Woran sollte man sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke der Menschen erholen, wenn die Hunde nicht wären,

in deren ehrliches Gesicht man ohne Misstrauen schauen kann?
Arthur Schopenhauer (1788-1860)

Oskars Blog. Februar 2013

zum obigen Zitat:

Arthur Schopenhauer hielt sich zeitlebens einen Hund, immer einen Pudel, dem er auch immer den Sanskrit-Namen Atman (Lebenshauch, Atem, Seele) gab.

Der Philosoph war Einzelgänger und daher in der Frankfurter Gesellschaft schnell als menschenfeindlicher Sonderling abgestempelt.

 

So bespöttelte ihn beispielsweise der Lokalpoet Friedrich Stoltze, wie er mit seinem Pudel am Mainufer spazieren ging, dabei wild gestikulierend und in Selbstgespräche vertieft.

 

Auch Wilhelm Busch setzte sich während seiner Jahre in Frankfurt intensiv mit Schopenhauer auseinander und ließ es sich nicht nehmen, den Gelehrten samt Pudel zeichnerisch aufs Korn zu nehmen.

                                                                      

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28. Februar

 

Fing der Januar mit dummen und ignoranten Umweltverschmutzern an, so endet der Februar leider mit einem dummen und ignoranten Hundebesitzer, den ich heute Nachmittag mit seinem netten Mischlingsrüden traf. Ende unseres freundlichen Smalltalks:

 

Hundebesitzer: "Meiner jagt."

Ich (im Glauben, einen Leidensgefährten getroffen zu haben): "Dann können Sie ihn ja auch nicht von der Leine lassen."

Hundebesitzer: "Doch, er kriegt die Rehe ja nicht. Und er kommt wieder!"

 

ICH KANN ES NICHT GLAUBEN!!!

26. Februar

 

Oh what a beautiful morning,
Oh what a beautiful day,
I've got a wonderful feeling,
Everything's going my way.

 

Mit diesem Lied aus dem Musical "Oklahoma!" auf den Lippen unternahm ich heute Morgen mit meinen beiden vierbeinigen Begleitern einen wunderschönen, langen Spaziergang durch einen menschenleeren Wald: drei Grad Celsius (plus!), frische Luft und Sonne … was wollen wir mehr? Das Leben kann so einfach und schön sein!

 

Leider ging dann doch nicht so alles "my way": vor Einsteigen ins Auto stellte ich fest, dass ich in einen Hundehaufen getreten war.

Dies jetzt allen Nicht-Hundebesitzern, die sich über solche Vorfälle ärgern, zum Trost: das passiert uns viel öfter als Euch; schließlich sind wir dreimal täglich zu Fuß unterwegs – und meist auf Wegen und Plätzen, wo viele Hunde laufen! Aber bekanntlich soll das in-den-Kot-Treten ja Glück bringen.

 

Und eben habe ich in dem Artikel "Hundekot" bei Wikipedia gelesen:

"Unter dem Namen excrementum caninum, abgekürzt excr. can., dient Hundekot als Mittel in der Homöopathie".

 

Oh what a beautiful morning …

22. Februar

 

Fehler gemacht heute Morgen: hab sämtliche Fenster zum Lüften aufgerissen, ehe unser VIP (Very Important Pet) ausgeschlafen hatte. Diesen vorwurfsvollen Blick werde ich so schnell nicht vergessen …

21. Februar: Wie erhält man einen Oskar?

 

Nun, bei unserem ist das ganz leicht: wenn Oskar mal nicht in der Nähe ist (was selten Gutes bedeutet), dann braucht man nur die Tür des Vorratsschranks öffnen, mit einer Tüte rascheln oder mit Angie schmusen … schon steht der Hund auf der Matte.

 

John meint daher auch, ich solle besser Strategien entwickeln, wie man das Tier wieder los wird. Oskar kann in der Tat sehr ausdauernd sein, wenn er etwas will. Er setzt sich einfach vor dich hin und sieht dich nur an. Stundenlang.

