Das Größeste ist das Alphabet,

denn alle Weisheit steckt darin.

Aber nur der erkennt den Sinn,

der’s recht zusammenzusetzen versteht.

Emanuel Geibel (1815 – 1884)


Mein Reisealphabet; bunt gemischt:

 

A USWÄRTIGES AMT

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"Auswärtiges Amt", das ist der traditionelle Name für das deutsche Außenministerium. Es ist zuständig für die deutsche Außen- und Europapolitik, und auf seiner Internetseite  sind aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise zu allen Ländern der Erde zu finden; eine Information, die am Anfang einer jeden Reisevorbereitung stehen sollte.

 

B OLLYWOOD

"kuch kuch hota hai" und "Sometimes Happy, Sometimes Sad", das sind sieben Stunden "überlebensgroße Dramatik"

Udaipur 1999; mein erster Bollywood-Film: 4 Stunden lang (unterbrochen durch eine etwa halbstündige Pause) Herz und Schmerz, Irrungen und Wirrungen, das Gute gegen das Böse. Müßig zu sagen, dass am Ende das Gute gewinnt. Immer.


Eigentlich stehe ich nicht auf solche Schmonzetten, aber bei dieser indischen Variante war ich sofort gefangen. Nicht zuletzt von der Farbenpracht der Kostüme, von der Musik und den hinreißenden Tanzszenen. Dass ich kein Hindi sprach, war dabei kein Problem: die Darsteller arbeiten eher mit Mimik und Gestik als mit Worten, und englische Untertitel gibt es auch ab und an.

 

200 bis 250 dieser Hindi-Filme werden jährlich in den nördlich von Mumbai gelegenen Studios produziert. Dass es auch anders geht, zeigt eine ganze Anzahl kritischer und eher „westlicher" Filme; ich erinnere da nur an „Slumdog Millionär", an "Darjeeling Limited", „Kick it like Beckham" und nicht zuletzt an die hervorragenden Filme der indischen Regisseurin Mira Nair wie „Salaam Bombay", „Mississippi Masala" und „Monsoon Wedding", um nur einige zu nennen.

 

Aber was gibt es Schöneres (Jungs, jetzt bitte mal weghören!) als sich mit der besten Freundin an einem verregneten Wochenende eine Bollywood-DVD reinzuziehen? Am liebsten mit der reizenden Kajol und dem ewig jugendlichen Shah Rukh Khan. Taschentücher sollten da natürlich bereit liegen und etwas für das leibliche Wohl. Ich empfehle mit Gemüse gefüllte Samosas, eine würzig-scharfe Sauce zum Dippen und eiskaltes Kingfisher. Und dann einfach dahinschmelzen ...

 

 C OMMONWEALTH GAMES

COME OUT AND PLAY: Freizeitvergnügen in den Lodi-Gärten (Neu-Delhi, Indien)

Die Olympischen Spiele kennt bei uns wahrscheinlich ein jeder, aber die Commonwealth Games ...?

 

Sie wurden unter dem Titel "Festival of Empire“ das erste Mal im Jahr 1911 in London ausgetragen (die Olympischen Spiele der Neuzeit fanden erstmalig 1896 statt), und Sport war damals nur ein Programmpunkt unter vielen.

Erst 1930 wurde ein reines Sportereignis daraus, das alle vier Jahre zwischen den Olympischen Spielen stattfindet; seit 1978 unter dem Titel "Commonwealth Games“.

Das Programm beinhaltet neben den meisten olympischen Disziplinen auch einige Sportarten, die nur in den Commonwealth-Ländern verbreitet sind, beispielsweise Squash, Cricket, Netball, Archery und Lawn Balls.

An den letzten Commonwealth Games, die 2010 erstmalig in Indien stattfanden und unter dem Titel "Come Out And Play“ standen, nahmen 7000 Athleten aus 71 Nationen teil, von Anguilla bis Zambia.

Wer sich die nächsten Commonwealth Games ansehen will, braucht übrigens nicht so weit zu reisen: sie finden vom 23. Juli bis 3. August 2014 in Glasgow statt.

 

D IARRHOE

nur im Notfall

Diarrhoe, Durchfall, Montezumas Rache, Shivas Fluch … die den meisten Fernreisenden bekannte Krankheit hat viele Namen.

Da kann man sich noch so gut schützen und die bekannten Hygiene-Empfehlungen beachten (keine Eiswürfel im Drink, kein ungeschältes und/oder rohes Obst und Gemüse essen, Mineralwasser zum Zähneputzen nehmen usw.), irgendwann erwischt es einen doch.

 

Mein Rezept für eine schnelle Besserung bei akutem Durchfall während der Reise:

möglichst einen Tag lang Bettruhe, nichts essen und eine Kanne starken schwarzen Tee mit Zucker und Salz (!) trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Wenn man dann noch an den beiden folgenden Tagen sehr wenig und vorsichtig isst (1 Scheibe trockenen Toast, 2 Löffel ungewürzten Reis, später eine Banane …), dann dürfte der Spuk bald vorbei sein. Wenn nicht: unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen!

 

Allerdings gibt es ab und an auch Situationen, in denen eine schnelle Lösung angesagt ist, beispielsweise vor einer langen, unaufschiebbaren Busreise oder dem Heimflug. Nun, da muss dann wirklich die chemische Keule ran! Die besten Erfahrungen habe ich dabei mit "Imodium akut lingual“ gemacht.

