In den Augen meines Hundes liegt mein ganzes Glück,

all mein Inneres, Krankes, Wundes heilt in seinem Blick.

Friederike Kempner (1836-1904)



Oskars Blog (13)

Giraffe? ... Hund?

 

                                                             weiter mit Teil 14

29. November: Hands up!

 

Seit einem Jahr gehe ich vorzugsweise mit erhobenen Händen durch Haus und Garten, wenn Oskar in der Nähe ist. Dieser Hund ist nämlich blitzschnell, wenn es darum geht, mir mal eben freundschaftlich die Hände zu lecken. Was zur Folge hat, dass ich mir schätzungsweise dreihundertachtzigmal am Tag die Hände wasche, die mittlerweile rau wie Reibeisen sind.

 

Trage ich etwas in der Hand, wird‘s auch nicht besser. Alles ist für den kleinen Ungarn so interessant, dass es unbedingt untersucht werden muss. Und bei Oskar geht das nicht nur über die Nase, sondern der Kram muss ins Maul genommen werden: abgeschnittene Zweige, der Karton für die Tonne oder die Socken für die Wäschetruhe. Ein Blick in meine Augen … und wenn ich kein strenges "Nein!" von mir gebe, krallt er sich die Beute. Mit der man so wunderbar spielen kann, und die im besten Fall sogar irgendwie noch fressbar ist.

 

Hilfe! Ich hoffe, diese orale Phase geht möglichst bald vorbei!

28. November: Marter ohne Pfahl

 

Wie das geht …? Nun, man nehme zwei aufgeregte Hunde an zwei Leinen, gebe die schwarze Hündin dazu, die Angie absolut nicht ausstehen kann – und stelle Beate in die Mitte.

 

Da bist du froh um jedes Kilo Übergewicht das du hast, denn es verleiht dir eine gewisse Standhaftigkeit, während Oskar und Angie um dich herumtoben und ihre Leinen sich immer enger um dich wickeln.

Froh auch, wenn der Besitzer der Schwarzen möglichst schnell weitergeht und nicht noch grinsend dieses unwürdige Schauspiel verfolgt …

27. November

 

Gestern Nachmittag Besuch von einem lieben Freund. Oskar verhält sich wie immer, freut sich lautstark und gibt gleichzeitig den Wachhund. Der sich erst davon überzeugen muss, ob der Neue auch wirklich ungefährlich für sein Rudel ist.

 

Aber Oskars Repertoire geht weiter (und ich habe noch immer kein auf Dauer wirkendes Gegenmittel gefunden): Oskar spielt Bewegungsmelder. Sobald unser Besucher den Raum verlässt um beispielsweise die Toilette aufzusuchen, muss der Hund durch lautes Bellen darauf aufmerksam machen.

 

Und während Angie schon längst entspannt im Flur schläft, liegt nun die ganze Verantwortung allein auf Oskars schmalen Schultern …

26. November

Hallo Freunde,

ich glaube, ich habe mein Rudel ganz gut erzogen: Angie kann jetzt bellen, John schaltet die Sportschau aus, wenn ich unbedingt sofort spazieren gehen will, und Beate hat es aufgegeben, mir den Liegeplatz direkt neben den Rollen ihres Bürostuhls zu verbieten. Das Leben ist schön!

Euer Ossi

 

PS:

Eben habe ich diese schöne Karte aus dem Briefkasten gefischt. Sie ist von Tina, einem der Oskar-Fans der ersten Stunde - und als Ersatz gedacht für ihre nie angekommene Karte aus Abu Dhabi, wie sie schreibt.

Tina meint weiter: “Dass ich bei diesem Motiv an einen gewissen Mr. O. denke, kommt nicht von ungefähr …“

Herzlichen Dank, liebe Tina! Was unsere Couch betrifft: die ist mittlerweile repariert :-)))

neverending story ... Beispiel Kanada:

24. November

 

Wer sich die letzten Fotos von Oskar ansieht wird bemerken, dass er auf Spaziergängen nur noch ein Halsband trägt. Außer für Schlittenhunde und beim Training mit der Schleppleine sehe ich in dem neumodischen und angeblich unverzichtbaren Geschirr nämlich absolut keinen Vorteil gegenüber einem Halsband.

Und auch, wenn jetzt alle Hundeschützer aufschreien: meine Ellbogengelenke sind mir wichtiger als ein Oskar, der sich beim An-der-Leine-Zerren per Halsband die Luft abschnüren könnte.

 

… und noch einmal muss ich Wilhelm Busch zitieren:

Stets findet Überraschung statt
Da, wo man's nicht erwartet hat.