Zweite Stufe: er legt seinen Kopf auf dein Knie. Später dann auch eine Pfote. Dritte Stufe: er fängt an, ausgesprochen vorwurfsvoll zu jammern. Spätestens dann ergibt sich John, reißt sich von seinem Sportprogramm im Fernsehen los und greift nach den Leinen …

20. Februar

 

Während ich mit Angie auf einem Mittagsspaziergang war, hat Oskar im Flur ein Paket angefressen, das ich für eine Nachbarin angenommen hatte.

 

Und langsam kommen mir Zweifel, ob ich diesen Hund überhaupt richtig und ausreichend ernähre. Freundin Jutta sieht das viel relaxter. Sie meinte nur: "Hauptsache, die Verdauung stimmt noch, oder es kommt dann gleich verpackt raus! Einmal im Meisenknödelsackerl und einmal im Paketpapier."

19. Februar: Ich bin nicht allein

 

Langsam befürchtete ich schon, ich bin eine überängstliche alte Glucke, aber heute Morgen wurde ich eines Besseren belehrt:

 

eine unbekannte Hundebesitzerin mit zwei Vierbeinern im Auto stimmt sich mit mir kurz ab, wer in welche Richtung geht und wartet, bis ich mit meinen beiden vorbei bin. Auch sie nimmt ihre Viecher an die Leine, auch sie läuft einen Umweg, als ihr zwei freilaufende Hunde entgegenkommen, auch sie hält ihren Spaziergang ziemlich kurz, weil heute Morgen der Wald voller Hunde ist …

Balsam auf meine Seele! Ich bin nicht allein!

 

Es ist aber auch manchmal nicht einfach mit zwei Hunden: einzeln und zu Hause sind sie die allerliebsten Tiere, aber draußen und im Doppelpack mutieren sie zu Bestien. Zumal wenn einer der beiden so lebhaft ist wie Oskar.

16. Februar

 

"Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral" wissen wir aus der Dreigroschenoper. Zwar dachte Bert Brecht dabei nur an den Menschen, aber er kannte unsere Hunde nicht ...

 

Erwische ich den Oskar doch gestern, wie er an einem Meisenknödel frisst, den er im Garten auf dem Boden gefunden und ins Wohnzimmer geschleppt hat.

Moral …? Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

 

Heute gab’s mal wieder Möhren für die Hunde. Oskar hatte sein Stück (obwohl er ausnahmsweise einmal kaute und nicht nur schlang) schon verputzt, da fing Angie gerade mal an zu knabbern. Was der kleine Vielfraß aufmerksam beobachtete, um sofort zur Stelle sein zu können, sollte da ein Stück runterfallen.

Den Gefallen tat ihm die Karotte zwar nicht, aber Angie schaffte sie nicht ganz - und eigentlich mag sie ja auch keine Rohkost. Aber was macht dieses Tier …? Legt sich einfach auf das Gemüse, damit der Oskar nicht rankommt!

Moral …? Jeder ist sich selbst der Nächste.

15. Februar; die neueste Schandtat von Oskar:

Dass er an unsere Sachen nicht ran darf, das weiß und beherzigt der Hund schon seit geraumer Zeit. Heute jedoch hat er uns gezeigt, dass dies nicht unbedingt auch für die Schuhe von Anderen gilt ...

Valentinstag

 

Wir kennen ihn als Tag der Verliebten und ärgern uns oftmals über die damit zusammenhängende Geschäftemacherei. Na ja … von 1994 bis 1997 wohnten wir in England, und schon damals waren die Briten auf dem Gebiet bedeutend weiter:

 

zum Valentinstag bekamen nicht nur die Liebsten Blumen und Süßkram, sondern man schrieb auch jede Menge Valentinskarten mit lieben Wünschen: an den netten Briefträger, den freundlichen Milchmann, den engagierten Hundesitter ...

 

Womit wir wieder bei Oskar sind: der Hund bildet sich zurzeit selbst zum Lawinensuchhund aus und stürzt sich kopfüber in nahezu jeden Schneehaufen. Keine Ahnung, was er sich dabei denkt. Aber wir wünschen allen unseren Lesern ein

 

"HAPPY VALENTINE!"