Allerdings gilt auch hier: "Zu Risiken und Nebenwirkungen …“

 

E LEFANTEN

Pilanesberg NP, Südafrika 2011

Wohl alle von uns kennen ihn, Colonel Hathi, das Oberhaupt der Elefantenpatrouille aus dem „Dschungelbuch". Er mag die Menschen nicht besonders, und so darf auch das Menschenjunge Mowgli nicht in seiner Elefantenkompanie bleiben.

 

Dass der Elefantenoberst die Menschen nicht mag ist irgendwie nachvollziehbar. Schließlich sind es die Menschen, die seine Artgenossen in Asien seit etwa 2000 v. Chr. teils qualvoll zähmen und zur Arbeit abrichten. Elefanten wurden und werden als Zugtiere, als Reittiere und Arbeitstiere verwendet.
Ab etwa 1100 v. Chr. wurden Elefanten in Indien auch im Krieg eingesetzt. Mit ihrer Kraft und Zähigkeit lösten sie in gegnerischen Armeen Schrecken und Mutlosigkeit aus. Zu den ersten Europäern, die mit Kriegselefanten konfrontiert waren zählte Alexander der Große, und wohl jeder von uns kennt die Geschichte von Hannibal, der im Kampf gegen das Römische Reich um 200 v. Chr. mit 37 Elefanten über die Alpen zog.

 

Kriege führt man heutzutage mit anderen Mitteln, und auch als Arbeitstiere werden Elefanten kaum mehr benötigt. Jahrhunderte lang waren sie in der Forstwirtschaft tätig und schleppten Baumstämme aus dem Dschungel. Maschinen verdrängten sie auch hier, der Dschungel wird zudem immer kleiner und die vierbeinigen Forstarbeiter damit arbeitslos.

Arbeitselefanten werden heute vielfach im Tourismus eingesetzt, andere fristen nach wie vor ein teils klägliches Leben als Tempelelefant.

Ihren wilden Brüdern geht es nicht viel besser:

 

Die Jagd nach Elfenbein und vor allem die Zerstörung ihres Lebensraums durch Besiedelung sind die stärkste Bedrohung für ihren Bestand. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) stuft ihn als „stark gefährdet" ein.

 

F IT FOR TRAVEL



Bei Fragen zu Malariaprophylaxe und Impfvorschriften meiner bereisten Länder informiere ich mich schon seit Jahren bei

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Auf dieser Seite werden über 300 Länder vorgestellt und u. a. Hinweise auf vorgeschriebene und empfohlene Impfungen gegeben. Die Palette der hilfreichen Infos zur medizinischen Reisevorbereitung reicht dabei aber noch weiter: über Krankheiten, Klima und Hygiene bis hin zum Verhalten vor, während und nach einer Reise ...

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Sehr gute Erfahrungen habe ich auch mit dem Reisemedizinischen Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg gemacht. Hier kann man einen online-Fragebogen ausfüllen und bekommt für 30 Euro fundierte ärztliche Empfehlungen, abgestimmt auf die persönliche gesundheitliche Situation und die Reiseroute.

 

G EBRAUCHSANWEISUNGEN

 

Gebrauchsanweisungen“ für fremde Länder sind meiner Meinung nach ebenso wichtig wie „normale“ Reiseführer, helfen sie doch dabei, sich im Land wie ein Gast und nicht wie ein ignoranter Tourist zu benehmen.

 

Mehrere Reihen möchte ich hier ganz kurz vorstellen; sie wurden mir im Laufe der Jahre bei meinen Reisevorbereitungen unentbehrlich:

 

1. Sympathie-Magazine des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung

Alles fing damit an, dass ich mir 1982 das „Sympathie-Magazin Sri Lanka“ für meine Reise kaufte und begeistert war von diesem „Reiseführer der besonderen Art“. Im Laufe der Jahre folgte eine ganze Reihe, und die ständig aktualisierten Hefte gibt es noch heute: sie informieren auf knappem Raum auf unterhaltsame Weise und gewähren in kurzen Artikeln Einblicke in fremde Kulturen und Religionen. Mit viel Respekt und Zuneigung erzählen die Magazine vom Alltag, von Lebensweise und Gebräuchen, von Kunst und Wirtschaft, Geschichte und Politik des Gastlandes und bieten eine gute Grundlage, um dem Reiseland ohne Vorurteile zu begegnen und Land und Leute verstehen und lieben zu lernen.

Mehr dazu unter: SympathieMagazine

 

 

2. „KulturSchock“ Reiseführer im Reise Know-HowVerlag

 

Umfangreicher sind die Reiseführer der Reihe „KulturSchock“, die 2010 von der Internationalen Tourismusbörse mit dem Preis "Besondere Reiseführer-Reihe" ausgezeichnet wurden. Diese Bücher – so die Eigenwerbung – "skizzieren Hintergründe und Entwicklungen, Geschichte und Politik, Alltag und Religion, um heutige Denk- und Lebensweisen zu erklären, um eine Orientierungshilfe im fremden Alltag zu sein. Sie möchten dazu beitragen, dass wir die Gesetzmäßigkeiten des Kulturschocks begreifen, ihn ein wenig vorwegnehmen können und Vorurteile abbauen. Interkulturelles Wissen ist mitunter wichtiger als eine preiswerte Hoteladresse. Je mehr wir voneinander wissen, desto besser werden wir einander verstehen."

