ERGO BIBAMUS! Trinksprüche und mehr

 

Schon manche Gesundheit ist dadurch ruiniert worden,

dass man auf die Gesundheit anderer getrunken hat.

Heinz Rühmann (1902 - 1994)

 

 



Yaiza, Lanzarote

 

Der im englischen "Toast" genannte Trinkspruch
hat tatsächlich etwas mit geröstetem Brot zu tun. Im 18. Jahrhundert war es in England Sitte, nach einem Trinkspruch ein Glas heißen Würzweins herumzugeben, das von einer Scheibe Toast bedeckt war. Jeder Tischgast nahm die Scheibe herunter, nippte an dem Glas und machte eine Bemerkung, bis das Glas den Ehrengast erreichte, der schließlich die Scheibe verzehren durfte.

(nach Udo Pini: Das Gourmet-Handbuch S. 943f.)

 

 

Frozen Margarita

 

 

Also lasst uns trinken! Ergo bibamus!


 

Johann Wolfgang von Goethe: Ergo bibamus!

 

Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun;

Drum, Brüderchen! Ergo bibamus.

Die Gläser, sie klingen, Gespräche, sie ruh'n;

Beherziget Ergo bibamus.

Das heißt noch ein altes, ein tüchtiges Wort:

Es passet zum ersten und passet so fort,

Und schallet ein Echo vom festlichen Ort,

Ein herrliches Ergo bibamus.

 

Ich hatte mein freundliches Liebchen geseh'n,

Da dacht' ich mir: Ergo bibamus.

Und nahte mich traulich; da ließ sie mich steh'n.

Ich half mir und dachte: Bibamus.

Und wenn sie versöhnet euch herzet und küsst

Und wenn ihr das Herzen und Küssen vermisst,

So bleibet nur, bis ihr was Besseres wisst,

Beim tröstlichen Ergo bibamus.

 

Mich ruft mein Geschick von den Freunden hinweg;

Ihr Redlichen! Ergo bibamus.

Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepäck;

Drum doppeltes Ergo bibamus.

Und was auch der Filz von dem Leibe sich schmorgt,

So bleibt für den Heitern doch immer gesorgt,

Weil immer dem Frohen der Fröhliche borgt;

Drum, Brüderchen! Ergo bibamus.

 

Was sollen wir sagen zum heutigen Tag!

Ich dächte nur: Ergo bibamus.

Er ist nun einmal von besonderem Schlag;

Drum immer aufs Neue: Bibamus.

Er führet die Freude durchs offene Tor,

Es glänzen die Wolken, es teilt sich der Flor,

Da scheint uns ein Bildchen, ein göttliches, vor;

Wir klingen und singen: Bibamus.


* * *

 

Das im Jahr 1810 verfasste Gedicht fand als studentisches Trinklied weite Bekanntheit.

 

 

 Das Trinkgeschirr, sobald es leer,

macht keine rechte Freude mehr.

 Wilhelm Busch

 Work is the curse of the drinking class.

Oscar Wilde

Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt

sind die, aus denen man trinkt.

Joachim Ringelnatz 

Jonas Jonasson

in "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand":

 

Immer wieder erstaunlich, was so ein paar Flaschen Tequila für die Völkerfreundschaft tun können.

(S. 123)

 

Wenn du mit einem Schweden um die Wette saufen willst, solltest du zumindest Finne oder Russe sein.

(S. 148)

 

... den hörte ich das erste Mal von meiner Nichte, die damals 16 war:

 

 

Wo früher meine Leber war,
ist heute eine Minibar!

 

den steuerte Hedi aus Norddeutschland bei:

"Nicht lang schnacken – Kopf in’n Nacken!"

... und diesen brachte meine Freundin Jutta aus Mittelamerika mit:

 

¡Salud, amor y dinero

y mucho tiempo para gastarlo!



Arriba, abajo, al centro ... y adentro!!!

... damit auf nach Irland!

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Irland und Pubs gehören zusammen. Nach alter Tradition waren die Pubs die Zentren des Gemeindelebens, in denen man sich bei Bier und Whiskey, bei fröhlichem Geplänkel, Kaminfeuer und Fiedelmusik eine Auszeit von der bedrückenden Realität des Lebens gönnte. Dieser traditionelle Pub ist im Irland des 21. Jahrhunderts leider dabei, ziemlich schnell zu verschwinden.

 

Nicht verschwinden werden hoffentlich die Trinksprüche, denn sie suchen an Vielfalt und Originalität ihresgleichen.

 

 

Irische Trinksprüche


Lets drink and be merry

all griefs to refrain,

for we may and might never

all meet here again.

To Friendship

 

There are good ships,
and there are wood ships,
The ships that sail the sea.
But the best ships, are friendships,
And may they always be.

May you always have a clean shirt, a clear conscience,

and enough coins in your pocket to buy a pint!

May the winds of fortune sail you,
May you sail a gentle sea.
May it always be the other guy
who says, "this drink's on me."

 

 

 

 

 

 

 

May you live as long as you like,

And have all you like as long as you live.

The Connaught toast

 

Health and long life to you,

The women of your choice to you,

Land without rent to you,

And death in Erin.

fridge magnet aus Irland

 

 

 

 

Here's to a long life and a merry one.
A quick death and an easy one.
A pretty girl and an honest one.
A cold pint ... and another one!

