Das letzte Wort über die Wunder des Hundes
ist noch nicht geschrieben.

Jack London (1876 - 1916)


Oskars Blog (6)

Titel: OSKAR UNPLUGGED

26. April 2012

 

Ich Rabenmutter! Habe gestern die beiden Hunde mal wieder in die Tierpension gebracht und deswegen ein unendlich schlechtes Gewissen! Aber ich bin sicher, unsere beiden Vierbeiner sehen das lässiger und freuen sich wenigstens zeitweise, endlich mal wieder "unter sich" zu sein!

25. April:

 

Nachdem Bundespräsident Johannes Rau von seinem Hund Scooter bei einer stürmischen Begrüßung umgeworfen worden war und sich einen Bluterguss am Knie zugezogen hatte, tat er den denkwürdigen Ausspruch, dass Scooter

als Hund eine Katastrophe, als Mensch aber unersetzlich sei.

 

Ich stelle mir Oskar als Mensch vor. Wie wäre er? Wenn ich ihn so beobachte, dann sehe ich momentan einen Grundschüler mit ADHS vor mir: hyperaktiv, aber hochintelligent und daher oft unterfordert. Ein quirliges kleines Kerlchen, das einen an den Rand des Wahnsinns treiben kann, und für das man viel Geduld, Humor und Liebe braucht. Das einem diese Liebe aber auch tausendfach zurückgibt ...

 

Nachtrag: heute hat Oskar gelernt, die Frisbeescheibe in der Luft aufzufangen! Was unseren Hund allerdings nicht daran hindert, sie nach einigen Spielchen weiter zu zerkauen! Macht Sinn, denn nach der Jagd wird die Beute ja auch verspeist …

(c) SKR

24. April 2012


Wieder unterwegs auf einer dieser "Oskar-muss-jetzt-unbedingt-diesen-Rottweiler-zerfleischen-oder-wenigstens-Lkws-jagen-und-Angie-trödelt-und-schnuppert-an-wirklich-jedem-Grashalm"-Touren.

Uff, die Frau am anderen Ende der Leinen ist urlaubsreif!

 

Aber nur noch vier Tage, dann geht mein Flieger nach Sizilien. Zu alten Tempeln und Zitrusplantagen, zu Städten und Korkeichenwäldern, Stränden und der Mondlandschaft des Ätna.

Und dann wird es mir bei einem Nero d’Avola ziemlich egal sein, wer sich an meiner Stelle mit dem Duo herumplagt!

"Stark Wie Zwei" ... und endlich in der Garage!

 

23. April; "Monday, Monday …"

 

Ausgerechnet auf unserem Parkplatz. Ausgerechnet in unserem Wald. Ausgerechnet um unsere Uhrzeit … ausgerechnet da muss uns die (einzige) Feindin von Angie über den Weg laufen, die schwarze Ebby. Bei ihrem Anblick rastet unsere Sanfte immer wieder komplett aus; keine Ahnung warum!

 

Nachdem ich meine beiden Viecher (Oskar musste natürlich mitpöbeln!) gebändigt hatte, erfanden wir eine neue Sportart, nennen wir sie das "Synchron Sich-Lösen".

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Beate steht mit beidseitig ausgestreckten Armen in der Mitte eines schmalen Waldweges, links an der schwarzen Leine einen Oskar, der einen krummen Rücken macht, und rechts an der grünen Leine eine Angie, die zeitgleich der Verrichtung ihres Geschäfts nachgeht. Ein lebendes Triptychon.

 

Zum Abschluss unseres Ausflugs sahen wir dann aus dem Auto heraus noch Jerry, der Oskar schon mal angebellt hat. Das hat sich unser Hund natürlich gemerkt und zeigte es dem Terrier, indem er wild herumtobte und versuchte, durch die Heckscheibe an den Kollegen heranzukommen … die Woche fängt gut an!

21. 04. 2012

 

Unser kleiner Zerstörer hat mittlerweile nicht nur seine eigenen Spielzeuge kaputt gemacht, sondern auch die von Angie. Selbst die "unkaputtbare" Hundefrisbee-Scheibe, mit der Rex immer so gerne spielte, gestaltete der Ungar innerhalb von drei Tagen mit kreativ eingesetztem Gebiss so um, dass sie jetzt eher wie ein Zahnrad aussieht.