Alle Bücher der Reihe sind hier zu finden: Kulturschock

 

3. Piper Gebrauchsanweisungen

 

Einen etwas anderen Weg gehen die Bücher der Reihe „Gebrauchsanweisungen“ des Piper Verlags. Oft von namhaften Autoren (Paul Watzlawick, Ilija Trojanow, Kai Strittmatter …) geschrieben und damit auch auf hohem literarischen Niveau, bieten sie „Lese-Reisen, die die Fantasie beflügeln, die Vorfreude nähren und die Erinnerungen an unvergessliche Eindrücke lebendig halten.“ Die erfrischend subjektiven und humorvollen Artikel der Autoren bieten dabei Einblicke, die dem Reisenden selbst vielleicht verborgen geblieben wären.

Alle Titel der Reihe findet man hier: Gebrauchsanweisungen

 

4. Ein Jahr in … Reise in den Alltag

 

In dieser Reihe von HERDER spektrum erzählen die Autoren ein ganzes Jahr aus ihrem Leben in einer Stadt oder einem Land und bieten damit eine exzellente Einführung in Kultur, Mentalität und Alltag der Menschen, die dort leben. Erschienen sind bisher Bücher über London, Paris, Amsterdam, Australien, Südafrika (erscheint im Sept. 2011), die Toskana …

 

 

H AUSTIERE UND URLAUBSZEIT

Moritz, mein Lieblingskater. Foto: (c) B. Wild

Die schönste Zeit des Jahres wird oft zum Überlebenskampf für unsere Haustiere:

zu den etwa 280 000 Kleintieren wie Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen, die jährlich in den etwa 500 deutschen Tierheimen landen, kommen dann noch etwa 70 000 ausgesetzte Tiere hinzu.

Wenn die Tiere - oft angebunden im Wald, zurückgelassen auf Parkplätzen oder einfach aus dem Auto geworfen - rechtzeitig gefunden werden, haben sie noch Glück im Unglück und sind vielleicht nicht total verstört und verängstigt, halb verhungert, ausgetrocknet oder verletzt.

Viele verstoßene Haustiere verenden qualvoll, aber das Leid endet nicht an der Straße: schätzungsweise mehr als 2 Millionen verwilderte Katzen töten alleine während der Brutzeit etwa sechs Millionen Singvögel, und viele Rehkitze werden zur leichten Beute für hungrige und wildernde Hunde.

Wer ein ausgesetztes Tier findet, sollte dies sofort der Polizei melden, denn das Aussetzen eines Tieres ist nach dem Tierschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet werden kann.

Doch niemand muss sein Tier aussetzen, wenn er es nicht mit in den Urlaub nehmen kann.

  • Man kann Verwandte, Freunde oder Nachbarn bitten, sich um das Tier zu kümmern.
  • Bei der Aktion „Nimmst Du mein Tier, nehm‘ ich Dein Tier“ des Deutschen Tierschutzbundes betreuen Tierfreunde ihre Tiere gegenseitig; die örtlichen Tierschutzvereine helfen bei der Vermittlung der Urlaubsplätze. 
  • Unterbringung in einer Tierpension. Kostet zwar, aber man weiß sein Tier in guten Händen. Auch Tierheime nehmen oft Pensionsgäste auf, und Zoofachgeschäfte bieten manchmal die Pflege von Kaninchen, Hamstern oder Meerschweinchen an. 
  • Professionelle Tiersitter, die ins Haus kommen, um die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung zu betreuen.

Das meiste Elend jedoch könnte ganz einfach vermieden werden, würde sich jeder schon vor dem Kauf eines Tieres überlegen, was mit diesem während des Urlaubs geschehen soll.

Mädchen in Fatehpur Sikri, 2007

 

I NDIEN 

 

3.287.590 Quadratkilometer groß (Deutschland: 357.111 qkm),

über 1,2 Milliarden Einwohner,

28 Bundesstaaten,

23 Amtssprachen,

330 Millionen Götter ...

 

ein Land der Superlative:

 


INCREDIBLE !NDIA


 

J AINISMUS

Vimal-Vasahi-Tempel; vor Ort gekauftes Foto, da das Fotografieren in der Anlage verboten ist

Von außen sehen sie völlig unscheinbar und leicht vernachlässigt aus, die drei Jaintempel von Dilwara am Mount Abu, und nichts bereitet uns auf das vor, was uns im Inneren erwartet. Wir stehen im Vimal-Vasahi-Tempel (geweiht im Jahr 1032) und sind überwältigt von der barocken Fülle an fast transparent wirkendem weißem Marmorschnitzwerk. In handwerklich höchster Vollendung wird hier die gesamte hinduistische Götterwelt mit ihren Sagen und Mythen zum Leben erweckt, und nicht zu Unrecht zählt der Skulpturenschmuck an Säulen, Decken und Wänden der Tempel zu den großartigsten Schöpfungen der indischen Plastik.

Wer sind nun diese Jains oder Jainas, die die Prachtbauten erschaffen ließen? Ihr Name kommt aus dem Sanskrit. "Jina" bedeutet Eroberer oder Sieger und bezeichnet damit auch jemanden, der sich selbst überwunden hat. Der Jainismus ist eine der ältesten heute auf der Erde existierenden Religionen und beruft sich auf 24 Tirthankaras ("Furtbereiter"), geistige Führer und Propheten, die als Mittler zwischen materieller und spiritueller Welt gesehen werden. Der letzte und wichtigste unter ihnen war Mahavira (599 – 527 v. Chr.).

In vielen seiner religiösen und sozialen Anschauungen und Bräuche ähnelt der Jainismus dem Hinduismus, ist aber bedeutend rigoroser. Wegen ihrer strengen Lebensführung blieb die Religionsgemeinschaft auch immer recht klein, und im heutigen Indien machen die Jainas mit etwas über 4 Millionen Anhängern nur einen geringen Bruchteil der Bevölkerung aus.

