Unter hundert Menschen liebe ich nur einen,

unter hundert Hunden neunundneunzig.

Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

Oskars Blog (9)

Was? Schon leer? ... Oskar und der Joghurtbecher

 

                                                                             zum Teil 10:

31. Juli

 

@ mamaildi und Hedi:

Vielen Dank für Eure mitfühlenden Worte gestern im Gästebuch! Was unser Dreamteam betrifft, so ist es mit ihm in der Tat nicht immer einfach:

eine Angie mit ihrem Sturkopf und ein Oskar, der voll in der Pubertät steckt, da kommt man nur mit Gelassenheit weiter. Leider hapert’s momentan daran bei der Hundebesitzerin, deren letzter großer Urlaub (eine Woche Rundreise-Stress auf Sizilien zählt nicht!) auch schon wieder 14 Monate zurückliegt.

Aber Ende September geht’s ja los, und wenn ich nach unserer Rückkehr die Biester endlich wieder in der Tierpension abholen darf, dann will ich sie vielleicht nie wieder hergeben … :-))))

30. Juli:

 

Oskar ist ein Mistvieh! Musste ihn heute wieder einmal zurechtweisen, weil er nicht ruhig bleiben wollte, als uns der nette Schäferhund Aragon begegnete. Und was macht unser Hund? Regt sich so auf, dass er erst mal Angie kneifen muss.

 

Und Angie, dieses Weichei (den Namen hat sie von unserem Tierarzt, weil sie beim Anblick einer Spritze schon vorsorglich jammert) weint und jammert steinerweichend und lässt die ganze Welt wissen, was Oskar ihr Böses angetan hat.

 

Ich breche den Morgenspaziergang ab und packe die Hunde wieder ins Auto, um nach Hause zu fahren. Und was machen die beiden an der nächsten Ampel? Pöbeln in trauter Einigkeit den nächstbesten Hund an, der vorübergeht ...

 

Wenn jetzt jemand an unseren Hunden interessiert sein sollte:

bitte meldet euch; ich gebe sie ab. Mit Vergnügen!

29. Juli

 

Oskar ist etwas ganz Besonderes. Sage ich, die viele Hunde kennt, mit mehreren Hunden groß geworden ist und bisher vier eigene hatte.

 

Gestern zog ich mir eine schmerzhafte Zerrung an der Schulter zu und jammerte vor mich hin. Oskar kam und setzte sich ganz ruhig neben mich, um mich zu trösten. Das kennen wir ja schon, das machen viele Hunde. Aber Oskar ging weiter: als meine Schmerzen nicht nachlassen wollten, brachte er mir sein Lieblingsplüschtier, den grünen Frosch.

Zunächst wollte ich es nicht glauben und dachte, der Hund will spielen. Aber auf ein diesbezügliches Angebot ging er nicht ein, blieb weiter still und irgendwie konzentriert neben mir sitzen. Noch immer verstand ich nicht, was da abging und warf nach kurzer Zeit den Frosch in den Spielzeugkorb zurück.

Und Oskar? Der macht einen leicht fassungslosen Eindruck, schaut mir ganz tief und lange in die Augen, und in den seinigen kann ich es genau lesen: "Wieso wirfst du den Frosch jetzt weg? Ich habe ihn dir doch extra gebracht, damit du dich besser fühlst!"

 

Ich muss mich wiederholen: dieser Hund zeigt mehr Empathie als viele Menschen. Aber er ist kein Überhund, sondern zum Glück meist ein ganz normaler, stürmischer Junghund, der viel Unsinn anstellt.

Oskar auf abendlicher Inspektionsrunde durch sein Revier

28. Juli: jedes Ding hat zwei Seiten. Mindestens!

 

Sommerferien und schönes Wetter, dazu noch eine Baustelle mit einer langen Umleitung in der Nähe, da verschlägt es viele fremde Hundebesitzer samt ihren Vierbeinern in unseren sonst so ruhigen Wald.

 

Beispielsweise diese Lady mit ihren sechs ohne Leine herumwuselnden und kläffenden Malteser-Mischlingen; da nahm ich freiwillig und vorsorglich Reißaus.

 

Gestern

Ich treffe eine andere Madame mit zwei Zwergpudeln, die sie netterweise bei unserem Anblick an die Leine nimmt. Im Gegenzug mache ich mit meinen beiden Großen Platz und lasse sie am Wegrand absitzen, damit die Troika vorbeiziehen kann. Oskar ist ungewohnt ruhig, aber innerlich zerreißt es ihn wohl, und als die zwei Spielzeughunde auf gleicher Höhe sind, hält es ihn nicht mehr: unser Ungar springt auf, will sich die beiden von Nahem ansehen und schickt ein lautes, ausdauerndes, aber nicht unfreundliches Bellen zu den Zwergen.

