Aus diesen Hundeaugen spricht etwas, das ich "göttlich" nennen muss, um es zu verstehen. Die unendliche Sympathie, welche die gesamte Schöpfung verbindet, sammelt sich in den Augen meines Hundes.

Luise Rinser (1911-2002)

Oskars Blog. Mai 2013 ff

26. März 2015: Update 6

War schon 'ne ziemlich filmreife Nummer (Abteilung Slapstick), die ich heute abziehen musste, bis ich eine Urinprobe von Ossi im Becher hatte. Gute Vorbereitung in Bezug auf Zeitwahl und Gelände (volle Blase bei Oskar und menschenleere Umgebung), und Angie musste auch zu Hause bleiben. Nur Beate, der Hund und der Becher. Dazu jede Menge Papiertücher und Wet Ones.

Doch dieser Hund, der sonst kein Problem damit hat, frei in der Landschaft stehend zu pinkeln, suchte sich heute ausnahmslos Bäume aus: Strahl Richtung Stamm, den Rücken zu Beate gedreht. Die sich damit mächtig verrenken musste, etwas von dem kostbaren Nass zu ergattern. Bis ein brauchbares Ergebnis vorlag, waren eine Handvoll Versuche nötig und der Misserfolge einige: Baumrinde mit im Becher, nur zwei Tropfen erwischt, nichts erwischt, Becher fallengelassen und alles verschüttet … you name it.

 

Beim vet (leider ist unser Doc Schmid in Urlaub und seine Vertretung schien etwas überfordert angesichts von 12 wartenden Patienten) ging dann alles sehr schnell, denn anstatt die Probe ins Labor zu schicken (wovon ich ausgegangen war), hielt er oder noch wahrscheinlicher die Sprechstundenhilfe lediglich einen Reagenzstreifen in den Becher.

Zwischen Tür und Angel mitgeteiltes Ergebnis: "Alles in Ordnung. Nichts gefunden." Ich interpretiere das so: definitiv keine Blasenentzündung und wahrscheinlich auch keine Diabetes. Nierenprobleme können mit dieser Methode nicht festgestellt werden, da muss umständlicher getestet werden.

Ich lasse mich erst einmal beruhigen und warte jetzt auf die Rückkehr von unserem Doc Schmid. Um dann mit ihm die Sache in Ruhe zu bekakeln.

2. Februar 2015: Update Nummer 5

 

Hallo Freunde,

ich muss euch gleich was erzählen: am letzten Samstagmorgen hatte ich meinen ersten Kampf! Dabei habe ich überhaupt nichts gemacht, noch nicht einmal gebellt. Und ich saß erst auch ganz brav neben John.

Doch dieser blöde Anton mag keine Hundepärchen, wie sein Frauchen erklärte. Er wurstelte sich aus seinem Geschirr (neumodischer Kram, mit einem ordentlichen Halsband wäre das nicht passiert!) und stürzte sich sofort auf mich. Aber: NICHT MIT MIR! Ich habe mich natürlich kräftig gewehrt und wickelte erst mal das blöde Frauchen von Anton in meine Leine ein. Wie gut, dass Beate nicht dabei war, die hätte bestimmt gepanikt! Aber Angie blieb in einiger Entfernung ganz ruhig stehen, und so gelang es dem John und dieser Frau, den Anton und mich bald zu trennen.

Wer gewonnen hat? Irgendwie niemand; ich glaube, die Partie ging remis aus! Aber DAS Gesicht merke ich mir!

 

Erst am frühen Nachmittag fiel auf, dass mich dieser Anton wohl doch erwischt hatte, und Beate fand dann auch zwei Wunden an der Innenseite eines Oberschenkels.