Am beeindruckendsten finde ich die drei ethischen Grundprinzipien des Jainismus: Ahimsa (Gewaltlosigkeit gegenüber allen Geschöpfen), Aparigraha (Unabhängigkeit von unnötigem Besitz) und Satya (Wahrhaftigkeit).

 

Vor allem das Ideal der Nichtverletzung von Lebewesen ist überall zu erkennen: hier in Rajasthan beispielsweise tragen die Ordensmitglieder der Shvetambaras ("Weißgekleidete") einen Mundschutz, damit sie nicht irrtümlich ein Insekt einatmen und verletzen, und sie führen einen kleinen Besen mit sich, um den Weg vor sich freizufegen, damit kein Lebewesen versehentlich verletzt werden kann.
Jainas ernähren sich vegetarisch. Für Mönche und Nonnen, aber auch für manche Laien, gilt zusätzlich das Gebot, keine Lebensmittel zu essen, die unter der Erde wachsen, da beim Ernten zu leicht kleine Tiere verletzt oder getötet werden könnten.

Den Jainas bleiben bei strikter Einhaltung des Ahimsa-Gebotes viele Berufe wie z. B. Metzger, Jäger, Fischer und sogar Bauer verwehrt – ein Grund, warum die meisten Jainas als Lehrer, als Kaufleute oder im Bankgewerbe tätig sind und teilweise recht vermögend. Vor allem diesen reichen Laien und ihrer Freigiebigkeit im Geiste des Aparigraha verdanken die Tempel ihre Entstehung und ihre Pracht. Und so schließt sich der Kreis …

 

K AUDERWELSCH

von Arabisch bis Vietnamesisch ...

Seit ich vor etwa 30 Jahren meinen ersten Kauderwelsch-Reiseführer für Indonesien kaufte, begleiten mich diese Büchlein auf jeder meiner Fernreisen.


Die von Globetrottern geschriebenen Sprechführer sind ausgesprochen praktisch, da sie sich am typischen Reisealltag orientieren. Auf anregende Weise vermitteln sie das nötige Rüstzeug, um ohne lästige Büffelei möglichst schnell mit dem Sprechen beginnen zu können. Auch wenn das vielleicht nicht immer druckreif ist, denn selbst Schimpfwörter fehlen nicht.
Besonders hervorzuheben: auch auf die nonverbale Kommunikation wird Wert gelegt, und zu jedem Land gibt es einen "Kurz-Knigge".

 

L ONG WALK HOME

Long Walk Home

 

Australien ist ein wunderbarer Kontinent mit einer großartigen Landschaft und mit freundlichen, relaxten Bewohnern. Aber in seiner Geschichte gibt es auch dunkle Kapitel. Eines davon schildert sehr eindrucksvoll der mehrfach preisgekrönte Film „Long Walk Home" (OT: Rabbit-Proof Fence), der auf wahren Erlebnissen basiert und nach dem Buch von Doris Pilkington im Jahr 2002 entstand.

 

Australien 1931. Ziel der australischen Rassenpolitik ist es, alle „Mischlingskinder" in staatlichen Heimen zu Englisch sprechenden Hausangestellten und Farmarbeitern umzuerziehen. Molly, Daisy und Gracie werden Opfer dieser Politik, sie werden gewaltsam von ihren Müttern getrennt und in das weit entfernte Camp Moore River verschleppt.
Ihnen gelingt die Flucht, aber 1500 Meilen trennen sie von ihrem Zuhause. Die einzige Orientierung, die die Mädchen in der endlosen Weite Australiens haben, ist ein Zaun, der als Schutz vor Kaninchenplagen den gesamten Kontinent durchläuft - der „Rabbit-Proof Fence". Verfolgt von der Polizei und dem erbarmungslosen Spurensucher Moodoo machen sich die Kinder auf den weiten Weg nach Jigalong ...

 

Ein Film, der zutiefst traurig macht und gleichzeitig wütend.

                                                   * * *

„Stolen Generations" nennt man übrigens die zahllosen Kinder der Aboriginals, die in den Jahren 1869 bis 1969 (teilweise auch noch in den 1970er Jahren) in die „Umerziehungslager" verschleppt wurden und dort ihren sozialen Halt und ihre Identität verloren ...

 

M ARGARITAS

Lovely Rita's ...

Urlaubszeit ist Cocktailzeit. Was wäre ein Besuch in Singapur ohne einen Sling im Raffles, ein Wochenende in New York ohne einen Manhattan im Waldorf-Astoria oder eine Safari in Afrika ohne den abendlichen sundowner am Lagerfeuer? Am liebsten übrigens Gin Tonic wie ihn Papa Hemingway schon mochte.

 

Eine Margarita, erfunden zwischen 1920 und 1940, gehört dahingegen einfach zu Mexico und den südlichen USA-Staaten.

 

Ich werde ihn nie vergessen, diesen wunderbaren, lauen Dezemberabend 2005 in Ybor City, dem kubanischen Herzen von Tampa in Florida. Wir probierten die Margarita-Karte rauf und runter: von der Rasberrita und der Strawberry Rita über The Lobo und Watermelon Rita bis hin zu der Gila Rita und der Candy Apple Rita ...

 

Spät in der Nacht dann kritzelte irgendjemand in mein Reisetagebuch: „Wir fanden dieses super freaky „Adobe Gila's" mit der sauguten Musik, dem geilen Essen (Riesenportionen auf Plastiktellern, dazu bunt gefärbte Nachos) und den obergeilen Margaritas."

