Gib dem Menschen einen Hund, und seine Seele wird gesund

Hildegard von Bingen (1098 - 1179)



Oskars Blog (3)

  

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht.

Heinz Rühmann (1902 - 1994)

 

* * * * *

 

Natürlich kann man ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht.

Heinz Sielmann (1917 - 2006)

 

 ........................................ zum Teil 4 ........................................

31. Januar:

Oskar ist wieder fit! Es ging ihm gestern im Laufe des Tages schon wieder so gut, dass ich ihn für zwei Stündchen in die Huta (Hundetagesstätte) bringen konnte. Schließlich soll sich der Hund an die Einrichtung gewöhnen, denn ich verspreche mir viel davon, dass er dort bald einen riesigen Auslauf zum Herumtoben und viele Spielkameraden haben wird.

Noch allerdings zeigt sich unser Draufgänger ausgesprochen schüchtern in der neuen Umgebung und sieht sich alles erst einmal kritisch und aus der Distanz an ...

da ist doch was!

Unser Morgenspaziergang im Wald war im Nachhinein betrachtet keine besonders gute Idee, denn heute hatte offensichtlich sämtliches Rehwild der Umgebung beschlossen, sich an unserem Weg zu treffen und ihn zu kreuzen. Angie war zwar stark interessiert, ließ sich aber ziemlich schnell beruhigen. Nur Oskar konnte es einfach nicht fassen: spielte Spanische Hofreitschule und stemmte sich mit seinen ganzen 17,3 Kilos auf den Hinterläufen ins neue Geschirr. Keine Chance, den Hund abzulenken, dessen heftig klopfendes ungarisches Jägerherz ich über Geschirr und Leine in der Hand spüren konnte.
Unter diesen Umständen sah ich mich leider genötigt, den Spaziergang vorzeitig abzubrechen. Schade, denn bei minus drei Grad Celsius und der aufgehenden Morgensonne hinter einer Reihe Birken zeigte sich unser Wald wieder von seiner schönsten Seite.

30. Januar:

Zwei Nächte nur waren die Hunde in der ihnen bekannten Tierpension, aber als sie gestern nach Hause kamen, leerten sie erst die Wasserschüssel bis zum Boden, und dann zeigten sie Hunger bis unter die Arme. Dabei weiß ich genau, dass sie ausreichend und regelmäßig gefressen und getrunken haben!
Früh fielen sie dann in einen erschöpften Schlaf; auch dies ein altbekanntes Bild nach einem aufregenden anderweitigen Aufenthalt.
Was mir aber gar nicht gefällt, das ist, dass Oskar gestern der Angie kommentarlos den besten Liegeplatz im Wohnzimmer überließ, und dass er eine ganz heiße Nase hat …

Angie als Seehund

 

Sonntag, den 29. Januar 2012:

 

erinnert ihr euch noch an die Urlaubs-Erlebnisse von Angie im Mai 2009 in Dänemark?

Zum Nachlesen: bitte aufs Foto klicken!

26. Januar 2012: OSKAR SORGT FÜR SCHRECKEN

Heute gegen Mittag kam der liebe Nachbar wieder, um mit Oskar eine Radtour zu unternehmen. Etwa eine halbe Stunde später klingelte mein Handy: Oskar wurde gesehen, wie er seine Leine hinter sich herschleppend durch die Gegend lief …

Obwohl sich mein Blutdruck langsam wieder seinen Normalwerten nähert, mache ich es jetzt kurz: Gottseidank ist niemandem ernstlich etwas passiert, und wir hatten ein Riesen-Glück, dass die aufmerksamen Leute von der Hundetagesstätte den Oskar schon kannten und meine Telefonnummer hatten.

Glück auch, dass der kleine Ungar nicht dumm ist: gerade wollte ich mich auf den Weg machen, um Nachbar und Hund zu suchen, da stand Oskar auch schon vor unserer Tür. Sichtlich erleichtert, wieder zu Hause zu sein - und nahezu zeitgleich mit dem erlösenden Anruf, dass auch Herrn W. nichts passiert sei … 

er kann auf Kommando sitzen!