Oskars herziges Fundstück des Tages; Ort: ein kleiner Skatepark

Aschermittwochsgedanken

 

Ohne falsche Bescheidenheit: Oskar liebt mich abgöttisch, und er würde alles für mich tun.

Außer, er wittert ein Stück Wild. Oder einen anderen Hund. Oder Fressen.

 

* * * * *

 

Wunderschöner Morgenspaziergang durch einen noch leicht verschlafenen Wald, in dem nur unser kleines Rudel unterwegs ist. Leise fallen erste, große Schneeflocken, in der Ferne hämmert ein Specht, und in der alten Buche über uns ruft eine Ringeltaube nach ihrem Partner. Es ist so still und friedlich …

wären da nicht die Brathähnchen, die immer noch an den Bäumen hängen.

 

Am Rand verschiedener Waldparkplätze hat ein hiesiges Lokal jede Menge großer, wetterfester Werbeplakate angebracht, und das mit vier brutal und bis zum Kopf in die Rinde lebender Bäume geschlagenen Nägeln. Ganz abgesehen davon, dass Werbung auf Öffentlichen Plätzen genehmigungspflichtig ist, werden die Bäume geschädigt. Auch das ist nicht erlaubt.

 

Ich bin kein Polizist, und anzeigen tue ich auch keinen Mitbürger. Aber ich habe in einem kurzen, persönlichen Schreiben an das Gewissen und den Verstand des Lokalbesitzers appelliert und ihn gebeten, die Plakate samt Nägeln zu entfernen.

 

Und wenn jetzt jemand meint, ich sei intolerant: stimmt!

Aber lieber intolerant als ignorant!

12. Februar

 

Nach seinem gestrigen Fauxpas hatte ich den ganzen Tag einen total braven und fleißigen Oskar. Der schon beim geringsten Geräusch lautstark bellend seine Unentbehrlichkeit als Wachhund bewies und nachmittags wieder einmal zeigte, wie schön er an der Leine zerren kann, um etwas Schwung in unseren Spaziergang zu bringen …

11. Februar. Rosenmontag

 

ACHTUNG!!

Empfindliche und zart besaitete Personen sollten jetzt nicht weiterlesen!

 

Heute Morgen auf dem Parkplatz. In der Ecke hat sich vor kurzem ein Mensch erleichtert und seinen Haufen zu allem Überfluss mit den Resten eines Mars-Riegels dekoriert.

Das alles registriere ich allerdings leider erst, als Oskar auf etwas Gefrorenem herumkaut, und ich ihm das braune Teil aus dem Maul nehme …

 

10. Februar: "Gå in din korb!"

 

Im Gegensatz zu dem Wikingerhund auf großer Überfahrt braucht unser Møpsen … pardon: Oskar keinen Korb. Schon Angie lehnte es ab, das mehrmals angebotene Körbchen auch nur zu inspizieren. Unsere Straßenhunde sind halt anders: Decken und ein Kissen sind ja noch ok, aber ein Hundekörbchen halten sie irgendwie für dekadent …

 

9. Februar

 

Oskars neuer Freund heißt Esel. Der wird überall hin mitgeschleppt, er ist so schön weich wie Frosch, und man kann ihm wunderbar die Ohren lang ziehen …

 

Er hat 'ne Menge Bücher über Störtebeker 

und über Käptn Cook gekauft, 
dann hat er seinen Käfer, die alte Schnecke 
von "Hoppelchen" in "Rostiger Korsar" umgetauft. 
Nun steht er da mit seiner Augenklappe 
und blickt die Sache nur noch halb so gut. 
Holzbeinattrappe und Totenkopfflagge
machen ihm wieder Mut ...

 

(Rodgau Monotones: Der kleine Pirat)

 

sagt jetzt bloß nicht "ROTKÄPPCHEN"!!!