 

Obwohl ... nichts geht über das Original; hier das Rezept:
1 cl Orangenlikör
2 cl Limettensaft und
3 cl weißen Tequila mit ein paar Eiswürfeln im Shaker schütteln und in Gläser mit Salzrand abseihen: ¡salud!

 

N ATIONALGERICHTE

Drillinge in die Pfanne gehauen ...

Nationalgericht … was ist das? Die Paella in Spanien? Nasi Goreng in Indonesien? Die Tajine in Marokko? Und was ist mit den USA: Hamburger oder Hot Dog? Truthahn oder T-Bone Steak?

 

Die Küchen-Experten im Internet sind sich auch nicht einig, aber der gute, alte Duden hilft weiter: er versteht unter Nationalgericht ein "für ein Land typisches und dort besonders häufig gegessenes Gericht“. Da dies oft mit den Gerichten der Regionalküche (Duden: "Küche einer bestimmten Region“) in einen Topf geworfen (ha!) wird, finden wir im weltweiten Netz teilweise recht abenteuerliche Vorschläge für Nationalgerichte wie z. B. den Sauerbraten für Deutschland und die Chapatis für Indien.

 

Ob es so etwas wie Nationalgerichte überhaupt gibt, oder ob sie lediglich Klischees aus der Sicht anderer Länder sind, das wird in der Fachwelt heftig diskutiert. "Eine wichtige Rolle spielt die Vermarktung von Nationalgerichten … für den Tourismus, einige Wissenschaftler sehen darin sogar einen wesentlichen Anlass für ihre Konstruktion“ ist bei Wikipedia zu lesen. Dazu ein übersetztes Zitat aus einem Buch von Konrad Schröder u. a.:

"Die Fiktion von Nationalküchen ist weitgehend das Produkt der modernen Mobilität und des Massentourismus. Sie ist nicht typischer für ein Land und seine Bewohner als das Bild eines Urlaubsprospekts von Stränden, Hotels und Touristenrestaurants“.

 

Wie auch immer: nirgends schmeckt ein Gallo Pinto besser als in Costa Rica, Falafel in Israel oder ein Thali in Indien. Obwohl … die indischen Restaurants in London sind eine starke Konkurrenz!

 

OH, WIE SCHÖN IST PANAMA

Der kleine Tiger und der kleine Bär sind dicke Freunde, die in einem gemütlichen Haus am Fluss leben und es sich gut gehen lassen. Eines Tages findet der Bär eine leere Kiste, auf der "Panama" steht, und die wunderbar nach Bananen duftet. Damit steht seine Entscheidung fest: wenn Panama so gut riecht, dann ist es das Land seiner Träume, und dort muss er unbedingt hin!

Zusammen mit Tiger zieht er also los, denn zusammen sind sie stark und fürchten sich vor nichts. Auf ihrem abenteuerlichen Weg machen sie Bekanntschaft mit anderen Tieren und neue Erfahrungen - bis ihr Weg sie schließlich an den Ort zurückführt, von dem sie aufgebrochen sind. Den sie aber nun mit ganz anderen Augen sehen und wertschätzen können.

Eine schöne und weise Geschichte über Träume, das Unterwegssein und das Ankommen - dort, wo man zu Hause ist. Vielleicht kannte der Schriftsteller Martin Kessel (1901–1990) ja auch schon das Buch von Janosch, als er schrieb:

"Man muss viel Ferne getrunken haben,
um den Zauber des Nächsten zu fassen!"

 

P ACKLISTE

Packliste 2011

Pfingsten 1963, meine erste große Fahrt mit den Pfadfindern steht vor der Tür, und unsere Führerin Hedi diktiert uns die Ausrüstungsliste ins Fahrtenbuch. Von Anorak über Fahrtenmesser, Liederbuch und Regenschutz bis hin zur Zahnbürste reicht die Palette der unentbehrlichen Gegenstände für unser Vorhaben.

 

Noch heute besitze ich diese Liste, aber sie hat sich im Laufe der Zeit ständig verändert. Umfangreicher ist sie geworden (in den letzten Jahren vor allem in der Spalte „Medikamente“) und schon längst als Excel-Datei in meinem PC gespeichert.

 

Vor jeder Reise wird die Packliste modifiziert und dem Reisestil angepasst; schließlich braucht man für eine Citytour nach Madrid ganz andere Sachen als z. B. für einen Wanderurlaub auf Madeira.

 

Natürlich schützt meine Liste nicht unbedingt vor Irrtümern oder Fehlern. So durfte ich mir z. B. letztes Jahr in Pretoria einen Schal und zwei langärmlige Pullover kaufen, weil ich für einen April-Urlaub in Südafrika einfach zu wenig warme Sachen dabei hatte.

Aber dafür habe ich auch noch nie solch‘ wichtigen und multifunktionalen Sachen vergessen wie z. B. eine Nagelbürste, einen Buff und den Tigerbalsam …

 

Q UITOBAQUITO

Saguaro; Scan vom Papierbild vom Dia

Quitobaquito … für mich ein magisches Wort und ein magischer Ort. Eine kleine Oase in der Sonora Wüste; versteckt irgendwo am Ende einer langen, staubigen Schotterstraße.