 

Erste Überraschung gestern: aufgespannter Regenschirm und Oskar an der Flexileine, das funktioniert tatsächlich recht gut!

Zweite, viel größere Überraschung: Angie, die sich in den letzten Jahren in ihre Panik vor Gewittern und sogar vor Regen hineingesteigert hat, lief gestern total cool und wie in alten Zeiten mit mir durch den strömenden Regen. Ich bin ziemlich sicher, dieses kleine Wunder hat unser Oskar bewirkt …

21. November; OSKARS TIERLEBEN:

 

Oskar ist ein Hamster. Alles, was er in Haus und Garten “findet“, bringt er an seinen Lieblingsplatz im Wohnzimmer: Kiefernzapfen, Stöckchen, Joghurtbecher, Pappschachteln …

 

Oskar ist ein Vielfraß. Der bekanntlicherweise manchmal auf der Suche nach Nahrung in Häuser eindringt.

 

Oskar ist eine Gans. Wie die heiligen Gänse der Juno, die mit ihrem Geschnatter die Römer auf dem Capitol vor dem geplanten Überraschungsangriff der Gallier warnten, so entgeht der Aufmerksamkeit von Oskar niemand; der Hund kündigt jeden lautstark an, der auch nur in die Nähe unseres Hauses kommt.

 

Oskar ist ein Chamäleon beim Beutefang: blitzschnell kann seine Zunge herausschnellen, um mal eben über deine Brille zu lecken. Egal, ob sie auf dem Couchtisch liegt, oder ob du sie auf der Nase hast.

 

Oskar ist eine Schmusekatze: mehrmals täglich fordert er zum ausgiebigen Streicheln auf. Wirft sich auf den Rücken und lässt sich den Bauch kraulen oder sitzt mit geschlossenen Augen neben dir und genießt einfach. Am liebsten stundenlang.

 

Oskar ist ein Schwein. Wenn er auf dem Rücken liegt und sich voller Wonne auf dem Teppich räkelt, dann grunzt dieses zierliche Kerlchen wie ein kapitales Schwein.

 

Oskar ist eine Schlange: dort, wo es am engsten ist, muss sich Oskar unbedingt hindurchwinden

 

Oskar ist ein Schlittenhund. Auch Oskar hat das “desire to go“-Gen in sich, diesen unbedingten Laufwillen. Weitere Beweise: seine geringe Schmerzempfindlichkeit und die selbständigen Entscheidungen, die er oft trifft. Dass er zudem kräftig ziehen kann, das beweist er ja schon seit unserem ersten Spaziergang ...

20. November

 

Was ich unserem Oskar sage:

"Ok OSKAR, jetzt reicht’s! Ich möchte nicht, dass Du den ganzen Küchen-Fußboden ableckst! Auch dann nicht, wenn ich ein paar Krümel hab fallen lassen. Das ist eklig, OSKAR!"

 

Was unser Oskar hört:

"Bla OSKAR, bla bla! Bla bla bla bla bla bla … OSKAR!"

19. November

 

"Eins zwei drei, im Sauseschritt
läuft die Zeit; wir laufen mit"

meinte bereits Wilhelm Busch.

 

Heute ist es schon EIN JAHR her, dass Oskar zu uns kam, um in unserem Rudel mitzulaufen, und genauso lange blogge ich hier auch schon. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich wieder einmal aufs Allerherzlichste bei allen Followers zu bedanken: ohne Euch, Eure Anteilnahme und Eure Treue würde es dieses Tagebuch schon lange nicht mehr geben …  

 

Aber auch dem Oskar, diesem liebenswerten, kleinen Irrwisch, möchte ich danken - mit einem Wort von Doris Day:

"I have found that when you are deeply troubled, there are things you get from the silent devoted companionship of a dog that you can get from no other source" (ich fand heraus, dass einem in tiefem Kummer von der stillen, hingebungsvollen Kameradschaft eines Hundes Kräfte zufließen, die keine andere Quelle spendet). Stimmt!

17. November; Nachtrag

 

OSKARS HALLOWEEN-KARTE AUS DEN USA

 

Liebe Silvia,

Really scary! :-))) Danke für die erneute Zusendung

sagen Oskar und Beate!

16. November

 

An all die lieben Menschen und "Tierfreunde" da draußen:

ICH MÖCHTE NICHT, DASS IHR UNSEREN HUNDEN LECKERLIS GEBT. NIE!!!

 

Wir würdet Ihr das finden, wenn ich Euren Kindern und Enkeln auf der Straße klammheimlich Bonbons zustecken würde? Oder vielleicht einige köstliche Vanillekipferl … ohne daran zu denken, dass das Kind eventuell eine Nussallergie haben könnte?!