Donnerstag / 7. Februar 2013

 

Weiberfasching, Altweiber, fetter Donnerstag … das soll einer verstehen! Meine Leute sind Faschings-

muffel, aber ICH muss den Piraten geben. Nur weil Beate meint, das passe zu mir. Kann ja sein, aber diese doofe Kopfbedeckung passte schon mal gar nicht! Und ich hab‘ vorgestern das Foto-Shooting auch nur mitgemacht, weil die Fotografin mich ordentlich bestochen hat.

 

Ich bin ja froh, dass sie keine orangefarbene Wolle gefunden hat. Die hätte es glatt fertiggebracht, zwei Zöpfchen zu flechten und in einen kleinen Wikingerhelm zu kleben, Um mich dann als Oskarix, den Schrecklichen zu vermarkten.

Am Aschermittwoch ist hoffentlich alles vorbei.

 

Helau! Euer Oskar

6. Februar

 

Wisst ihr was …? Der viele Schnee heute Morgen war zwar toll, aber eigentlich bin ich froh, wenn der Winter vorbei ist!

Dann dürfen wir endlich wieder lange in den Garten raus, und der Aufbruch zu unseren Spaziergängen geht auch schneller: Schlüssel und die Kekse für uns in Beates Hosentasche … und schon geht’s los!

Wenn wir jetzt aufbrechen, dann dauert das Ewigkeiten: die zieht eine Jacke an, Stiefel, Mütze, Schal, Handschuhe … braucht man das alles eigentlich?

Beim Nachhausekommen ist es auch nicht besser: bis wir endlich unser Frühstück kriegen, vergehen Stunden! Die ganzen Sachen müssen wieder ausgezogen und aufgehängt werden, wir werden noch einmal richtig trockengerubbelt, und wenn es ganz schlimm kommt, dann bringt Beate auch noch die ganzen schmutzigen und nassen Handtücher in den Keller und wirft die Waschmaschine an. So wie heute.

Ich kann euch sagen: da hängt einem Hund schon mal der Magen in den Kniekehlen!

Hoffentlich kommt der Frühling bald!

Euer Freund Ossi

5. Februar

 

"Alles gut!" Diese Worte bedeuten je nach Tonfall: "Du brauchst keine Angst haben; ich passe auf!" oder "Reg dich ab, das ist alles halb so wild!"

 

Oskar versteht das. Nicht so manche Menschen. Als unser kleiner Ungar vor einiger Zeit wegen eines fremden Boxer-Rüden ausrastete, versuchte ich ihn mit "Alles gut!" zu beruhigen. Was mir auch fast gelungen wäre, aber dann regte sich der erfahrene Hundebesitzer fürchterlich auf und meinte, ich solle meinen Hund nicht auch noch in seinem Verhalten bestärken, denn nichts sei gut! … Kein Kommentar!

 

Und während ich dies hier schreibe, ist es urplötzlich stockdunkel geworden, und ein Wintergewitter entlädt sich über uns mit Schneeregen und Graupelschauern und Donnergrollen. Oskar zeigt Anzeichen von Angst, denn so etwas hat er wohl noch nie erlebt. Ich rufe ihn zu mir und beruhige ihn mit den Zauberworten. Und keine zwei Minuten später liegt der Hund entspannt neben mir, weil er weiß: "Alles gut!"

(c) Rannenberg & friends

4. Februar

 

Einen guten Start in die Woche!

Euer Ossi

2. Februar

 

Zwei, die jeden Quatsch mitmachen:

Oskar und sein Frosch

1. Februar

 

Was das Fressen betrifft, so ist Oskar ein Wegelagerer und Bettlerkönig. Aber gestern hat er mich dann doch überrascht:

ich hatte meine Jacke (deren linke Tasche meist voller Trockenfutter und Kekse steckt; die Hunde wissen das) schnell nur über einen Stuhl geworfen und sie dann vergessen. Fast zwei Stunden hing sie dort unbewacht. Noch vor einigen Monaten hätte unser Oskar die Jackentasche angeknabbert und zerfetzt, um an das Futter zu kommen …