Es ist ungewöhnlich heiß in diesem Mai 1992 in Arizona. Das Thermometer klettert auf über 100 Grad Fahrenheit, und wir sind froh, dass wir in unserem Camper genug Trinkwasser gebunkert haben. Unser Weg geht vorbei an Kreosot- und Mesquitebüschen und an einigen der nur noch hier vorkommenden Orgelpfeifenkakteen. Unzählige der riesigen Saguaros fangen gerade an, ihre Blüten zu entfalten und erinnern mit ihrem weißen Blütenkranz auf dem Kopf an Omas in Badehäubchen. Am Straßenrand macht ein Roadrunner auf der Jagd seinem Namen alle Ehre.

Und dann Quitobaquito. Eine Quelle mitten in der Wüste! Im Quelltopf schwimmen winzige Fische, und der kleine Bach speist einen verwunschenen See, in den ein uriger Baum ragt. Ich setzte mich an das mit Simsen bewachsene Ufer und beobachte zwei Enten und die vielen rotbraunen Libellen, die herumschwirren. Genieße die Stille, die nur ab und zu von einem Vogelruf unterbrochen wird.

Und ich lasse mich verzaubern … 

 

R EISETAGEBUCH

Ausgabe 1990 / 92

Die „Sudelbücher“ von Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799) bilden eine Aphorismensammlung besonderer Art: die enge Verknüpfung privater Aufzeichnungen mit naturwissenschaftlichen Arbeiten stellt ein ungewöhnliches Zeitzeugnis dar und begründete den Ruhm des Autors.

 

"Sudelbuch" nannte Kurt Tucholsky in Anlehnung an Lichtenberg auch sein Tagebuch, in dem er handschriftlich von Januar 1928 bis zu seinem Tode im Dezember 1935 Gedanken, Beobachtungen, Aussprüche, stilistische Überlegungen und Zitate notierte.        

                                                   * * * * * 

Meine Reisetagebücher sind ähnlich: zwar nicht so klug wie die Werke von Lichtenberg und Tucholsky, aber vollgepackt mit Notizen und Gedanken, Zitaten und Beschreibungen meiner Reiseerlebnisse. Mal findet man hier lange, poetische Beschreibungen der Landschaft neben frechen kleinen Zweizeilern, dann wieder eine Zeichnung oder hastige Stichworte zur Route und dem Wetter neben eingeklebten Eintrittskarten, Stadtplänen und gepressten Blumen.

 

Sie sind ein ideales Kommunikationsmittel („was schreibst du da?“) und eine Erinnerung an viele Menschen, denen ich unterwegs begegnet bin, und die ihre Grüße, Zeichnungen oder eine Adresse in meinem Buch hinterlassen haben: die freundliche Verkäuferin aus Marrakesch, der Buchhändler aus Kathmandu, die beiden kleinen Mädchen aus Negombo, mein Patenkind aus Firozabad …

 

Meine Reisetagebücher sind schön und ordentlich, sie sind verkleckst und verschmiert, bunt und wild und laut. Aber eines sind sie nie: langweilig!

 

S ARONG

"nie ohne"; hier 1992 am Lake Powell, USA Foto: Herbert Schumacher

Er hat viele Namen: Sarong heißt er in Südasien und dem südpazifischen Raum, oft auch Pareo, Lava-Lava und Longyi (Lungi), und als Kanga und Kikoi kennt man ihn in Kenia und Tansania. Die Rede ist vom Wickelrock, diesem preiswerten Kleidungsstück, das aus einer einzigen Stoffbahn besteht und um die Hüfte gewickelt wird.

 

Meine erste Kanga, die ich 1976 in Mombasa kaufte, existiert noch heute, wenn auch als ein mittlerweile ziemlich ramponiertes Teil, denn für mich heißt es „Nie ohne meine Kanga/meinen Sarong", wenn es auf Reisen geht.

Die Einsatzmöglichkeiten dieses Stückes Stoff sind so vielseitig, dass ich es nicht missen möchte: mein Sarong ist Wickelrock und Badetuch, Handtuch, Bettlaken, Sonnenschutz und Staubfänger ... und manchmal auch eine Picknickdecke oder ein wunderbares Tischtuch auf einem verwitterten Campingplatztisch.

 

T IGER BALM

... zum Größenvergleich eine 2-Euro-Münze

Seit den 1970er Jahren fehlt er auf keiner meiner Reisen, der Tiger Balm (Tiger Balsam).

Die Erfolgsgeschichte dieser Salbe begann vor über 100 Jahren, als die Rezeptur durch Zufall in die Hände des chinesischen Pflanzengelehrten Aw Chu Kin gelangte. Er führte in Rangoon ein kleines Geschäft und nahm die Rezeptur als Basis für ein Mittel, das er an seine Kunden zur Linderung der verschiedensten Beschwerden abgab.

Seine beiden Söhne Aw Boon Haw und Aw Boon Par gaben mit Beginn des letzten Jahrhunderts der alten asiatischen Erfahrungsmedizin einen professionellen Rahmen. Sie gründeten die Firma „Haw Par Brothers“ und machten diesen einzigartigen Balsam – der mittlerweile den Namen Tiger Balm erhalten hatte - weltweit bekannt.

 

Den heute in mehr als 80 Ländern auf der Welt erhältlichen Tigerbalsam gibt es als weiße Salbe, die Menthol enthält, Kampfer, Cajeputöl und andere ätherische Öle sowie Vaseline. In der roten, in ihrer Wirkung stärkeren Variante, ist zusätzlich Zimtöl enthalten.

 

Der Balsam, den es in winzigen Döschen zu kaufen gibt, hilft bei Erkältungsbeschwerden, schmerzenden Gelenken, steifem Nacken, verspannten Muskeln, bei Juckreiz durch Insektenstiche und gegen Kopfschmerzen. Damit ist das auf rein pflanzlichen Wirkstoffen beruhende (multifunktionale) Produkt ein idealer Begleiter auf Reisen.