Ich mache es kurz: natürlich hatte die Praxis von unserem Doc Schmid schon geschlossen, und natürlich hielt an dieser Stelle keiner der selbstgemachten Verbände, obwohl sich John und Beate große Mühe gaben und ich ganz still hielt. Also haben die den Tierärztlichen Notdienst angerufen, und John fuhr mit mir zur Notfall-Sprechstunde um 17 Uhr. Das lange Warten auf den Beginn der Sprechstunde hatte sich gelohnt: diese Frau Nitzko war total nett, schmuste mit mir und gab mir gaaanz viele Kekse. Da habe ich gar nicht bemerkt, dass sie die Wunden einsprühte (einen Verband konnte auch sie nicht anlegen) und mir eine Spritze gab. John bezahlte 60 Euro, und der Tag wurde dann doch noch gut, denn mein Rudel überschlug sich fast, mich noch mehr als sonst zu verwöhnen.

 

So viel für heute. Bleibt gesund … und wenn ihr diesen Anton seht: bitte nicht streicheln; das hat diese Kanaille nicht verdient!

 

Euer Ossi   

31. Oktober 2014: Update 4

Ossi hat sich vor einigen Tagen die linke Hinterpfote wund geleckt. Erst gab es ein Söckchen von Beate, dann von Doc Schmid einen richtigen Verband. Den hatte unser kleiner Bastler allerdings ziemlich bald abmontiert, weshalb er ein Schühchen verpasst bekam. Natürlich war auch dieses nach zwei Tagen schon arg ramponiert, aber zusammen mit den dreimal täglich auf die Pfote aufgebrachten Tropfen tat es seinen Dienst, und Oskars Pfote ist jetzt schon fast ausgeheilt.

 

Dass der Arme einen halben Tag lang mit dem Schühchen am falschen Fuß herumlaufen musste, weil sein Pflegepersonal sich geirrt hatte, das ist diesem zwar peinlich, sollte aber nicht unerwähnt bleiben.

Der Einzige, dem das von Anfang an komisch vorkam, war der Hund selbst: er streckte beim Laufen sein rechtes Bein mit dem falsch sitzenden Schuh weit von sich und eierte durch die Wohnung, wollte nicht sitzen und nicht liegen, sondern stand nur rum und schaute uns an. Mit diesem ganz besonderen Blick …

 

Nachtrag; zwei Stunden später:

Ich sitze auf der Couch, als plötzlich Oskar unter Bocksprüngen auf mich zu läuft und mir freudig einen Gegenstand vor die Füße wirft: seinen Schuh!

Hat dieser Schlingel es doch tatsächlich fertiggebracht, in einer unbeaufsichtigten Minute den Klettverschluss aufzudröseln und den Reißverschluss ein Stück aufzuziehen, so dass er den Schuh abstreifen konnte.

Harry Houdini (übrigens auch in Ungarn geboren!) war nichts gegen diesen Hund!

29. September 2014: Update 3

Juli 2014: Oskar übt noch ...

Unser mittlerweile schon vierjähriger Ungar lernte ja bekannterweise von Angie, dass das Nach-Mäusen-Buddeln Spaß macht. Erwischt hat er nie eine, und ich habe ihm das auch nicht zugetraut … bis heute.

 

Heute Morgen grub Oskar auf einer Wiese eine Maus aus, die er sich (anders als "normales" Fressen oder Spielsachen) von mir auch nicht abnehmen ließ. Das arme Nagetier quiekte noch einmal, und dann hatte Oskar es verschlungen. Am Stück und noch lebendig, befürchte ich ;-(((

 

Habe sofort den Spaziergang abgebrochen und bin mit den Hunden zum Auto zurück. Wobei unser Killer und Allesfresser einen höchst zufriedenen Eindruck machte; nicht die Spur von Reue, weil er nicht gehorcht und seine Beute behalten hatte.

 

À propos "Auto": am 23. November 2011 habe ich mich in diesem Blog ausgelassen über die "Hunde-Übermütter" mit ihren hundgerecht umgebauten Autos. Heute bekenne ich:

In meinem Terios ist zwar immer noch keine dieser sündhaft teuren Transportboxen eingebaut, aber er hat schon lange nur noch drei Sitze statt vier, damit die Hunde mehr Platz haben. Dieser Platz ist ausgepolstert mit Bergen von alten Handtüchern, die hinteren Fenster sind von Hundespucke verklebt, und der Lack des Kofferraums ist zerkratzt. Staub und Hundehaare liegen und fliegen in Mengen herum, vor allem bei nassem Wetter riecht es nach Hund, und seit einigen Wochen ist mein ständiger Beifahrer eine sperrige Einstiegsrampe, denn der Terios hat eine ziemlich hohe Ladekante, die Angie nicht mehr hochspringen kann.