25. 01. 2012:

ER KANN mittlerweile nicht nur auf Kommando sitzen, sondern auch

  • "Platz!" machen,
  • mühelos vier Treppenstufen auf einmal nehmen (egal, ob rauf oder runter),
  • Angie von ihrem Platz vertreiben, sie anrempeln und ihr das Futter wegfressen, wenn sie nicht aufpasst – und anschließend
  • mit fröhlichem Schwanzwedeln alle Sachen vom Couchtisch fegen.

24. Januar:

Seit Oskar muss das Fitness-Studio auf meine Anwesenheit verzichten, aber ich führe jetzt eh' ständig zwei Trimmgeräte an der Leine mit. Heute Morgen im Wald zum Beispiel: da durfte ich mit der rechten Hand Oskar davon abhalten, durch ein Brombeergebüsch irgendeinem Wildgeruch nachzurennen oder sich ersatzweise in einen Ameisenhügel am Wegrand zu stürzen, während auf der anderen Seite Angie sich partout in eine matschige Pfütze legen wolle. Oder wenigstens daraus trinken. Nun, wir lösten das Problem ganz elegant durch ein bisschen Jogging. Vorbei an Brombeeren, Roten Waldameisen und Wildschweinsuhlen.
Entschädigung für mich: ein wunderbarer Sonnenaufgang hinter dem Fichtenhain im Morgendunst – und ein Stück blauer Himmel: der Tag kann kommen!

    
* * * * *


Ich freue mich schon auf den Nachmittag und die Handfütterung während des Spaziergangs; übrigens eine dumme Erfindung! Zwar läuft der Hund näher bei dir und zieht auch nicht mehr ständig an der Leine, aber nach einigen Malen hast du nur noch kaputte Fingernägel. Wahrscheinlich eine Frage der Zeit, bis du auch keine Fingerkuppen mehr hast …

23. 01. 2012: FRECH WIE OSKAR
… ist er nicht. Aber er kann sehr penetrant werden, wenn er etwas will. Von allen unseren Hunden ist er derjenige, der mit der größten Ausdauer pestern kann. Bewährte Vorgehensweise:
Stufe 1: er setzt sich vor dich hin
Stufe 2: er legt die Pfote auf dich; alternativ auf die Couch, auf der du dich gerade gemütlich ausgestreckt hast
Stufe 3: er legt dir seinen Kopf aufs Knie / die Hand / den Bauch und setzt seinen hypnotischen Blick auf
Stufe 4: er jammert. Spätestens dann füllst du seine Schüssel. Oder versuchst, ihn mit einem Spielchen abzulenken. Oder du ziehst die Schuhe an und greifst nach der Leine … Ziel erreicht!
Wenn er dich jedoch mit seiner eiskalten, nassen Nase anstupst, dann weißt du genau: jetzt will er nur gestreichelt werden. Stundenlang.

 

SAG NIEMALS NIE
Leser von Oskars Tagebuch erinnern sich vielleicht, dass ich von diesen modernen, jungen Hundemüttern schrieb, die sich für ihre Vierbeiner quasi aufopfern. Irgendwie ist das wohl doch nicht ganz zu vermeiden, und so bekenne ich jetzt und hier:

Mein Auto hat nur noch drei Sitze, nachdem wir es für die beiden Hunde umgebaut haben, ich fahre mit Oskar eine halbe Stunde zur Hundeschule – und heute sogar in eine Hundetagesstätte. Als ich das Tier nach knapp drei Stunden wieder abholte, meinte die Leiterin, Oskar sei sehr zurückhaltend gewesen. Ich bin jedoch sicher: wenn er erst mehrmals dort war, wird sie das nicht mehr erzählen können, und dann wird man auch in der Huta wie bei uns zu Hause öfter den typischen Ruf hören: Osssskaaaaaaaaaaa!!!

(c) 1972

Samstag, 21. Januar:

 

Hallo an alle!