Here's to cheating, stealing, fighting, and drinking.
If you cheat, may you cheat death.
If you steal, may you steal a woman's heart.
If you fight, may you fight for a brother.
And if you drink, may you drink with me.


zwei alte irische Toasts:

 

May the devil make a ladder of your backbone
While he is picking apples in the garden of Hell.

 

 

When money's tight and hard to get
and your horse is also ran,
When all you have is a heap of debt
a pint of plain is your only man.

 

For every wound, a balm.
For every sorrow, cheer. 
For every storm, a calm.
For every thirst, a beer.


That the tap may be open when it rusts!


My friends are the best friends
Loyal, willing and able.
Now let’s get to drinking!
All glasses off the table!

 

Pub Songs. Irische Trinklieder

 

Während meines einjährigen Aufenthalts auf der grünen Insel habe ich mich (natürlich nur studienhalber!) des Öfteren als "pubcrawler" betätigt und so auch einige Male "the craic" erleben dürfen.

 

"the craic" (crack), das bedeutet so viel wie Neuigkeiten, Geschwätz, Vergnügen, Unterhaltung und Geselligkeit (sociability). Es ist ein typisch irisches Vergnügen oder besser: die Art, wie die Iren das Leben zelebrieren: mit Musik, mit Lachen und Vergnügen. Mit alten Freunden und mit solchen, die nur darauf warten, Freunde zu werden.

 

 

Mein liebstes musikalisches Erinnerungsstück an diese Zeit ist eine CD von The Dublin City Ramblers:

"The Craic & the Porter Black", auf der so bekannte Songs sind wie Whiskey In The Jar, Dicey Riley, Molly Malone, The Wild Rover, The Waxies Dargle und All For Me Grog.

 

"All for me Grog" ist ein traditioneller Folksong, der bei Seeleuten sehr beliebt war und später von Pub-Sängern übernommen wurde. Das Wort "Grog" bezieht sich dabei auf die tägliche Portion Rum, welche die Matrosen in der britischen Marine bekamen. Später wurde es zum Synonym für jede Art von alkoholischem Getränk.

 

Der Song erzählt die Geschichte eines Mannes, der seine ganze Habe und sogar seine Frau verkauft, um sein Bier und den Tabak zahlen zu können. Und obwohl es in dem Lied um den Ruin eines Mannes durch seine Trinkerei geht, ist der Tenor eher optimistisch und stimmungsvoll als bedauernd.

aus: The Irish Pub Songbook, Ossian Publications Ltd.

 

ALL FOR ME GROG

 

Chorus:

Well it's all for me grog, me jolly jolly grog,
It's all for me beer and tobacco.
For I spent all me tin on the lassies drinking gin,
Far across the western ocean I must wander.

 

Where are me boots, me noggin', noggin' boots,
They're all gone for beer and tobacco.
For the heels they are worn out and the toes are kicked about
And the soles are looking out for better weather.

Chorus

 

Where is me shirt, me noggin', noggin' shirt,
It's all gone for beer and tobacco,
For the collar is all worn, and the sleeves they are all torn,
And the tail is looking out for better weather.

Chorus

 

I'm sick in the head and I haven't been to bed,
Since first I came ashore from me slumber,
For I spent all me dough on the lassies don't you know,
Far across the western ocean I must wander.

Chorus


* * *

 

Anmerkung:

"tin" ist zwar Zinn, aber hier bedeutet es (wie auch das Wort dough) so viel wie Knete, Kröten, Kies, Schotter, Moos ... und "lassies" werden die Mädels genannt. Was "noggin' noggin'" betrifft: laut "Urban Dictionary" ist das die in irischen Liedern benutzte Umschreibung für "bloody f***ing".

 

The Dubliners ... Dublin Legends 

 

Im Juli 1967 nahm die in Deutschland bekannteste irische Band "The Dubliners" den Titel auf und landete damit auf Platz 10 in den Charts. Die Band wurde 1962 im O’Donoghue’s Pub in Dublin als "The Ronnie Drew Folk Group" gegründet, spielte 50 Jahre lang in unterschiedlichen Besetzungen und löste sich Ende 2012 offiziell auf.

Aber Sean Cannon, Eamonn Campbell, Patsy Watchorn und Gerry O'Connor treten weiterhin auf, aus rechtlichen Gründen unter dem neuen Namen "Dublin Legends". Im November 2014 führt sie ihre Tournee nach Deutschland, wo unter anderem Hamburg auf dem Programm steht, Frankfurt, München und Berlin.

 

Weitere Infos und Tourdaten beim Klick aufs Foto.

Live-Mitschnitt aus dem Jahr 2007; aufgenommen im Vicar Street in Dublin:

 

Last not least

 

An Irish Pub Joke


An Irishman, an Englishman and a Scotsman go into a pub. Each orders a pint of Guinness. Just as the bartender hands them over, three flies buzz down and land ... one, two, three ... in each of the pints.

The Englishman looks disgusted, pushes his pint away and demands another.

The Scotsman picks out the fly, shrugs, and takes a long swallow.

The Irishman reaches into the glass, grabs the fly between his fingers and shakes him as hard as he can, shouting "Spit it out, ya bloody bastard! Spit it out!"