 

Ja, Hochmut kommt vor dem Fall. Aber ich kann alles erklären …

12. Mai 2014: Update 2

Unser wasserscheuer Oskar, der bis jetzt um jede Pfütze einen Bogen machte oder mit einem eleganten Satz darüber hinweg sprang, dieser Oskar patscht seit einigen Tagen ohne Rücksicht auf Verluste durch jeden Schlammtümpel. Womit ich jetzt zwei Hunde habe, die nach unseren Waldspaziergängen aussehen wie Wildschweine, die gerade aus ihrer Suhle kommen ...

4. Februar 2014: Kleines Update Oskar

Fast acht Monate ist es nun her, dass ich mich das letzte Mal von der Oskar-Front meldete. Einige von euch haben mir geschrieben, dass sie Oskars Blog mit den Streichen des kleinen Ungarn vermissen und gerne wissen möchten, was sich in der letzten Zeit so getan hat.

 

Nun … sehr viel ist es nicht. Die größte Änderung gab es bei Angie: die sanfte, ruhige Hündin hat sich mittlerweile in eine renitente, alte Krawallschachtel verwandelt. Sie, der Oskar erst das Bellen beibringen musste, ist nun fast lauter als er und ausdauernder. Warum nur müssen sich die Viecher immer die schlechten Eigenschaften von anderen abschauen?

 

Oskar ist inzwischen schätzungsweise 3 ½ Jahre alt und nach wie vor im allerbesten Flegelalter, rempelt und rüpelt sich durchs Leben wie eh und je.

 

Die Strecke seiner erlegten Plüschtiere hat er um einen Bären erweitert. Dem Hunde-Spielzeug (!) zog er als Erstes das grüne Halstuch aus, indem er mit kleinen, spitzen Zähnchen den Knoten aufdröselte. Dann wurde Meister Petz waidmännisch aufgebrochen und die ganzen weißen Watte-Innereien mit viel Ausdauer herausgezupft.

Mittlerweile habe ich es aufgegeben, sämtliche Spielzeuge zeitnah zu reparieren – und siehe da: unser Hund liebt das Bärenfell abgöttisch, schleppt es durchs ganze Haus und holt es immer wieder hervor, um zu Zerrspielen aufzufordern. Was nicht ganz ungefährlich ist, denn der Bär ist ziemlich klein und die scharfen Hundezähnchen damit sehr nahe an der menschlichen Hand …

 

Unseren Buchenwald hat Oskar ziemlich umgestaltet: jedes herumliegende Stöckchen wird freudig aufgehoben, angekaut und mir vor die Füße geworfen oder in die Hand gedrückt. Dieses Schlitzohr hat nicht vergessen, dass er für braves Apportieren belohnt wird. Und oft schon bin ich in die Oskar-Falle getappt und habe ihm seine "Belohnung" auch dann gegeben, wenn ich ihn gar nicht zum Apportieren aufgefordert hatte.

 

Nach wie vor ist auch kein Karton vor unserem Hund sicher, selbst dann nicht, wenn ich das Teil – wie neulich geschehen – auf einen Stuhl stelle. In einem unbewachten Moment zog Oskar das Päckchen zu sich auf den Boden, schleppte es in eine Ecke und war sichtlich erfreut, dass er darin auch noch Verpackungsmaterial fand: kleine Styropor-Teilchen, die sich wunderbar im ganzen Zimmer verteilen ließen. Aber wie kannst du solch einem kleinen Irrwisch schon böse sein, wenn er dich mit leuchtenden Augen ansieht, um dir dann mit freudigen Bocksprüngen das herrliche Chaos zu zeigen, das er angerichtet hat???

 

Aber Oskar kann auch anders. Seit einiger Zeit hat er eine professionelle Spaziergängerin, die ihn drei- bis viermal in der Woche abholt, um ihn eine Stunde lang im Wald auszupowern. Frau E. weiß nur gute Dinge über unseren Ungarn zu berichten: er zerrt nicht, sondern geht ordentlich an der Leine, und er ist bei Begegnungen mit anderen Hunden zurückhaltend und brav … Wundertüte Oskar!