Wochenende! Beate meinte eben, der John solle sich mal um uns kümmern und kramte ein uraltes Buch aus dem Regal. Sie meinte noch, es gehe darin um einen alten, blinden und unsäglich verwöhnten Hund namens Mucki, den die Schriftstellerin erbte, und mit dem die Familie Zuckmayer 1938 aus Österreich in die USA floh ... und zog sich dann zum Lesen zurück. Kein Problem für mich, so lange niemand mein Fressen und meine Spaziergänge vergisst!

Euer Oskar

20. Januar:

Der Sohn von Freunden ist vor einiger Zeit zum ersten Mal Papa geworden. Er fand Oskars Blog nett und schrieb: "…hat mich teilweise an unsere Pia erinnert :-)"

 

Stimmt, Thilo: egal, ob wir uns um einen kleinen Zweibeiner oder um Vierbeiner kümmern müssen: wir sind den größten Teil des Tages mit Füttern beschäftigt und mit Windeln wechseln bzw. Gassi-Gehen. Wir arbeiten als unbezahlte Animateure, als Kindergartentante und als Putzfrau. Wir schlafen keine Nacht mehr durch, und unser aktiver Wortschatz schrumpft zusehends ... aber wir werden für alles entschädigt durch ein Lächeln (Schwanzwedeln) und durch den Anblick der Kleinen, wenn sie satt und zufrieden schlafen. Dann wissen wir, warum wir das alles machen, und dass es sich lohnt!

* * * * *

 

Oskar hat vielleicht doch den falschen Namen; "Shiva, der Zerstörer" sollte er heißen!
Weil heute ein lieber (und in meinen Augen mutiger) Nachbar unseren Hund am Rad auspowern will, ziehe ich dem Oskar sein Geschirr an. Und was macht dieser Zerstörer? In maximal 30 unbeobachteten Sekunden kaut er das Teil nahezu durch, und das in Halsnähe. Wieder einmal eine artistische Meisterleistung des kleinen Ungarn ... nur unser schönes, neues Geschirr wurde damit nicht älter als zwei Tage.
 
Herr W. ist übrigens ziemlich begeistert von Oskar, der wunderbar am Rad gelaufen sein muss – und das schon beim ersten Mal! Ist wohl auch in diesem Fall so wie mit Kindern: bei Fremden sind sie immer viel artiger!

 

 

 

 

 

OHNE WORTE

"Waldspaziergang"

18. Januar 2012:

Gestern erstes Schleppleinen-Training mit Oskar. Aber eine 10 Meter lange Leine am Halsband, das geht nicht: sie rutscht ständig unter den Bauch des Hundes und behindert ihn beim Laufen und Markieren. Ein Geschirr muss her!
Also schnappe ich mir den Oskar und besuche mit ihm zum ersten Mal unseren lokalen Futtermarkt, in dem man auch Hunde-Accessoires erstehen kann. Und ich bin total stolz auf unseren Kleinen, der sich tadellos benimmt. Tapfer an den ganzen Verlockungen vorbeigeht, brav verschiedene Geschirre anprobiert und artig an der Kasse einige Kekse entgegennimmt.

Leider verdarb der Hund den guten Eindruck beim Verlassen des Geschäftes sofort wieder: ich erschrak, weil wie aus dem Nichts plötzlich eine riesige, graue Dogge vor uns stand. Oskar interpretierte die Situation wohl falsch und glaubte mich verteidigen zu müssen. Und wurde zu einer wütenden Bestie an der Leine.
Positiver Nebeneffekt: das Geschirr hat damit seine erste Belastungsprobe bestanden!

Und die zweite gleich heute Morgen auf dem Spaziergang. Da hatte ich sogar zwei peinlich pöbelnde Hunde an der Leine, denn Angie findet langsam auch Spaß daran. Hilfe! Warum gucken sich diese Mistviecher meist nur die Unarten des jeweils anderen ab?

17. Januar: KLEINES OSKAR UPDATE

Von Anfang an durfte ich ihm sein Spielzeug und seine volle Futterschüssel wegnehmen. Obwohl er verfressen ist und ständig hungrig.

Seit einiger Zeit schläft er durch bzw. bleibt nachts auf seinem Platz liegen, und wir brauchen keine Angst mehr haben, dass wir bei einem Gang ins Bad über ihn stolpern.