 

U nterhaltung unterwegs

2010: Rummikub an Bord der "Constellation"

Unterhaltung unterwegs kann vieles sein: Musik aus dem Knopf im Ohr während einer langen Busfahrt, ein kurzweiliges Buch für den Langstreckenflug und interessante Gespräche mit den Mitreisenden im Zugabteil.

 

Um im Urlaub nicht wochenlang "Stadt, Land, Fluss“ oder "Schiffe versenken“ spielen zu müssen, haben mein Mann und ich auf unseren Reisen auch immer einige Spiele dabei; vorzugsweise solche, die man zu zweit, aber auch mit mehreren spielen kann. Ziemlich unentbehrlich finden wir daher Rommékarten und einen Kniffelblock, einen Würfelbecher samt Inhalt und ein Reise-Rummikub. Unseres ist mittlerweile schon leicht ramponiert, denn es begleitet uns schon seit dem Jahr 1984 rund um die Erde …

 

V OYAGE D'HERMÈS

An einem ungemütlichen Wintertag im Jahr 2010 entdeckte ich beim Stromern durch die Parfümabteilung eines renommierten Düsseldorfer Kaufhauses das Parfum „Voyage“ von Hermès.

 

Natürlich sprach mich zuerst der Name an, und dann der Flakon: einer antiken Taschenlupe ähnlich, die man in die aluminiumfarbige Verpackung stecken kann, ist er stoßfest und damit als Reisebegleiter bestens geeignet.

 

Das Parfum für Männer und Frauen überzeugte mich dann endgültig mit seinem Duft: von Zitrone und Kardamom in der Kopfnote über grünen Tee in der Herznote bis hin zu weißen Hölzern mit Moschus in der Basisnote ist es lebendig und beruhigend zugleich - und eine wunderbare, imaginäre Reise. Eine Reise, die man sich immer wieder gönnen kann, denn der Flakon ist nachfüllbar.



 

W ENIGER GEWICHT

Kindle Keyboard 3G in Lederhülle. Mit USB Kabel und Netzadapter

ist auf Reisen immer gut. Bisher wogen vor allem die Bücher in meinem Rucksack oder Koffer ziemlich viel, aber das hat nun ein Ende, denn mein neuestes Spielzeug (vom Dez. 2011) ist der "Kindle Keyboard 3G“.

 

Der eReader ist definitiv kein Ersatz für Bücher, aber z. B. ideal für die Reise. Um nur einige Vorteile zu nennen: Speichert bis zu 3.500 Bücher (Reiseführer, Karten, Tageszeitung-Abo …), leichter als ein Taschenbuch, weltweite drahtlose Verbindung ohne Vertrag, per Adapter direkt am Netz aufladbar und damit unabhängig von einem PC, Akku-Laufzeit bis zu 2 Monate, verstellbare Schriftgröße – und vor allem dank E Ink-Display reflexionsfrei und daher selbst bei hellem Sonnenlicht wie echtes Papier zu lesen. Einziger Nachteil: mir persönlich ist das Angebot der deutschsprachigen eBücher noch nicht umfangreich genug, aber ich gehe davon aus, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird.

 

Nachtrag Januar 2014:

mehr zu meinem Kindle-Reader HIER

 

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X ING & XOXO

2010: High Noon in San Diego, USA

Abkürzungen spielen im amerikanischen Leben eine große Rolle. Wenn wir das Land besuchen, sollten wir uns besser darauf einstellen, denn sie begegnen uns überall:

 

Wir trinken POP und essen ein SUB, oder wir fahren mit unserem 4WD im Deli vor, um uns für einige Bucks ein BLT Sandwich zu kaufen; gerne auch als BOGO-Angebot.

Und wenn wir zum BBQ eingeladen sind, dann steht auf der Einladung vielleicht BYO.

Später werden wir uns dann in einer email mit TXS oder TYSM für den netten Abend bedanken, und der Gastgeber wird es verstehen. Genau so, wie er unser abschließendes Cu nicht wörtlich nehmen wird.

 

Beliebte Abkürzungen sind auch jene mit dem Buchstaben "x“. Dieses "x“ steht dabei entweder für extra (zusätzlich, extra) oder für cross (Kreuz); die bei uns bekanntesten Beispiele hierfür dürften die Größenangaben von XS bis XXL sein und die Abkürzung x-mas bzw. Xmas für Christmas (Weihnachten).

 

XING weist auf eine Kreuzung (crossing) hin; BIKE XING ist demnach ein kreuzender Fahrradweg, und wenn wir das Schild PEDS XING sehen, müssen wir uns als Autofahrer auf Fußgänger (pedestrians) einstellen, die unseren Weg kreuzen.

 

Und wenn wir dann nach unserem Besuch in den USA eine Nachricht bekommen, die mit xxx (Kuss, Küsse) unterzeichnet ist oder mit xoxo (hugs and kisses, also Umarmungen und Küsschen), dann wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben!

 

Y OUNG GENERATION

Januar 2012: unsere Jüngste, Belli (3) in Thailand

 

Die übernächste Generation unserer reiselustigen Familie: meine Großnichten Belli und Lena sind mit ihren Eltern nach Singapur ausgewandert und erkunden von dort aus Asien und Australien.