15. November

 

Fehler gemacht heute Morgen; bin ohne Handschuhe losgezogen. Bereits nach 15 Minuten hatte ich eiskalte Hände, und die Metallringe und Karabinerhaken der Leinen machten es auch nicht besser.

Also vorzeitiger Abbruch unseres Spaziergangs. Beate wendet die Hunde und unter dem Absingen von motivierenden Marschliedern (wir sind allein auf weiter Flur!) geht’s auf den Heimweg.

Motivierend …? Na ja, nicht für alle. Die Hunde fanden es überhaupt nicht beeindruckend. Erst nachdem ich mehrmals das Zauberwort "Fressen" in die Runde geworfen hatte, fielen die beiden in einen gemächlichen Trab ...

13. November: Chaos in der Küche

 

Morgenfütterung unserer Raubtiere. Oskar ist natürlich als Erster fertig und wartet wie immer ungeduldig darauf, dass auch Angies Schüssel leer wird, damit er sie auslecken kann. Plötzlich fällt der Griechin ein Bröckchen runter – und mit dem Schlachtruf "Alles meins!" stürzt sich Oskar auf das etwa erbsengroße Stück, das herrenlos hinter dem Fressnapf liegt. Erschreckt dabei Angie zu Tode und reißt auch noch die volle Wasserschüssel um, deren Inhalt sich über die Fliesen ergießt.

 

Ich lasse einen Schrei los, aber dieser Hund sieht mich nur höchst zufrieden an und meint stolz: "Hab‘ ich doch gut gemacht, oder?"

10. November

 

Oskar hat ein neues Spiel erfunden: kopfüber stürzt er sich in die Laubhaufen am Waldrand, buddelt sich durch in die weiche Erde darunter und verschwindet bis übers Halsband darin … keine Ahnung, was der Hund sich dabei denkt! Aber ich weiß wie er aussieht, wenn er wieder auftaucht …

9. November

 

Das alles ist Oskar:

Schnappschüsse mit der Kompakten und dem iPhone

8. November

 

Eigentlich wollte ich heute von den entspannten Hunden in Kanada schreiben. Die offensichtlich keine seelischen Schäden davontragen, weil sie an der Leine laufen müssen und statt Geschirr noch ein Halsband tragen. Und die sich manchmal sogar an langen Ketten in Vorgärten aufhalten.

 

Oder von Oskar. Der sich gestern Abend mindestens eine halbe Stunde lang narrisch freute, weil ich ihm erlaubte, eine meiner benutzten Socken als Beute zu behalten.

 

Oder wie schön es ist, in dem kleinen Ungarn endlich wieder einen Hund zu haben, der einem vertraut. Der alles probiert, was man selbst isst und allen Quatsch mitmacht …

 

Aber irgendwie habe ich nach meinem langen Reisebericht eine kleine Schreibblockade. Also gibt’s heute wieder mal kein Oskar-Blog ;-))

Ich bitte um Verständnis und Geduld.

5. November

 

Mistviecher! Ich bin sicher, heute Morgen hatten Oskar und Angie sich abgesprochen, meine Geduld auf die Probe zu stellen:

wenn Oskar nach links lief, musste Angie unbedingt nach rechts, und wenn der Ungar vorpreschte, fing die Griechin an zu trödeln. Ein unschönes Gezerre, dem ich dann auch bald ein Ende machte, indem ich die beiden ins Auto packte und nach Hause fuhr.

Wo sie sich dann wieder prächtig verstanden und innerhalb kürzester Zeit eine Dose Lamm und die Spaghettireste von gestern vernichteten.

3. November

 

An der Wand unserer Frühstücksecke steht ein Ausspruch von Mark Twain:

"Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden."

Das muss Oskar gleich am ersten Tag gelesen haben, denn dieser Hund hat den Spruch verinnerlicht. Er freut sich auf jeden Tag, ist immer gut drauf und bringt mit seinen Kaspereien Freude und Lachen in unser Leben. Auch wenn’s draußen regnet oder das Zipperlein plagt.

Danke, Oskar!

Kanada: Halloween-Kekse in einer Bäckerei in Niagara-on-the-Lake

1. November

 

Beinahe hätte Oskar heute per mail seine erste Halloween-Karte aus den USA erhalten.

 

Ganz herzlichen Dank, liebe Silvia, aber diese Karte ist wohl leider bei den Spams gelandet und wurde gelöscht. Schaaade!

Aber Oskar trägt es mit Fassung!