende der Tour dann auch der kulinarische Höhepunkt in Form von leckeren Snacks, fangfrischen Austern und Sekt. So gestärkt nähern wir uns langsam wieder dem Anlegehafen, den Kopf und das Herz voll mit großartigen Eindrücken.

 

Das war 2008. Das Unternehmen "Catamaran Charters" gibt es noch heute (2016), es hat sich sogar vergrößert. Zu den Katamaranen ist ein dritter hinzugekommen,  und die Crew ist auf über 12 Mitglieder angewachsen. Und alle sind noch immer mit Begeisterung dabei, ihren Gästen das Meer mit seinen faszinierenden Lebewesen näherzubringen und einen unvergesslichen Tag zu bereiten.

 

mehr Informationen beim Klick auf obige Collage  

10. Münster in Westfalen:

Eine Stadtführung der besonderen Art

Solltet ihr je in Münster sein und Lust auf eine eine total informative und kurzweilige Stadtführung haben:

fragt bei der Münster Information in der Heinrich-Brüning Straße 9 nach einer Altstadtführung von Stadt-Lupe mit Norbert Stegemann.

 

Norbert bot uns im Dezember 2015 eine hinreißende Tour zu Fuß; anderthalb Stunden humorvolle und sehr lebendige Information. In der er uns auch schon mal mit unseren Körpern eine mittelalterliche Stadtmauer samt Toren nachstellen ließ; der Längste in der Gruppe durfte der Kirchturm sein. Auch die Kinder kamen nicht zu kurz, mussten sich Namen für eine der vielen modernen Skulpturen ausdenken oder nachsehen, ob die Clemenskirche geöffnet ist. Danke Norbert; das war ganz großes Kino!   

09. ALLGÄU:

Eine Lodge in den Voralpen

© Ildiko Maas

Juni 2015:

Wenn der Berg ruft und das Allgäu lockt, dann empfehle ich eine junge, vielversprechende Unterkunft in Pfronten;

auf Wunsch auch mit Familienanschluss.

Persönlich konnte ich die Lodge leider zwar noch nicht in Augen-schein nehmen (weshalb eine ausführliche Vorstellung an dieser Stelle auch noch fehlt), aber ich kenne die Besitzerin. Das ist Empfehlung genug.

 

Zur Webseite der Alpenlodge geht's beim Klick aufs Foto.

 

08. LANZAROTE:

Der Mercadillo Artesanía in Haría

Plaza León y Castillo am frühen Morgen

Nahezu jeder Lanzarote-Urlauber kennt den Trödel- und Kunsthandwerkermarkt in Teguise, zu dem jeden Sonntag ganze Busladungen von Touristen gekarrt werden. Trotz des vielen angebotenen Ramschs ein anregendes Spektakel voller Farben und Musik und mit internationalem Ambiente. "Sehen und gesehen werden" heißt es hier.

 

Bedeutend ruhiger und authentischer zeigt sich der wöchentliche Markt in dem Örtchen Haría. Auf dem schönen, langgestreckten Dorfplatz kann man unter Bäumen schlendern, Biogemüse kaufen und allerlei selbstgemachtes Kunsthandwerk, von den traditionellen Strohhüten und der Stickerei über Töpferwaren, Seife und Marmelade bis hin zum Schmuck. Die Verkäufer, nicht selten ausgewanderte Deutsche oder Festland-Spanier, sind freundlich und halten gerne einen kleinen Plausch, haben auch nichts gegen ein Foto.

 

Markttag ist der Samstag, von 10 bis 14 Uhr. Und obwohl der Markt nicht überlaufen ist, empfehle ich, früh zu kommen. Um sich dann um die Mittagszeit herum durch das köstliche Angebot von Brot, Ziegenkäse und Oliven zu schlemmen oder die leckere und preiswerte Hausmannskost im Centro Socio-Cultural "La Tegala" auszuprobieren.

 

Und nachmittags hat man dann noch genug Zeit, das erst seit 2013 zur Besichtigung freigegebene letzte Wohnhaus von César Manrique anzusehen und sein Grab auf dem Friedhof zu besuchen.

 

07. KÖLN:

Rautenstrauch-Joest-Museum. Kulturen der Welt

Ausstellungskatalog

Ich betrete den großen, modernen Bau aus Stein und Glas – und bin sofort gefangen. Ich höre südostasiatische Musik und rieche frisch gekochten Basmati. An unzähligen Ständen informieren Initiativen über ihre humanitären Projekte und stellen Reiseveranstalter ihre Angebote vor. Es werden Handarbeiten aus Thailand verkauft, Lackdöschen aus Burma und Schmuck aus Bali. Im Bistro und unter dem Original-Reisspeicher aus Sulawesi in der Mitte des riesigen Foyers sitzen Menschen, in angeregte Gespräche vertieft. Dann eine Durchsage: in 5 Minuten fängt eine Führung zum Thema Buddhismus an; Treffpunkt am Eingang der Dauerausstellung.