Als einziges verschonte Oskar bis jetzt die kleinen Bälle; die sind nur so lange interessant, wie beim Herumrollen kleine Snacks herausfallen …

18. April:

Oskar findet unsere Fische nach wie vor suspekt. Und dass sie ihm das Fischfutter wegfressen, das macht sie zudem ausgesprochen unsympathisch. Noch nicht einmal vor seinem Bellen haben sie Respekt …

 

Ich weiß nicht, wie er’s macht, aber wenn dieser Rabauke dann zusammengerollt neben mir liegt, sieht er aus wie ein kleiner Welpe, wirkt total verletzlich, und man möchte ihn nur noch knuddeln.

Und die Worte von Edith Wharton (1862-1937) fallen mir ein:

"Mein kleiner Hund

– ein Herzschlag zu meinen Füßen."

17. April; Neues von Oskars Dosenöffnern:

 

Bei einer Radtour mit Oskar gab John am Wochenende alles. Nach anderthalb Stunden Cross Country war der Mann ziemlich geschafft, aber Energiebündel Oskar hatte sich gerade mal warm gelaufen …

 

Beate hat einiges dazugelernt im Stopfen und Zunähen von Dinos – und heute Morgen eine neue Methode gefunden, sich beim Spaziergang mit zwei Hunden wenigstens zeitweise eine Hand frei zu halten: Oskar wird per Leine zusätzlich an Angie vertäut. Obwohl … das Beiboot ist eher Angie, und Oskar der Schlepper!

15. 04. 2012:

 

Oskar macht wirklich nicht nur Freude, und erste Stimmen wurden jetzt auch schon laut, wir sollten den Hund am besten wieder weggeben. Weggeben? Niemals!

Indem wir "ja!" zu Oskar sagten, sagten wir auch "ja!" zu seinen Macken, gegenwärtigen und zukünftigen.

 

Ich bin zudem sicher, dass Oskars Ausraster am Freitag größtenteils aus der Vorstellung kam, mich verteidigen zu müssen. Der andere Rüde (ein etwas tollpatschiger Labrador) hatte den Fehler gemacht, zu stürmisch an seinen Gartenzaun und damit auf uns zu zu laufen …

Meine Aufgabe ist es nun, dem Oskar beizubringen, dass er mich nicht gegen tollpatschige Labbis verteidigen muss!

 

Noch etwas: Oskar weiß zwar nicht, WAS er am Freitag angestellt hat (dafür war er zu sehr außer sich), aber dass ich entsetzt und traurig war, das spürte er gleich nach unserer Rückkehr. Und benimmt sich seither ausgesprochen gut, ist sanft und lieb. Was aber nicht heißt, dass das bei unserem nächsten Spaziergang und dem nächsten Labrador so bleiben muss …

14. 04. 2012:

 

Nach der gestrigen Spritze ging es Angie schon bald etwas besser, aber "gut‘ Ding will Weile haben!", und so bekommt die Große seit heute Tabletten zur Behandlung von Entzündungen des Bewegungsapparates und gleichzeitigen Schmerzlinderung.

Da die Hündin Tabletten meist wieder ausspuckt, schlitze ich kleine Frikadellen auf, packe eine halbe Tablette hinein und kleistere den Schlitz anschließend mit Leberwurst zu … ein aufwändiges Verfahren, aber wirkungsvoll.

Oskar sah die Prozedur heute zum ersten Mal und war total fasziniert. Und er fand es toll, dass er auch Frikadellen und Leberwurst bekam. Natürlich ohne Tabletten!

FREITAG, DER DREIZEHNTE

 

Irgendwie ist heute ein rabenschwarzer Tag für unser Rudel:

 

beim morgendlichen Spaziergang rastete Oskar total aus wegen eines anderen Rüden. Wenn Oskar ausrastet, dann hört und sieht er nichts mehr und schnappt nach allem, was in der Nähe ist. Meist ist das Angie, aber heute musste ich dran glauben: das Mistvieh hat mir in die Hand "gebissen" und anschließend noch mal ins Schienbein. So geschickt, dass ich trotz Jeans jetzt Hautabschürfungen vorweisen kann!

 

Angie macht andere Sorgen: gestern hat Oskar (der schon wieder!) sie umgerannt, und jetzt kann sie nur unter Schmerzen hochspringen, und ich bekomme sie mit ihren mindestens 35 Kilo auch nicht ins Auto gehoben. Aber zum Glück haben wir ja einen sehr netten Tierarzt, der nach seiner Sprechstunde vorbeikommen will.

 

Und dann ist hoffentlich bald Samstag, der Vierzehnte.

12. April:

 

Wenn Oskar wie angenommen jetzt bei uns sein Welpen-Dasein nachholt, dann müssen wir noch einige Monate aushalten mit dem kleinen, übermütigen Taugenichts. Der mir heute Morgen zum Beispiel wieder ein altes Küchentuch aus der Hand zerrte, um es anschließend genüsslich zu zerfetzen.