Das Leben mit Oskar (iPhone-Schnappschüsse):

aus Oskars Kreativ-Werkstatt:

An alle Freunde von Oskars Blog

Freitag, 17. Mai 2013

 

Übermorgen wird Oskars Blog anderthalb Jahre alt. Viel hat sich in dieser Zeit ereignet, über das wir fast täglich berichtet haben, der Oskar und ich. Aber jetzt brauchen wir eine schöpferische Pause.

Ob und in welcher Form Oskars Blog wieder auferstehen wird, das kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber ich bedanke mich ganz herzlich bei allen, die uns auf unserem Weg begleitet, Anteil an Oskars Werdegang genommen und ihre Freundschaft auf vielfältige Weise ausgedrückt haben.

 

Wir wünschen Euch ein schönes Pfingstfest und weiterhin alles Gute

Beate und das Ratinger Rudel

 

Beate hat gesagt, ich habe das letzte Wort. Ich mach’s kurz:

Viel schöner bist du, wenn du lachst,
als wenn Du eine Schnute machst.

Bleibt fröhlich!

Euer Oskar

15. Mai: ein Oskar hat’s oft schwer

 

Angie knurrt ihn an, wenn er sie ungestüm anrempelt,

John verbietet ihm, ihn zu küssen,

und ich faltete ihn heute Morgen zusammen, weil einer meiner Sneakers fehlte. Konnte natürlich nur dieser Ungar gewesen sein, und so lief ich laut schimpfend durchs ganze Haus auf der Suche nach dem fehlenden Teil; Oskar immer brav hinterher ... bis ich den Schuh dann fand: der Chef unseres Rudels hatte ihn irrtümlicherweise auf das falsche Brett der Schuhablage gestellt.

 

Besucher machen es Oskar auch nicht gerade leicht: immer, wenn er ihnen erlaubt hat, sich beispielsweise im Wohnzimmer aufzuhalten, müssen sie sich auf die Terrasse oder Richtung Gäste-WC begeben. Und das geht natürlich nicht ohne gebellten Kommentar unseres vierbeinigen Bewegungsmelders.

 

Ähnlich ist es mit Handwerkern: auch wenn sie ins Haus dürfen, so dürfen sie noch lange nicht in verschiedene Räume gehen. Oskar fühlt sich verpflichtet, aufzupassen und auf die Einhaltung dieser seiner Regel zu achten. Stressig auch für mich, denn ich muss permanent anwesend sein, um zu vermitteln.

Einfach wird’s nur dann, wenn Herr K. im Haus ist. Der junge Installateurmeister sieht das ganz entspannt: Oskar stört ihn nicht, er redet mit dem Hund und nimmt ihn überall hin mit, erklärt ihm, was er da tut (O-Ton: "So Oskar, ich muss jetzt mal in den Flur an meine Werkzeugkiste; wir brauchen einen anderen Schraubenzieher") … und Oskar vergisst seinen Wachhund-Job und gibt den höchst interessierten Installateur-Lehrling.

14. Mai: die Sache mit dem Apportieren

 

Oskar ist definitiv kein Apportierhund, und es kostete mich Monate des Trainings, einen ersten kleinen Erfolg zu erzielen.

 

Auf den Befehl "Bring den Becher!", bringt der Hund mittlerweile tatsächlich einen von ihm ausgeleckten Joghurtbecher zurück und legt ihn mir oft sogar in die Hände, anstatt ihn zu zerkauen oder im Zimmer herumzuschleudern.

 

Gestern nun schnappte sich Oskar voller Freude eine Socke von mir und fing an, sie zu bearbeiten.

Auf meine Aufforderung "Oskar, bring die Socke!" kam jedoch keine Reaktion.

Ich: "Oskar, bring!" Wieder nichts.

Daraufhin ich: "Oskar, bring den Becher!" … und Oskar brachte brav meine Socke zurück.

 

Die Moral von der Geschichte …? Darüber will ich jetzt mal lieber nicht nachdenken!