 

Das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum im Ausnahmezustand; heute findet hier der Südostasien-Thementag von "grenzgang" statt mit einer offenen Werkstatt, mit Vorträgen und Workshops, einem Bühnenprogramm und Livereportagen. Allerdings kein einmaliges Ereignis für dieses aktive Völkerkundemuseum der anderen Art.

Wir sind ausgesprochen beeindruckt. Bereits im Vorraum zu den Ausstellungsräumen wird es still, und die lebhafte Marktatmosphäre ist vergessen. Aber hier herrscht keineswegs eine tote Museumsstimmung, sondern es existieren nur noch Neugierde und teilweise atemloses Staunen.  

 

Über drei Ebenen und insgesamt 3600 m² erstreckt sich der Ausstellungsparcours, auf dem über 60.000 Objekte aus aller Welt zu bestaunen sind. Im Gegensatz zu anderen Völkerkundemuseen sind diese jedoch nicht nach Ländern und Regionen geordnet, sondern nach Themen, die den Kulturvergleich in den Vordergrund stellen.

In dem hervorragenden Ausstellungskatalog lesen wir: "Unter dem Motto 'Der Mensch in seinen Welten' lädt der Ausstellungsparcours zu einer Entdeckungsreise der besonderen Art ein, zu einer aktiven Begegnung mit neuen und alten, fremden und vertrauten Welten."

 

Welten wie "Lebensräume", "Der Körper als Bühne", "Vielfalt des Glaubens" und (meine absoluten Highlights) "Der inszenierte Abschied" und "Zwischenwelten".

Neugierig geworden …? Dann nichts wie hin in dieses großartige Völkerkundemuseum, zu dem der Weltreisende Wilhelm Joest (1852-1897) mit seinen Sammlungen den Grundstock legte, und das heute zu den führenden in Westeuropa zählt.

Was unbedingt noch erwähnenswert ist: das Aufsichtspersonal ist ausgesprochen zurückhaltend, dabei freundlich und hilfsbereit. Und ich habe keinen einzigen erlebt, der bei direktem Blickkontakt nicht gelächelt hätte, egal ob Mann oder Frau, ob Kölner Ureinwohner oder Zugereister. Ein ganz besonderes Qualitätsmerkmal für dieses Völkerkundemuseum, finde ich.

 

 

... weitere Informationen auf der Webseite des Museums >

                                                                          

06. TÜRKEI:

Istanbul, die Unvergleichliche am Bosporus

Galata-Turm

Seit meinem Städtetrip im März 2013 gehört Istanbul neben London und Rom zu meinen

TOP 3 der europäischen Städte: die Stadt auf zwei Kontinenten ist großartig und aufregend, uralt und hochmodern. Eine Stadt der Gegensätze und nicht umsonst Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2010.

 

Hatte sie in den 1960er Jahren noch 600 000 Einwohner, so waren das 1975 schon 2,5 Millionen. Heute sind es

15 Millionen; manche schätzen sogar 18 Millionen. Aus dem Taksim Platz am ehemaligen Nordrand der Stadt, wo der Schriftsteller Orhan Pamuk (geb. 1952) in seiner Jugend noch an einem Straßenstand seine ersten Hot Dogs aß, wurde der Mittelpunkt des modernen Istanbul.

 

Der Frühling ist wie auch der Herbst die beste Reisezeit, will man die Hauptsehenswürdigkeiten noch ohne großen Besucherandrang erleben: Hagia Sophia, Blaue Moschee, Großer Basar … wenn erst die ganzen Kreuzfahrtschiffe anlegen und täglich Tausende von Besuchern durch den Topkapı-Palast geschleust werden, dann ist es mit der Anschaulichkeit vorbei. Mit der Beschaulichkeit sowieso.

 

Ich werde wiederkommen, und dann werde ich alles das nachholen, wozu bei meinem ersten Besuch keine Zeit blieb: den Galata-Turm besteigen, eine lange Schiffstour auf dem Bosporus machen, auf den Prinzeninseln relaxen, den Sonnenuntergang auf der Fähre von Asien nach Europa fotografieren und den Vollmond über der Blauen Moschee. Und ich werde wie unzählige Einwohner der Stadt auf der Istiklal Caddesi die Nacht zum Tag machen …

 

 

           eine kleine Auswahl meiner Fotos:

           bitte Karte anklicken!

05. USA:

Ticket to Ride. Ballonfahren in Albuquerque

24. April 1992, meine erste Ballonfahrt. Natürlich in Albuquerque (New Mexico), der Hochburg der Ballonfahrerei. Seit 1972 findet hier im Oktober die jährliche Albuquerque International Balloon Fiesta statt, das weltgrößte Treffen seiner Art.