Es gelingt mir tatsächlich, Oskar wieder zu beruhigen, doch Zwergpudel-Frauchen schießt mit den Augen Giftpfeile auf mich ab … und mir fällt auch nichts Blöderes ein als der Satz: "Sorry, aber er hätte sie ja auch fressen können!"

 

* * * * *

 Heute

"Och nööööh!" denkt der junge Rehbock. "Der Tag fing so friedlich an! Zwar mit Nieselregen, aber ich hatte die ganze Waldlichtung mit ihren frischen Wildkräutern und den jungen Laubtrieben für mich. Und dann kommt da wieder diese Trulla mit den beiden Tölen. Ich weiß zwar, dass die nie von der Leine gelassen werden, aber der Kleine zerrt so sehr daran, dass er sich durchaus mal losreißen könnte. Außerdem nervt er mich mit seinem Gekläffe, also verziehe ich mich lieber; der Klügere gibt schließlich nach!"

27. Juli:

 

Ich weiß nicht, ob ich es schon geschrieben habe, aber ursprünglich hieß Oskar "Jack". Da ich jedoch keine Lust hatte, den Hund "Dschäck" zu rufen oder gar "Dschä-äk", und er mir zudem wie ein lange erwarteter Preis erschien, taufte ich ihn spontan um auf Oskar.

 

Jetzt weiß ich es besser: "Audrey II" hätte ich ihn nennen sollen – nach der verfressenen Pflanze aus dem Musical "Little Shop of Horrors", das heute vor 30 Jahren seine Off Broadway-Premiere feierte.

 

Unsere Freundin Jutta schrieb in einer mail: " … er erinnert mich immer mehr an den Michel aus Lönneberga - was stelle ich als nächstes an???"

Stimmt; Michel könnte Oskar auch heißen!

26. Juli:

 

Oskar hat ein neues Spiel: nachdem die blaue Schwimmkugel (s. dazu 23. Mai) noch immer nicht reagiert, stresst er jetzt die beiden Kois:

schleicht sich ran und stürzt sich dann mit einem lauten Beller an den Teichrand, wo die Fische friedlich umherschwimmen. Die natürlich fürchterlich erschrecken, sich herumwerfen und diese lustigen Platscher produzieren. Oskar findet’s großartig, aber ich warte nur auf den Tag, an dem der Hund kopfüber in den Teich fällt. Und ich hoffentlich eine schussbereite Kamera zur Hand habe …

25. Juli:

 

Oskar ist ein eifriger Gärtner: er wässert und düngt, gräbt um und mäht. Gestern erntete er sogar Erdbeeren (dieser Hund frisst einfach alles!), und wenn ich nicht aufpasse, dann sät er auch, nämlich die ganzen Grassamen und Kletten, die er von unseren Spaziergängen im Fell mitbringt.

Leider kann ich mich über keine dieser Tätigkeiten so richtig freuen ...

24. Juli:

Zweigleisig zu fahren ist etwas, das uns Hunden vollkommen fernliegt. Wir stürzen uns lieber Hals über Kopf in eine Sache, wühlen uns ganz hinein und vergessen alles andere ...


"Hundeweisheit" von Pecorino

(vgl. Blog 7)

23. Juli: Oskar weiß Prioritäten zu setzen

 

Abendliche Fütterungszeit. Die findet wie immer in der Küche statt, wobei die Schüsseln der beiden Hunde so weit wie möglich auseinander stehen. Oskar und Angie haben zwar keine Probleme damit, dieselbe Wasserschüssel zu benutzen, aber beim Fressen ist das anders. Der gute, alte Futterneid …

Die Hunde sind also eifrig am Fressen, als ich unbeabsichtigt Angie erschrecke. Die springt schätzungsweise zwei Meter senkrecht in die Höhe, um gleich anschließend das Weite zu suchen.

Und was macht Oskar? Lässt von seinem Futter ab, rast zur Schüssel von Angie und leert diese in Windeseile. Um sich daraufhin wieder seinem eigenen Fressen zuzuwenden …

 

21. Juli:

Und täglich grüßt das Murmeltier

 

Heute Morgen einmal absichtlich vergessen, die Badezimmertür ins Schloss zu drücken

– und meine IXUS dabei.