12. Mai; Nachtrag zu dem gestern vorgestellten Buch

 

Es gibt auch ein Video zu der Geschichte

(in dem die Mutter nicht so egozentrisch rüberkommt):

 

… und die Geschichte von Dale wurde unter dem Titel "After Thomas" verfilmt, ist aber bisher nicht in deutscher Sprache erschienen. Hier eine Zusammenstellung von Ausschnitten des Films, der sich übrigens sehr eng an die Buchvorlage hält:

 

 

Wer sich mehr Videos über Therapiehunde ansehen möchte: unter den Stichwörtern "Healing power of pets" und "Service Dogs" sind bei YouTube zahlreiche Beispiele zu finden, welch großartige Arbeit Hunde im Dienst von behinderten und traumatisierten Menschen leisten.

11. 05. 2013. Soeben ausgelesen:

 

"Ein Freund namens Henry. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen meinem autistischen Sohn und seinem Hund" von Nuala Gardner.

 

Das Buch ist zwar interessant, aber insgesamt eher enttäuschend. Ich erwartete, etwas über den autistischen Jungen Dale und seinen "Therapiehund" zu lesen, wie Titel und Untertitel glauben machen, aber hier geht es primär um die Selbstdarstellung einer Übermutter, die um die Rechte ihres Sohnes auf Förderung kämpft und ihn mit Fördermaßnahmen quasi zuschüttet. Was ja nicht das Schlechteste ist, aber es bleibt ein bitterer Nachgeschmack … als wäre es allen Eltern möglich, allein durch Kampfgeist und unermüdlichen Einsatz ihr autistisches Kind zu sozialer Interaktion zu bewegen und zudem eine wundersame, rasante Entwicklung bei ihm zu bewirken.

Dass der Titelheld der Geschichte, der Golden Retriever Henry, dabei erst auf Seite 126 das erste Mal auftaucht, das ist bezeichnend für den Tenor des Buches.

Schade, da hätte man mehr draus machen können!

 

Trotzdem: ein Buch, das zum Nachdenken anregt - und vielleicht genau das Richtige zum morgigen Muttertag ...?

 

9. Mai ist Vatertag ...? Mir egal, ich bin einfach nur geschafft!

 

 

... ein weiteres Fundstück aus dem Netz, das ich aus den USA bekommen habe. Danke Silvia!

während Herrchen beim Tierarzt ist, hat er sich mal kurz auf dem Fahrersitz breit gemacht …

8. Mai: unheimliche Begegnungen der dritten Art

 

erlebte unser Oskar gestern:

 

  • morgens saß in dem Auto neben uns ein Hund am Steuer,
  • mittags landete ein Stockentenweibchen auf unserem Teich und verblüffte den Hund damit so sehr, dass er sogar das Bellen vergaß – und
  • beim Abendspaziergang am Waldbach wuselte ein Feuersalamander vor Oskars Nase herum.

Ein aufregender Tag für den kleinen Ungarn.

7. Mai: Die Sache mit dem Zeckenschutz

 

Höchste Zeit, unsere Hunde zu schützen, denn nach dem letzten langen Winter sind die Zecken garantiert ziemlich hungrig. Und die Krankheitsüberträger lauern nicht nur im Wald und auf der Wiese, sondern auch im heimischen Garten.

 

Im Handel gibt es viele verschiedene Mittel wie Sprays, Pulver und Tropfen gegen die Parasiten, aber längst nicht alle schützen wirklich. Zudem muss man sich klar machen: was wirkt, ist giftig und kann für uns Menschen gefährlich werden, oft auch für das Tier.

So gilt es Schaden und Nutzen gegeneinander abzuwägen. Für mich sind beispielsweise eventuelle Nebenwirkungen bei den eingesetzten Mitteln zweitrangig, seit Angie vor Jahren eine durch Zeckenbiss verursachte Borreliose bekam.