 

Wir waren unterwegs mit der bereits damals kleinen Ballonfahrerlegende Scotty Appleman und seinen Rainbow Ryders.

 

Nach der Landung gab es in geselliger Runde einen Sekt aus dem Pappbecher, eine kurze Geschichte der Ballonfahrt – und das Balloonist’s Prayer. Den Pin mit dem Text besitze ich noch heute; er hat einen Platz gefunden in der Schachtel mit meinen ganz besonderen Schätzen …

 

Auch den Piloten Scott Appleman und seine Rainbow Ryders gibt es noch, und sie haben nichts von ihrem guten Ruf verloren.

Wer jemals nach Albuquerque kommt

und Ballon fahren will; unbedingt die 

Rainbow Ryders buchen!                 >>>

04. Québec, KANADA:

Leben wie Gott bei den Franko-Kanadiern: "Auberge Saint-Antoine"

Während meiner Reisen in den letzten Jahrzehnten lernte ich viele Hotels kennen: gemütliche und geschmackvolle, langweilige und lieblose, schmutzige und sterile, billige und teure.

 

Bis auf eine Handvoll Ausnahmen fühlte ich mich in jedem recht wohl, aber seit Oktober 2013 habe ich einen absoluten Favoriten, das

"Auberge St. Antoine" in Québec City.

 

Das Luxushotel in Familienbesitz liegt im alten Hafenviertel am Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms und wurde auf einem geschichtsträchtigen Gelände errichtet; mehrere historische Gebäude vom Ende des 17. bis zum 19. Jahrhundert sowie eine alte Werft bilden seinen architektonischen Grundstock.

 

Über 5000 Artefakte wurden bei den Bauarbeiten gefunden und fachmännisch restauriert, und mehr als 700 der unbezahlbaren Fundstücke sind nun vor allem in der Lobby des Hotels sehr gekonnt ausgestellt. Das St. Antoine fühlt sich der Geschichte verpflichtet, präsentiert sich dabei aber höchst modern und gleichzeitig gemütlich.

 

Neben den ganzen Annehmlichkeiten, die man aus anderen guten Häusern kennt, genossen wir besonders die Fußbodenheizung im Bad und die Nespresso ("what else…?") Kaffeemaschine mit einem ordentlichen Vorrat an Kapseln.

Dass das Personal perfekt ausgebildet ist, freundlich und hilfsbereit, versteht sich von selbst. Und zum ersten Mal erlebten wir einen sehr angenehmen und diskreten "evening turn-down service": am späten Nachmittag werden noch mal die Papierkörbe geleert und das Bett aufgeschlagen. Als wir nach dem Dinner unser Zimmer betraten, waren die Gardinen zugezogen, und zwei kleinere Leuchten spendeten gemütliches Licht. Auf einem der Nachttische lag ein Ausdruck mit der Wettervorhersage für den nächsten Tag, und aus der (Bose) Stereoanlage tönte leise klassische Musik.

 

Stichwort "Dinner": neben dem gepflegten Restaurant "Panache" in einem ehemaligen Lagerhaus aus dem 19. Jahrhundert gibt es eine sehr gemütliche Bar, in der man nicht nur wunderbare Cocktails serviert bekommt, sondern auch ein leichtes Abendessen einnehmen kann. Das aus der gleichen hervorragenden Küche kommt wie die Speisen im "Panache".

 

Ein Hotel der Superlative und natürlich nicht billig, aber uns war es jeden Dollar wert. Zudem ein wunderbareres Ambiente, um unseren Hochzeitstag zu feiern.



zur offiziellen Seite des Hotels: bitte auf das Foto klicken!

03. SIZILIEN:

… und die Contessa macht das Frühstück. Stilvoll übernachten in PALERMO

Eine dieser mittelalterlichen, gepflasterten Gassen im Herzen von Palermo. Nach unserem Klingeln öffnet sich wie von Geisterhand ein großes, schwarzes Tor, und wir stehen in einem sonnigen Innenhof.

 

Unser Blick geht nach oben, wo sich eine der großen Fenstertüren öffnet und eine schlanke Frau erscheint. Lange, blonde Haare und Minirock. Die Gräfin begrüßt uns mit einem bezaubernden Lächeln und freundlichen Worten. Und sie spricht Deutsch, denn Contessa Alwine Federico ist Österreicherin. Seit 30 Jahren lebt sie hier mit ihrem Mann, dem Conte und zwei mittlerweile erwachsenen Söhnen.

 

Wir haben eine Führung durch ihren historischen Palazzo gebucht, der von außen so unscheinbar und wie alle anderen Häuser aussieht, und dessen ganze Pracht sich erst im Inneren entfaltet mit blauem, grünem und roten Salon, mit Galerie und Rittersaal.