 

 

 

Z EHN ZUGFAHRTEN

2011: Dampflok in Pretoria, Südafrika

 

 

Zu jedem gelungenen Urlaub gehört für mich möglichst auch eine Zugfahrt. Viele interessante und unvergessliche Eisenbahnfahrten habe ich während meiner Reisen schon gemacht; hier einige Highlights:

 

 

1. Peru 1979: durch den Urwald zur Inkafestung
Mit dem „Ordinario“ (und nicht mit dem Touristenzug!) fahren meine drei Freunde aus München und ich im Zick-Zack-Kurs von Cuzco nach Machu Picchu. Ab Ollantaytambo geht die Fahrt dann durch das Tal des Río Urubamba, und damit durch das saftige Grün eines dichten Tropenwaldes mit Farnen, riesigen Papayas, Lianen und Bromelien. Und wir fahren staunend durch diesen Zaubergarten …

 


2. Sri Lanka 1981: unterwegs als Trittbrettfahrer
Für die Zugfahrt von Colombo nach Anuradhapura haben meine Freundin Petra und ich uns Tickets der ersten Klasse gegönnt, aber in unserem Abteil mit den grün getönten Scheiben ist es ziemlich langweilig, und fotografieren kann man auch nicht. Also fahre ich den größten Teil der Strecke auf dem Trittbrett sitzend mit: an der frischen Luft und vorbei an Reisfeldern, Palmenhainen und Seerosenteichen, in denen weiße Reiher stehen … 

 


3. USA 1982: per Zug durch den Großen Salzsee
Die erste große Bahnfahrt für John und mich, von San Francisco nach Salt Lake City. Wir sind beeindruckt von dem zweistöckigen Zug mit angehängtem Aussichtswagen und natürlich von der großartigen Landschaft. In Erinnerung geblieben ist uns die Fahrt aber hauptsächlich deshalb, weil wir auf ihr Hunger und Durst litten, denn wir hatten nur noch drei Dollar Bargeld, und unsere Kreditkarte wurde nur im Speisewagen akzeptiert. Der leider erst fürs Dinner öffnete. Entschädigt wurden wir dann aber mit einem fantastischen Sonnenaufgang während unserer 103 Meilen langen Fahrt mitten durch den Großen Salzsee. 

 


4. Indonesien 1984: Reisterrassen und Holzbrücken
Auf unserer Weltreise erkundeten wir Java unter anderem per Bahn; die schönste der Fahrten war für uns diejenige von Bandung nach Jakarta; nachzulesen hier:

In 66 Tagen um die Welt

 


5. Ägypten 1992: Party-Express nach Luxor
Mit meiner Freundin Christel und einer kleinen Gruppe auf Bildungsurlaub in Ägypten. Im Nachtzug von Kairo nach Luxor herrscht Partystimmung: aus dem Bordlautsprecher dröhnt laute Techno-Musik, und nach dem Dinner werden Oldies gespielt. Da hält es unsere Truppe nicht mehr auf den Sitzen: alle tanzen auf den Gängen, singen und lachen; an Schlaf ist so schnell nicht zu denken.
Bei Sonnenaufgang dann vor den Zugfenstern das Kontrastprogramm: Zuckerrohrfelder und Lehmziegel-Dörfer mit weißen Tauben und einem Esel, der geduldig auf seinen Arbeitsbeginn wartet. Eine schwarz gekleidete Frau mit einem Wassergefäß auf dem Kopf, und hinter Palmen im Morgendunst geht die Sonne auf. In der Ferne ein Minarett …

 


6. Vietnam 2002: Geburtstagsfeier im Nachtzug von Hanoi nach Hoi An
Tagebuchnotiz vom 17. März: Mein erstes Geburtstagsgeschenk heute: der Blick aus dem Zugfenster auf ein langsam hell werdendes Vietnam. Wir fahren durch Reisfelder, vorbei an kleinen Hütten, einem träge dahinfließenden Fluss mit kleinen Booten, an Fischernetzen und Karsthügeln. Bauern und Fischer beginnen ihr Tagwerk. Am Himmel sieben Kraniche. Wenn das kein Glück bringt …!

 


7. Australien 2006: Traumpfade auf Schienen
Mit dem legendären „The Ghan“ von Alice Springs nach Adelaide; nachzulesen hier:

Songlines

 


8. Indien 2007: im Männerabteil von Delhi nach Varanasi
Meine Erlebnisse im Shiv Ganga Express sind nachzulesen in der Reisegeschichte

Incredible !ndia

 


9. Südafrika 2011: Golf-Safari mit Rovos Rail
Den Reisebericht über neun Tage an Bord des Luxuszuges findet man hier:

Schienenstrang und Schotterpiste

 

 


Von welchen Zugfahrten ich noch träume? Nun, da gibt es einige, und wer die Fernsehserie „Eisenbahnromantik“ des SWR kennt, der weiß, wovon ich rede.
Aber es gibt tatsächlich ein Eisenbahnerlebnis, das auf meiner Wunschliste an oberster Stelle steht, und das ist eine Fahrt durch Darjeeling mit dem „Toy Train“; jener Schmalspurbahn, die seit 1999 von der UNESCO sogar als Weltkulturerbe eingestuft ist. Womit dann auch meine Top Ten komplett wären …

15. Januar 2012:

Heute habe ich dieses Alphabet endlich fertiggestellt. Ich danke allen, die mit mir gelitten und nach Begriffen für den letzten noch fehlenden Buchstaben (dieses verflixte "J") gesucht haben.
Jetzt habe ich so viele Vorschläge und gute Ideen für diesen Buchstaben, dass ich damit eine eigene Seite füllen könnte …