 

Täglich anzuwendende Sprays und Pulver sind indiskutabel und die auf die Haut aufgebrachten Tropfen meist nur vier Wochen wirksam. Die besten Erfahrungen haben wir mit einem guten Zeckenhalsband gemacht, das 5 bis 6 Monate lang die Blutsauger fern hält. Nach dieser Zeit sieht es dann zwar ziemlich ramponiert und unappetitlich aus, aber selbst unser Oskar hat es letztes Jahr nicht geschafft, das Ding kaputt zu kriegen.

6. Mai 2013

 

Brief an Oskar

 

… du wärst gerne Nachbars Hund? Lieber Oskar, glaube mir:

auf der anderen Seite des Zaunes scheint das Gras immer grüner!

 

Nachbars Hund, das ist die einjährige Zwergdackelhündin, die nur noch kurz in den Garten darf, weil sie jeden Vorbeigehenden anbellt. Spaziergänge …? Beschäftigung …? Fehlanzeige!

 

Nachbars Hund, das ist der Rauhaardackel, der seinem betagten Frauchen "zu wild" ist. Auch er darf nur noch im Garten seine Geschäfte erledigen, wird aber zum Trost mit Leckerlis vollgestopft. Mittlerweile ist er so fett, dass er sich kaum bewegen kann. Und dass er noch gesund ist, wage ich zu bezweifeln.

 

Nachbars Hund, das ist auch der junge Pudelmischling. Ein Jahr lang sahen wir ihn nur, wie er auf einem eingezäunten Stück Grasland von etwa fünf auf vier Metern an der Leine (!) spazieren geführt wurde. Auch dieser hübsche, ehemals schlanke Kerl ist mittlerweile fett wie Otter.

 

Und Nachbars Hund, das ist der Labbi der alleinlebenden, berufstätigen Frau. Wenn sie Schichtdienst hat, muss er in der dunklen Wohnung bei heruntergelassenen Jalousien ausharren, bis sie wiederkommt. Spaziergänge beschränken sich auf maximal zehn Minuten im Wald: Häufchen machen und sofort nach Hause.

Letztes Jahr lag er an einem heißen Sommertag über eine Stunde lang im Auto, weil Frauchen ihn beim Tratschen mit der Nachbarin wohl einfach vergessen hatte …

 

Ich bin sicher, alle diese Nachbarshunde wären ziemlich froh, wenn sie mit dir tauschen könnten! Also, denk noch mal drüber nach, Oskar!

Deine Dosenöffnerin

5. Mai

 

Heute ist Sonntag. Sonntags fängt es rundherum in unserer Nachbarschaft an, ganz fürchterlich nach Petroleum zu stinken. Keine Ahnung, was die da machen. Aber nach einiger Zeit riecht es total verführerisch: der Duft nach saftigen Steaks und nach Bratwürstchen zieht zu uns in den Garten, und mir läuft das Wasser im Mund zusammen.

 

Fragend schaue ich Beate an und dann John. Und die? Meinen nur „Kaum scheint die Sonne, und das Thermometer klettert über 15 Grad, schon müssen hier alle grillen!“ Au jaaaaaaaaaaaa! Grillen! Find‘ ich gut!!!

Aber John werkelt nur ein bisschen rum und Beate fischt Blütenblätter vom Teich; die denken im Traum nicht daran, mir diese Freude zu machen. Setzen sich sogar an den Gartentisch, trinken Kaffee und spielen Rummikub!

 

Also ehrlich, Freunde: manchmal wünsch‘ ich mir schon, ich wär‘ Nachbars Hund!

 

Euer Ossi

 

4. Mai: So schmeckt der Frühling


2. Mai

 

Was bin ich oft froh, dass Oskar nur 18 Kilo wiegt und nicht 35 wie ein Retriever oder gar 90 wie ein Mastino! Mit seinem "Ich-muss-jetzt-unbedingt-hier-an-der-engsten-Stelle-durch-Charakter" hätte er wahrscheinlich schon das ganze Haus demoliert und mir sämtliche Knochen gebrochen.

 

Gestern zum Beispiel. Bei unserem Drei(er)kampf "Oskar, Doggy, Beate" verwechselte der kleine Ungar im Eifer des Gefechts meinen Daumen mit dem Plüschhund. Bei einem Rottweiler wäre er ab gewesen. Der Daumen.