 

Die Contessa ist herrlich unkompliziert und zeigt uns ihr Reich, das keinen musealen Charakter hat, da es im Gegensatz zu anderen Palästen immer bewohnt war. Neben kostbaren Seidentapeten und handgemalten Fliesen, neben Vitrinen mit alten Familienschätzen, Gemälden und Stilmöbeln entdecken wir in einer Ecke eine moderne Stereo-Anlage mit vielen CDs, und die Contessa macht uns extra aufmerksam auf einen Ruhesessel in ihrem Arbeitszimmer. Der sich wunderbar in das ganze Ambiente einfügt, und den sie bei Ikea erstanden hat.

 

Bodenständig ist sie geblieben, Contessa Federico, und so folgen wir ihr mit Vergnügen auf der Führung, die sie mit vielen Geschichten aus dem Leben in Palermo und dem der Familie zu würzen weiß. Ich kann mir alles lebhaft vorstellen: die Gräfin, die zum Erstaunen der Palermitaner zum Einkaufen radelt, die kleinen Jungs, die in den weitläufigen Hallen des Palazzos (der ihnen später als Teenie peinlich sein wird) Verstecken spielen, die großartigen Feste und Konzerte, die hier stattfanden und noch immer stattfinden …

 

Ich könnte noch stundenlang zuhören und mir z. B. die alte Palazzoküche (es gibt auch eine moderne und funktionalere) ganz genau ansehen oder die vielen Ausstellungsstücke bewundern, aber das Ende der Führung erwartet uns in den Räumen des Hausherren. Mit einem kleinen "Aperitif" aus eigenem Wein und frisch gepresstem Orangensaft, mit Erdbeeren, Gebäck und Cannoli, diesen köstlichen, mit Ricotta gefüllten sizilianischen Teigrollen.

 

Beeindruckt und zum Träumen verführt hatte mich auch noch ein gemütliches Gästezimmer in sonnigem Gelb, aber erst nach meiner Rückkehr las ich im Internet, dass man hier im "Palazzo Conte Federico" auch Bed & Breakfast buchen kann. Was ich bei meinem nächsten Besuch in Palermo garantiert tun werde!

 

 

                         

                                                                zum Palazzo >>>

02. SÜDAFRIKA:

Siebene auf einen Streich ...

Sieben sehr unterschiedliche, aber ganz spezielle und großartige Unterkünfte zwischen Kariega und Kapstadt habe ich bereits in meinem Bericht

"Von Lodges und Manors, Estates und Retreats" vorgestellt.

Zum Nachlesen bitte auf das Bild klicken.

01. SINGAPUR:

Tea Time oder Es muss nicht immer Singapur Sling sein

Raffles Hotel

Wer schon einmal in Singapur war, der hat bestimmt auch dem altehrwürdigen Hotel Raffles einen Besuch abgestattet. Hier in der Long Bar mit ihren Rattansesseln und den Erdnussschalen auf dem Fußboden wurde im Jahr 1915 der Singapur Sling erfunden, dieser Kult-Cocktail, von dem heute täglich 2000 Stück über den Tresen gehen.

Weniger bekannt ist, dass im eleganten Tiffin Room täglich von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr die gute alte englische Tradition des "High Tea" zelebriert wird: die Tische sind eingedeckt mit teurem Tuch, mit feinem Porzellan und Silber und bieten auf einer Etagere schon erste Köstlichkeiten wie kleine Sandwiches, Törtchen und Kuchen.

Das freundliche, perfekt ausgebildete Personal serviert verschiedene Sorten Tee, auf Wunsch auch Champagner. Beschwingt von den sanften Tönen einer Harfe geht es dann direkt an der Musikerin vorbei zum Buffet, wo es Suppe gibt und köstliche Dim Sum mit scharfen Saucen, dann Gebäck und Obst. Und wer in England den Cornish Cream Tea kennen und lieben gelernt hat, dem läuft schon das Wasser im Mund zusammen beim Anblick von frischen scones, von clotted cream und von Erdbeermarmelade.

Die Preise für Erwachsene liegen bei S$ 55 (etwa 27 Euro; Stand: Okt. 2010) aufwärts; Kinder zahlen die Hälfte. Aber dafür ist man nach zwei Stunden Schlemmen auch total satt und verzichtet gerne auf das Abendessen.

Der Dress Code lautet "smart casual", also lange Hose und Hemd oder Poloshirt für die Herren und Rock oder Hose mit Bluse für die Damen. Da der High Tea im Raffles extrem beliebt ist, sollte man unbedingt rechtzeitig reservieren. Aber dann steht dem Genuss nichts mehr im Wege!

 

 

 

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