Musikschrank

 

„Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an."
E.T.A. Hoffmann (1776-1822)

 

aus aller Welt: alte MCs

Eines der schönsten Souvenirs, das man von einer Reise mitbringen kann, ist für mich Musik: Gesänge der Maori und der Navajo-Indianer, griechische Lieder, Bauchtanzmusik aus Ägypten, Naturgeräusche aus Cornwall, Country & Western Music aus den USA ...


Noch heute besitze ich einen Walkman, um die in den 1970er und 1980er Jahren von meinen Reisen mitgebrachten Musicassetten abspielen zu können. Für die Jüngeren unter uns: bei den genannten Teilen handelt es sich um Geräte, mit denen man in grauer Vorzeit Musik aufnehmen und wiedergeben konnte; Genaueres u.a. bei Wikipedia ;-)

Wenn ich heute die leicht rauschenden und knisternden tapes höre, dann bin ich sofort wieder in Neuseeland, in Arizona und anderswo ...

Aus den Cassetten sind inzwischen CDs geworden, auch sie eigentlich ein Fall fürs Musik-Museum. Aber ich liebe diese Silberlinge mit ihren kreativen Covern und den informativen Booklets, die meist einiges über die Künstler und ihr Land erzählen.
Mittlerweile ist diese "Weltmusik" auch einfach übers Internet zu beziehen, so dass man sich schon bei Vorbereitung einer Reise musikalisch auf Land und Leute einstimmen kann.

 

NEU: Meine musiklischen Reiseberichte  (Australien, Israel, Namibia) stehen jetzt unter "REISEGESCHICHTEN"!!!

All the world's a stage

William Shakespeare (1564-1616): As you like it

MUSICALS

Ich liebe Musicals! Vor allem während unserer Jahre in London hatten wir die Möglichkeit, uns viele anzusehen, denn in der britischen Hauptstadt ist das kein Problem: allein in London West End gibt es um die 40 Theater, und bei den Musicals ist die Auswahl groß; ständig werden mindestens 20 verschiedene gespielt. Die Karten sind preiswerter als in Deutschland, und z. B. am berühmten „ticket booth" am Leicester Square kann man Restkarten für etwa die Hälfte erstehen.

 

Die Musicals, die ich hier vorstellen und empfehlen möchte, entführen uns natürlich in fremde Länder ...

 

1. AFRIKA: The Lion King (dt. Der König der Löwen)

"Oh, I just can't wait to be king!" - Scan aus der Souvenirbroschüre

Das mit Auszeichnungen überhäufte Musical von Elton John und Tim Rice wurde 1998 in Minneapolis uraufgeführt, und seit dem Jahr 1999 wird es im Londoner Lyceum Theatre gezeigt.

 

Die meisten von uns kennen die Geschichten um Simba, den Sohn des Löwenkönigs Mufasa, um seine Familie und seine Freunde zumindest von dem Zeichentrickfilm, den die Disney Studios im Jahr 1994 produzierten, und der die Vorlage für das Musical lieferte.

 

In diesem Musical begeistern besonders die Tänze und die Musik; ich erinnere hier nur an Ohrwürmer wie „Circle of Life" (dt. "Der ewige Kreis") und „Hakuna Matata" - aber für mich sind es vor allem die großartigen Kostüme, in denen der schwarze Kontinent mit seiner Steppe und seinen Tieren so lebendig wird, dass kaum jemand das Theater verlässt, ohne verzaubert zu sein.

 

2. VIETNAM: Miss Saigon

"... they are all our children too”. Scan aus der Souvenirbroschüre

Saigon im April 1975, die letzten Wochen des Vietnamkrieges. In dem heruntergekommenen Nachtclub „Dreamland" verlieben sich der GI Chris und das 17jährige Barmädchen Kim ineinander. 

Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: die militärische Lage in Saigon spitzt sich zu und Chris verlässt mit dem letzten US-Hubschrauber die Stadt. Kurz darauf fallen die Truppen des Vietcong in Saigon ein.

 

Seine Schuldgefühle und die Gedanken an Kim lassen Chris jedoch nicht los, und obwohl er mittlerweile verheiratet ist, kehrt er 1978 nach Vietnam zurück um Kim zu suchen. Dabei lernt er auch seinen mittlerweile dreijährigen Sohn Tam kennen - und das Schicksal nimmt seinen tragischen Lauf ...

 

Die Uraufführung von „Miss Saigon" fand im Jahr 1989 in London im Theatre Royal Drury Lane statt, wo es bis 1999 gespielt wurde.
Und wenn manche auch das Madame Butterfly-Thema kitschig und rührselig finden mögen, so lebt das Musical doch von seinen guten Songs und dem spektakulären Einsatz eines echten Hubschraubers auf der Bühne. Und es macht nachdenklich und traurig, wenn der Chor über die so zahlreichen vietnamesisch-amerikanischen Kinder wie Tam singt:

 

"They're called Bui Doi,
the dust of life.
Conceived in hell
and born in strife.
They are the living reminders
of all the good we failed to do.
We can't forget
must not forget
that they are all
our children too." 

3. THAILAND: The King and I

"Shall I Tell You What I Think Of You?"

Die resolute Engländerin Anna Leonowens kommt 1860 als Lehrerin an den Hof des Königs von Siam, wo sie Seiner Hoheit, dessen vielen Kindern und zahlreichen Frauen die Grundlagen der westlichen Zivilisation beibringen soll. Dabei mischt sie den ganzen Palast gründlich auf und scheut sich auch nicht, dem König Paroli zu bieten.

 

Zwei Bücher schrieb Anna Leonowens über ihren fünfjährigen Aufenthalt in Thailand, aber international bekannt wurde ihre Geschichte erst 1944 durch das Buch „Anna and the King of Siam" von Margaret Landon.
Insgesamt viermal wurde der Stoff verfilmt, und das berühmte Duo Richard Rodgers und Oscar Hammerstein machte ein Musical daraus, das 1951 Broadwaypremiere hatte. In England wurde das Musical von 2000 bis 2002 im London Palladium aufgeführt.

 

Besonders beeindruckend fand ich dabei das exotische Bühnenbild mit dem genialen Lichtdesign und natürlich die prächtigen Kostüme und die Tänze; ein wahres „Fest für die Augen".

zu Anna Leonowens s. auch meine Seite Ladies On The Road

 

Wer mehr über Londons aktuelle Musicalproduktionen erfahren möchte,

dem empfehle ich die Seite