Oskar hat die mit Abstand kälteste und nasseste Schnauze, die ich je bei einem Hund erlebte. Und er versteht es, sie einzusetzen. Am liebsten an den nackten Armen und Beinen seiner Menschen.

Seit er vor einigen Tagen zum ersten Mal gegen die Glastür im Flur gerannt ist, bevorzugt er den Umweg über die Küche und traut auch der offen stehenden Tür nicht mehr.  

Nach wie vor atmet er quasi sein Fressen ein, wobei er natürlich einiges an Luft verschluckt. Und die muss wieder raus; vorzugsweise dann, wenn er entspannt in unserer Nähe liegt.

Vor allem am Wochenende ist er eine unschätzbare Hilfe, wenn es darum geht, John zu wecken.

Seit Oskar bei uns lebt, ist unser Garten eine katzenfreie Zone und damit stressfreier für Vögel geworden.

Oskar ist ein wunderbarer kleiner Hund, der versucht, uns alles recht zu machen. Außer natürlich, wenn sein Temperament mit ihm durchgeht. Also außerhalb des Hauses fast immer.

Ein Leben ohne Hund ist ein Irrtum!
Carl Zuckmayer (1896 - 1977)

16. Januar:

Oskar war heute Morgen auf dem Spaziergang so aufgeregt und hibbelig, dass er nur an Abenteuer denken konnte. Also wieder einmal unverrichteter Dinge zurück nach Hause und zur Raubtierfütterung.
Eine Eingebung sagt mir, dass ich jetzt die Tür zur Terrasse öffnen sollte. Und was macht Oskar? Begibt sich schnurstracks in den hinteren Gartenteil, wo er seine Toilette vermutet und erleichtert sich dort. Unter den gegebenen Umständen die beste Lösung, aber das sollte er sich nicht angewöhnen: wenn das Unkraut erst wieder einen Meter hoch steht, wird es schwieriger, die Hinterlassenschaften zu entfernen.

Oskar, ungewohnt schüchtern

15. Januar 2012:

 

Hallo Freunde,

wisst ihr was? Ich hatte gestern meine erste Schulstunde! Beate fuhr mit mir zuerst zu einer Wiese, wo ich mit etwa 20 anderen Hunden spielen konnte. Ich sag‘ es lieber gleich: mit diesem doofen Balou hab‘ ich nicht gespielt, den hab‘ ich erst einmal ordentlich angegiftet!

Dann sind wir alle gemeinsam ins Neandertal gefahren und haben dort im Wald an der Leine laufen geübt. Und sitzen und liegen und warten und kommen. War ganz schön aufregend in dieser neuen Umgebung, und ich konnte mich erst dann besser konzentrieren, als Beate endlich die Leckerlis rausrückte.

Mitschüler

Obwohl die anderen Schüler schon öfter geübt haben, waren sie auch nicht viel besser als ich; schon gar nicht dieser Balou! Aber als wir dann ganz nah und ruhig vor den Pferden sitzen mussten, da wurde auch ich leicht nervös. Und bei den Gänsen, die wir am Schluss besuchten, schaute ich erst gar nicht hin. Ich befürchte, sonst wäre mein Jagdinstinkt doch noch mit mir durchgegangen.

Ich finde, ich habe das alles sehr gut gemacht! Das Einzige, was mich sehr wunderte: ich hatte Unterricht, aber Beate war hinterher komplett geschafft.

 

Bis bald!

Euer Oskar!

Samstag / 14. Januar 2012: VARIETÉKÜNSTLER OSKAR

Oskar wäre ein guter Kontorsionist geworden. Einer jener "Schlangenmenschen" also, die sich unendlich verbiegen können.

Von Anfang an störte ihn z. B. die kleine Adresskapsel, die ich an seinem Halsband befestigt hatte, und er gab nicht Ruhe, bis er mit dem Maul dran war. Um nichts zu riskieren, montierte ich daher die Kapsel wieder ab. Seitdem läuft Oskar mit unserer Telefonnummer herum, die ich mit Filzstift auf sein Halsband geschrieben habe. Immerhin besser als nichts.