Motto: Hauptsache, der Hund hat Spaß!

11. 04. 2012

 

Oskar hasst sein Geschirr, und zwei davon hat er schon zerbissen. Ok, das war eindeutig meine Schuld, weil ich ihn die Teile unbeaufsichtigt tragen ließ, wenn auch nur für zwei Minuten. Ich hätte wissen müssen, dass der Hund pfeilschnell im Zerstören ist …

Wenn ich ihm vor dem Spaziergang sein Zaumzeug anlegen will, büxt Oskar erst einmal aus, sieht dann aber schnell ein, dass er so nicht vor die Türe kommt.

Also packt er Trick Nummer drei aus und macht einen gaaanz dicken Bauch - wohl in der Hoffnung, dass das Geschirr dann nicht passt oder wenigstens später lockerer sitzen wird. Beim Satteln von Pferden und Elefanten habe ich dieses Verhalten schon erlebt, aber noch nie bei einem Hund:

Oskar ist wirklich ein ganz besonderer Hund!!! Aber das weiß ja wohl jeder Besitzer von seinem Tier ...

10. April 2012


Hilfe! Nach vier Feiertagen mit langen Spaziergängen, mit Toben auf der Hundewiese und mit Raufspielchen im Garten darf ich jetzt unseren Hunden wieder Zucht und Ordnung beibringen.

Zum Beispiel das Laufen an der kurzen Leine. Bei Angie kein Problem, aber Oskar sticht der Hafer: ständig in Aktion, hin- und herlaufend, hüpfend, zerrend und aus den beiden Leinen ein Makramee knüpfend (Motto: "Wo ist das nächste Abenteuer?") ist der Hund eine ganz schöne Herausforderung an Geduld und Durchsetzungsvermögen. Dasselbe im Haus, aber ohne Leine.

Kastration soll Hunde ruhiger machen …? Nicht unseren Oskar!

(c) Uli Stein; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Catprint Media (www.catprint.de)

9. April 2012:

 

Hier eine Postkarte, die uns eine liebe Freundin bereits vor Jahren schickte. Reanimiert und eingescannt, da sie mit Oskar wieder aktuell wurde:

 

schon erstaunlich, wie viele mails in solch einem kleinen Hund stecken!

 

 

* * * * *

 

Egal, von welcher Art und Rasse,
ob tief er bellt, ob hoch er kläfft,
der Hund macht alles auf der Straße
- und auf die Straße sein Geschäft.


Heinz Erhardt (1909 - 1979)

Ostersonntag 2012

 

Oskar wünscht allen seinen Fans

ein frohes Fest

 

... und versteckt schon mal seinen Dino im Garten, damit sein Rudel etwas zum Suchen hat :-)))

5. April

 

"Ich gehe nur einkaufen." Wenn ich das früher sagte, dann saß da oft ein Hund und schaute mich traurig an. Weil er wusste, nun muss er einige Zeit alleine bleiben.

 

"Ich gehe nur einkaufen." Heute sitzen da zwei Hunde und schauen mich erwartungsvoll an. Weil sie wissen, dass sie manchmal mitgenommen werden.

Auch, wenn sie dabei meist im Auto bleiben müssen, findet vor allem Oskar die Fahrerei und das Parken vor den verschiedenen Geschäften total interessant. Weil meist eines der Geschäfte irgendetwas hat, was man fressen kann.

 

Ja, und hier muss ich mich auch einmal outen: ganz abgesehen von dem Vorteil, dass Oskar während dieser Zeit nichts im Haus anstellen kann, genieße ich es einfach, auf irgendeinem Parkplatz eine Laugenstange oder ein Käsebrötchen mit den beiden Raubtieren zu teilen. Weil es einfach gemütlich ist und das Rudel noch mehr zusammenschweißt ...

2. April 2012

 

Hier ein typisches iPhone-Foto von Oskar; der Hund ist einfach schneller als die moderne Technik und ihre Anwenderinnen!

 

Heute morgen hatte ich übrigens zwei Schafe an der Leine! Aber während Angie bedächtig und gewissenhaft an den frischen Grasbüscheln zupfte, riss Oskar die Halme im Vorbeilaufen aus. Was sich als ziemlich unproduktive Methode herausstellte, denn zum Fressen kam er damit irgendwie nicht ...

Erster April:

 

Heute schreibe ich nichts; es würde mir ja eh' niemand glauben ... :-)))