 

Nach über einem halben Jahr Zusammenleben mit uns ist Oskar noch immer fasziniert davon, was wir im Bad so anstellen und drückt die Tür weiter auf, um besser sehen zu können. Aber er traut sich noch immer nicht herein. Gut so!

18. Juli

 

Ist ja nicht so, als würden sich die Hunde nur die Unarten des jeweils anderen abschauen und nur den Blödsinn nachmachen.

 

So ist unsere ruhige, sanfte Angie nicht nur agiler und wachsamer, sondern auch viel gewitzter geworden, seit Oskar in unserem Rudel lebt. Die Griechin, die als Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen nur einen Kajalblick und ihren Sturkopf zu bieten hatte, spielt jetzt in einer ganz anderen Liga.

 

Wenn sie beispielsweise unbedingt in ihren geliebten Garten möchte, dann zettelt sie eine Rauferei mit Oskar an. Weil sie genau weiß, dass ich das im Haus nicht dulde und die beiden Kampfhunde meist zum Weitertoben rauswerfe. Dort allerdings erlahmt die Kampfeslust Angies schlagartig, sie buddelt sich in ihre Lieblingskuhle ein, schließt genüsslich die Augen und hält ein Nickerchen.

 

Angie hat auch das "Hase und Igel-Spiel" neu erfunden. Wenn Oskar sie zum Rennen auffordert und unter viel Lärm im Affenzahn seine Runden um den Teich dreht, dann bellt sie zwar kräftig mit, läuft aber nur ein kleines Stück, um sich gleich wieder in die Gegenrichtung zu bewegen und auf Oskar zu warten: "Bin schon da!" Oskar durchschaut natürlich den Trick, aber es ist ihm egal: er will einfach nur seinen Spaß haben und rennen …

Denn im Wald, da sind die Räuber ...

16. Juli

 

Hallo Freunde,

Besuch ist fein! Da ist tagelang richtig was los, es gibt Geschenke, und es riecht ständig verführerisch aus der Küche. Wir machen ganz lange Spaziergänge, und Doris repariert alle meine Stofftiere. Ein neues Hobby habe ich jetzt auch: mit Grillwürstchen gefüttert werden. Ich will viel öfter Besuch!

Euer Ossi

14. Juli

TV ist nicht Oskars Ding … außer wenn eine Tiersendung läuft. Bei Hundegebell oder Affenschreien wird der Hund ganz aufmerksam und schaut noch immer hinter dem Fernsehgerät nach, wo sich die Kameraden denn nun versteckt halten.

 

Die absolute Lieblingssendung von Oskar aber kommt auf "National Geographic Channel" und heißt "Der Hundeflüsterer". Wenn das amerikanische Original mit Cesar Millan ausgestrahlt wird, dann ist unser Hund kaum vom Fernseher weg zu bekommen. Bleibt nur zu hoffen, dass er dabei auch etwas lernt ...

12. Juli

 

Heute Morgen um 5.30 Uhr wanderte Pluto in den Mülleimer, und ich weine ihm keine Träne nach.

Zwar hat er Oskar viel Freude bereitet, aber nachdem sich unser Hund gestern Abend intensiv mit dem Gummitier beschäftigt hatte, musste er sich heute Morgen wieder übergeben.

Beim ersten Mal hielt ich das ja noch für einen Zufall, aber nachdem es jetzt erneut passierte ist mir klar, dass das Material des Spielzeugs giftige Stoffe enthält. Ich hätte es gleich wegwerfen sollen, als ich den eingeprägten Schriftzug "China" entdeckte.

Jetzt ist sie gebannt: Pluto, die gelbe Gefahr …

8.53 Uhr Ortszeit

 

10. Juli:

 

An Tagen wie diesen

 

frische Waldluft … Sonnenschein … Vogelgezwitscher, zwei ausgeglichene Vier-

beiner an der Leine und weder Rehe noch unangeleinte Hunde in Sicht

 

... wünscht man sich Unendlichkeit!!!

9. Juli

 

Hunde agieren und reagieren oft so menschlich! Da ist zum Beispiel diese Husky-Hündin, eine dominante Zicke. Wenn sie unseren Hund trifft, faltet sie ihn erst einmal zusammen, hat ansonsten aber wenig Interesse an ihm.

Oskar VEREHRT sie ...

8. Juli

 

Oskars Synapsen seien falsch geschaltet, vermutete ich vor drei Tagen. Nun ist es bestätigt: unser Hund denkt um die Ecke! Den Beweis lieferte er gestern während des Unterrichts in der Hundeschule.