Bisher konnte ich noch allen unseren Hunden in kürzester Zeit das "Sitz!" beibringen, doch bei Oskar versagte der bekannte Trick mit den Leckerlis total. Unser Neuer krümmte und verbog sich so, dass er auch ohne Hinsetzen an das Objekt seiner Begierde kam. Dauerte also etwas länger, bis Oskar das Sitzen auf Kommando lernte, aber dafür beherrscht er es jetzt in Perfektion.

 

Als nächstes größeres Projekt ist das "Platz" geplant, und ich bin mal gespannt, was sich der Hund dann einfallen lässt …

 

Hallo Freunde,

heute Morgen hab ich mich wieder ganz toll gefreut, als ich gesehen habe, dass John statt dieser blöden schwarzen Hose und dem Strick um den Hals eine Jeans angezogen hat. Das heißt, dass er nicht wieder den ganzen Tag fort ist, sondern dass er bei unserem Rudel bleibt und aufregende Spaziergänge mit Angie und mir macht. SUPI!!!
Euer Ossi
 

 

P.S.: Ich frage mich immer wieder, woran diese Hunde Bürokleidung und Freizeitdress unterscheiden können; wahrscheinlich am Geruch ...

Fanpost für Oskar

12. Januar 2012:

 

Mit Oskar haben wir endlich (wieder) einen Hund, der es genießt, uns ganz nahe zu sein. Der seine Streicheleinheiten fordert und im gleichen Zimmer wie wir schläft, der gerne mit uns spielt, und der eben neben mir auf dem Boden saß, um einen Berg von Reisetagebüchern durchzusehen.

Wenn wir mit ihm gemeinsam irgendwann auch noch seine jagdliche Passion (wenigstens etwas) in den Griff bekommen, dann benennen wir ihn um in Oscar, denn dann haben wir mit ihm echt einen Preis gewonnen!  

Oskar selbst bekam übrigens heute seine erste Fanpost; adressiert an „Canis sapiens Oskar“. Der Hund fand die Karte saugut und wollte gleich reinbeißen. So viel zum Thema "sapiens“ :-))

… und ganz herzlichen Dank für diese wunderbare Karte, liebe Ildiko!

11. Januar:

Ich stehe in der Küche und reiße unter den hoffnungsvollen Augen von Oskar eine Dose Hühnchen mit Reis auf. Endlich! Oskar läuft zu Angie, um ihr die gute Nachricht mitzuteilen, ist ganz aus dem Häuschen und verschlingt im Nullkommanichts sein Frühstück.
Um anschließend hingebungsvoll alle Schüsseln abzulecken und den Fußboden und die geflieste Küchenwand gleich mit …

10. Januar 2012: VOLLMOND UND DIE WEISSE FRAU


Vielleicht ist unsere gestrige Schimpfe dem sonst so unerschütterlichen Oskar auf Magen und Darm geschlagen, denn seit gestern hat er Durchfall. Zweimal draußen und einmal im Haus. Ok; Letzteres war ein Unfall und geschah glücklicherweise auf den Fliesen vor der Terrassentür …

Seit gestern riecht unser Haus vorwiegend nach Hund und Sagrotan, und ich konnte letzte Nacht kaum schlafen. War bei jedem Geräusch sofort hellwach und bereit, weitere Unfälle zu verhindern. Um 4 Uhr in der Frühe wurde Oskar dann richtig unruhig und stand vor meinem Bett. Wortlos.

Und was macht Beate? Zieht sich den langen, weißen Bademantel mit Kapuze an und wandelt im Vollmondschein mit einem kleinen Hund durch den Garten. Der nur in der hintersten Ecke sein Geschäft erledigen kann. Und nur, wenn jemand dabei ist. Gute Frau! Braver Hund!