 

Folgende Übung: Hund muss brav sitzen bleiben, während Herrchen sich entfernt, indem er zuerst geradeaus geht und dann um die Ecke verschwindet. Erst dann ruft er seinen Hund, der freudig nachgelaufen kommt. So der Plan. Einige der vierbeinigen Schüler schaffen das, aber einige halten es bis zum Rufen nicht aus und preschen schon in dem Augenblick los, in dem sie ihre Bezugsperson nicht mehr sehen.

 

Ganz anders unser Hund. Hoch konzentriert sitzt er da und beobachtet, was die anderen machen. Dann ist er an der Reihe. Oskar weiß genau, was zu tun ist: geradeaus und dann um die Ecke. Und er rennt los wie der Blitz.

Nur eine Kleinigkeit hatte er dabei übersehen, nämlich dass sein Herrchen noch gar nicht gestartet war …

6. Juli: FRIENDS 4 EVER: Jutta und die Hunde

5. Juli

 

Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal geschrieben habe: irgendwie scheinen Oskars Synapsen zumindest zeitweise falsch geschaltet zu sein!

Was er gelernt hat, verknüpft er nicht unbedingt mit dem Befehl, sondern gerne mit der jeweiligen Situation:

 

ohne Leine bei Fuß gehen …? das geht nur auf dem Übungsgelände Wiese, auf Sandboden muss es erst mehr oder weniger mühsam wieder eingeübt werden,

Platz machen …? das hat er an einer Bushaltstelle gelernt; im Wald macht man so etwas seiner Meinung nach nicht,

Pfote geben …? nicht auf der Terrasse, sondern bitte nur vor dem Spazierengehen an der Haustür; so hat er das schließlich gelernt!

 

Ziemlich mühsam und eine tägliche Herausforderung an die Fantasie und Flexibilität der Hundehalter. Oskar wäre ein guter Zirkusgaul geworden: immer in derselben Manege performen, das macht für ihn Sinn.

 

À propos "Zirkus": unsere erste Vorstellung hatten der Hund und ich bereits letzte Woche auf dem Weg durch die Siedlung. Da zeigten wir unserem kleinen Freund Wim was wir können: "Sitz!" und "Platz!" "Pfote!" und das "Pferdchen". Wim und seine Mama spendeten begeisterten Applaus, und Oskar genoss es sichtlich.

 

"Einen langen Hals machen" wörtlich genommen.

4. Juli

 

… zu wenig vermenschlichender Kitsch in meinem Hundeblog? Kann ich auch; bittesehr:

 

Langsam wird unsere kleine Fellnase erwachsen und nabelt sich von seiner Menschenmama ab. Zum Pipi-Machen am frühen Morgen muss sie nicht mehr mit in den Garten gehen, das erledigt er jetzt ganz alleine. Beim Hundepapa sieht der kleine Racker das nicht so eng, denn unter Männern ist das ja auch etwas ganz Anderes. Unser Mäuschen ist halt schon ein großer Junge, und seine Dosenöffner und die große Hundeschwester sind ganz stolz auf ihn …

 

Würg! Kotz! Wollt ihr so etwas hier wirklich lesen? ;-)))

 

… etwa 10 Stunden später:

Entwarnung! Der obige Text war lediglich ein Experiment, und so etwas soll nie wieder vorkommen! Entschuldigung! - und Danke! für Eure zahlreichen Protestmails: "Wadde hadde dudde da?"

Ach ja: Stefan Raab schnappte diesen Satz angeblich von einer Hundebesitzerin auf, die so mit ihrem Vierbeiner sprach! :-)))

3. Juli

 

Der beste Freund des Hundes ist der Mensch. Der zweitbeste aber ist der Baum. Weil er die Stöckchen macht, zum Werfen. Weil er geduldig wartet und nicht schimpft, wenn man eine Katze an ihm hochjagt und ausgiebig verbellt. Und weil er immer da ist, wenn Not am Hund ist. Ein wirklich guter Freund eben.

 

Hundeweisheit von Pecorino

(s. a. 27. Mai; Blog 07)

2. Juli 2012:

 

STECKBRIEF OSKAR

 

Rasse: Lastrami

 

Nationalität: ungarisch-deutsch

 

Geburtstag: irgendwann im Sommer 2010

 

Größe: meist 45 cm 

 

Gewicht: um die 17 Kilo

 

Haarfarbe: Rücken = Streifenhyäne; Bauch = Zebra

 

Augenfarbe: Bernstein

 

Rufnamen: mal Schnucki, mal Ratte

 

Unveränderliche Kennzeichen:

ist immer gut drauf und hat ständig Hunger; großer Schmuser