 

... Stunden später:
Das beste Mittel gegen Durchfall beim Hund ist erst einmal einen Tag lang Nulldiät; das wirkte bis jetzt immer. Der Einfachheit halber therapiere ich Angie gleich mit, denn sie kann es auch gut vertragen: seit Oskar im Haus ist, hat sie im Gegensatz zu früher nie mehr ihr Futter unbeachtet stehenlassen und sich damit selbst einen Fastentag verordnet.
Jetzt habe ich zwei Hunde, die Beate für ziemlich senil halten: hat sie doch tatsächlich vergessen, sie zu füttern! Nun, damit muss ich leben …

9. Januar 2012:

 

Ein Königreich für die Gedanken, die Hunde manchmal so haben! Wenn Angie außerplanmäßig Wasser lassen muss oder Durchfall hat, versteht sie es, uns darauf aufmerksam zu machen - und wenn es mitten in der Nacht ist.
Oskar kann das (noch?) nicht, und wir dürfen erraten, wann er zwischendurch mal in den Garten muss. Heute allerdings hatten wir keine Chance: während wir mit Morgenritualen beschäftigt waren, suchte Oskar sich das Gästezimmer aus, um dort das Bein zu heben. Aus seiner Sicht wahrscheinlich eine gute Wahl, denn seit er bei uns ist, wurde das Zimmer noch nicht benutzt … 

Als Kind hatte ich einen wunderbaren Lehrer, der mir beibrachte, dass Tiere eine Seele und Gefühle haben: mein Hund Rusty.

Jane Goodall (* 3. 4. 1934)

in einem Interview mit Christine Kruttschnitt ("stern" Nr. 2 vom 5. 1. 2012)

Achtung, Oskar kommt!

Samstag, der 7. Januar 2012:

Heute ist ein ganz besonderer Tag: Angie ist seit genau 7 Jahren bei uns ... und Oskar seit genau

7 Wochen.

Der Tag fing auch schon gut an:
5.40 Uhr: Der Wecker klingelt. Heute könnte ich mal ausschlafen, aber ich habe gestern wohl vergessen, den täglichen Alarm zu deaktivieren.
5.41 Uhr: Oskar steht vor meinem Bett. Fragt nach, ob ich denn den Wecker nicht gehört habe.
6.00 Uhr: die Wetterstation im Nebenzimmer piepst ohne Ende und verkündet Sturmwarnung.
6.22 Uhr: irgendjemand neben mir beginnt zu schnarchen.
6.25 Uhr: mittlerweile hellwach stehe ich auf (während mein Rudel wieder tief und fest schläft), werfe die Kaffeemaschine an und begebe mich an Oskars Blog. Man gönnt sich ja sonst nichts!


Also: unser jüngster Familienzuwachs wird langsam aktenkundig und legal: einen (Impf-) Pass besitzt er schon und einen implantierten Chip. Er hat eine Steuernummer, ist Haftpflichtversichert, steht in der Datei unseres Tierarztes und ist bei dem Haustierregister Tasso gemeldet. Das Einzige was noch fehlt, das ist ein Übernahme- bzw. Schutzvertrag von der Tierschutzorganisation. Aber ob mit oder ohne Vertrag: unseren „Hundesohn“ (O-Ton eines lieben Freundes) geben wir nicht mehr her!

ottos mops

ottos mops trotzt
otto: fort mops fort
ottos mops hopst fort
otto: soso

otto holt koks
otto holt obst
otto horcht
otto: mops mops
otto hofft

ottos mops klopft
otto: komm mops komm
ottos mops kommt
ottos mops kotzt
otto: ogottogott

Ernst Jandl (1925 – 2000)

05. 01. 2012:  HERRIN DER DINGE


8.15 Uhr und Zeit für den ersten Spaziergang mit meinen beiden Wundertüten. Es gießt in Strömen, donnert und blitzt. Angie hat panische Angst vor Gewittern, und es macht überhaupt keinen Sinn, bei solch einem Wetter mit ihr raus zu gehen, da kommen wir nur unverrichteter Dinge wieder zurück.

In dem Wissen, dass Oskar nicht ganz so lange einhalten kann, und dass das Unwetter irgendwann einfach aufhören muss, vollbringt Beate eine kleine logistische Meisterleistung und schnappt sich noch im Dunkeln den Oskar. Der lässt sich wie erwartet von dem Weltuntergang draußen nicht beeindrucken und erledigt brav alle seine Geschäfte.
Nach Hause, schnell umziehen (warum hab‘ ich nicht gleich an meine Regenhose gedacht …?) und eine zweite Runde mit Angie. Mittlerweile ist das Gewitter weiter gezogen, so dass auch die Griechin ganz entspannt alles das tun kann, was sie muss.

10 Uhr, und ich genieße die Belohnung für meine Mühe: zwei noch leicht nasse, aber satte und zufriedene Hunde liegen zusammengerollt in meiner Nähe und schlafen friedlich ... jetzt fehlt nur noch das Lied "These Magic Moments" im Radio!

erwischt! oder Heute bei uns im Garten

4. Januar 2012:

Wenn ich wieder auf die Welt komme, dann lege ich mir als Hund nur noch eine total Menschenbezogene Schlaftablette zu. Einen Berner Sennenhund beispielsweise, einen Labrador oder einen Golden Retriever. Einen jener Caniden also, die man nur mit einem Bällchen oder einem Stöckchen stundenlang beschäftigen und bei Bedarf abrufen kann.

Keine Angie, die eigentlich mehr eine Katze denn ein Hund ist und selbst entscheidet, was sie tut (ok, jetzt im Alter wird sie weiser) - und auch keinen Oskar, der weder Freundschaft noch Bindung kennt, wenn es draußen etwas Spannendes zu entdecken gibt. Und der heute wieder ausbüxte, weil er in schätzungsweise hundert Kilometer Entfernung Hunde witterte. Ein Stück Wild, einen Menschen mit Einkaufstüten … was auch immer!

Obwohl … wie ich mich so kenne, werde ich mich auch in meinem nächsten Leben wieder auf den ersten Blick in einen Kandidaten aus dem Tierschutz verlieben. Und mich genau für diesen entscheiden, obwohl er vorgeprägt ist und von seiner Vorgeschichte kaum etwas bekannt. Eine kleine Wundertüte also, von der man nie wissen kann, was alles in ihr steckt …

 

P.S. Zur Erklärung für alle entrüsteten Besitzer der oben als „Schlaftablette“ bezeichneten Hunderassen: Goldies & Co. sind großartige Hunde, aber halt sanft, ruhig und leicht zu erziehen – im Vergleich zu etwa Jagdhunden wie Deutsch Drahthaar und Dackel, zu quirligen Terriern oder gar zu selbständigen Jägern wie Podencos. Mit ein Grund, warum man so selten Rettungs-, Therapie- oder Behindertenhunde  unter den Letztgenannten findet.

für Kekse tun wir alles!

3. Januar 2012:

 

Erster Arbeitstag für John. Das bedeutet, dass jetzt auch für mich und die Hunde der Urlaub vorbei ist.

 

Ich bin wieder Alleinunterhalter für Oskar und Angie, darf zweimal täglich füttern und mindestens zweimal täglich bei Wind und Wetter raus. Ich darf wieder um 5.40 Uhr aufstehen und werde wieder Hausarbeit und Hobbys vernachlässigen, weil vor allem Oskar viel Aufmerksamkeit braucht.

 

Und die Hunde? Denen werden die täglichen aufregenden Männerspaziergänge mit John fehlen; mit mir wird es ab und zu wieder nur den berühmten "kurzen Gang um den Block“ geben. Aber Menschen und Hunde sind ja Gewohnheitstiere, und so werden wir alle uns hoffentlich bald an das alte Leben im Neuen Jahr gewöhnen …

 

Hallo Freunde,

ich glaube, ich bin ein ganz feiner Kerl: damit meine beiden älteren Mädels beim Spaziergang schneller vorwärtskommen, habe ich Angie und Beate heute Morgen wieder voller Hilfsbereitschaft an der Leine hinter mir her gezogen. Leider freuten die sich darüber nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte!

Ich wünsche Euch ein schönes Neues Jahr – und bin schon gespannt darauf, was es alles bringen wird!

 

Euer Ossi