Die kalte Schnauze eines Hundes

ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.

Ernst R. Hauschka (1926-2012)

Oskars Blog (11)


 

 

 

 Mit Silberblick in die iPhone-Kamera

 

... aber Heidi, das berühmte Opossum aus dem Leipziger Zoo konnte es noch besser:

 

beide Pupillen möglichst nah an die Nase drücken, und dann die Augen weit aufreißen!

 

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19. September:

 

 

 

<<< ANGIE WAS HERE

 

 

 

OSKAR WAS THERE >>>

 

... UND ICH VERMISSE DIE BIESTER JETZT SCHON!!!

17. September

 

Oskar hat ein neues Hobby: wenn wir vom Spaziergang nach Hause kommen, fetzt er erst einmal durchs ganze Erdgeschoss, wirbelt dabei alle Hundedecken und

-polster durcheinander und schiebt sich genüsslich grunzend (und wenn ich "grunzend" schreibe, dann meine ich grunzend!) an der Ledercouch längs und über die Teppiche. Ob vor Freude über sein erstes richtiges Zuhause oder doch nur über das bald anstehende Fressen, das kann ich allerdings nicht genau sagen.

 

Ich schätze, Letzteres ist der Fall und hoffe, dass das Tier sich dieses Verhalten nach dem Aufenthalt in der Tierpension abgewöhnt haben wird. Übermorgen ist es so weit, da bringe ich Oskar und Angie wieder auf ihren Bauernhof. Und dann kann ich auch endlich anfangen, meinen Koffer zu packen. Vorher hat es keinen Sinn, denn die Hunde spüren sofort, dass etwas im Busch ist, das ihren gewohnten Alltag verändern wird. Und zwei Vierbeiner, die mit traurig herunterhängenden Ohren und vorwurfsvollem Blick durch das Haus schleichen, so etwas muss ich mir nicht antun!

 

15. September

 

Es herbstelt: frühe Sonnenstrahlen bringen auf unserer Waldwiese die Tautropfen in den Spinnennetzen zum Glitzern, erste welke Blätter tanzen im Wind, und vor einigen Tagen schon fand Oskar

die erste Rosskastanie.

Allerdings: sehr beeindruckt war der Hund nicht, da sich das Ding als ungenießbar herausstellte.

 

Damit beginnt aber nun langsam die mir liebste Jahreszeit, und mir fällt wieder das Gedicht "Herbsttag" aus dem Buch der Bilder von Rainer Maria Rilke ein, mit dem ich allen Lesern ein wunderschönes Wochenende wünschen möchte:

 

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass‘ die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. 

14. September: Oskar zieht Kreise

 

Besonders die virtuelle Fangemeinde von Oskar wird immer größer: dieser Hund bekommt Karten und eMails geschickt und Einträge in meinem Gästebuch – und seine Besitzer erhalten Literaturtipps, Fotos, Bücher und Rezepte für selbst-

gebackene Hundekekse. Freunde, ich bin total gerührt und dankbar! Und es tut gut, immer wieder zu erfahren, dass der ganze "Stress" mit dem Hund und mit dem Bloggen nicht nur mir Spaß macht.

 

Ganz besonders möchte ich mich diesmal bei Hedi bedanken, die sogar in ihrem Urlaub an der Loire an unseren kleinen Troublemaker gedacht hat und uns gestern Abend ein wunderbares Foto mit dem Titel "Oskar träumt" schickte:

 

Frankreich: im Schlossgarten von Villandry; (c) Hedi Glock

13. September: Was man nicht selber weiß …

 

Ich sag’s ja: manchmal tickt unser Oskar nicht richtig! Heute Morgen beispielsweise, als uns im Nieselregen zwei kurzbehoste Jogger entgegenkamen.

 

Oskar wittert sie schon von weitem, stellt sich auf die Hinterbeine und macht Krawall. Hört nicht auf mein strenges "Nein!" - ein Wort, mit dem man ihn im Haus durchaus von irgendwelchem Blödsinn abhalten kann.

Nicht so auf der Straße, da handelt der Hund nach dem Motto von Adolf Tegtmeier: "Wat man nich selba weiß, dat muss man sich erklären". Oskar hört nicht auf mich und glaubt mir einfach nicht, dass die beiden sportlichen Herren harmlos sind. Vielleicht sind sie ihm ja unheimlich. Oder er will sie nur auf seine lautstarke Art begrüßen. Vielleicht glaubt er aber auch, Angie und mich verteidigen zu müssen … verstehe einer diesen Hund!

11. September

 

Nachmittagsspaziergang, und es regnet Katzen und Hunde. Ausnahmsweise habe ich mich wegen der Temperaturen gegen eine Regenjacke mit Kapuze und für einen Schirm entschieden. Was ein Fehler war, denn Oskar ist voll in seinem Element, zieht fröhlich an der Leine, wuselt von links nach rechts und bereitet mir ausgesprochene Schwierigkeiten, ihn und den aufgespannten Schirm, die Leine und meine Hände zu koordinieren.

 

Das Drama bleibt der 7jährigen Laura nicht verborgen, die mich aus dem trockenen Fond von Mutters Auto heraus vorwurfsvoll ansieht und mit piepsigem Stimmchen meint: "Das ist aber nich gerade angenehm für den Hund!"

Na prima, kleine Klugscheißerin! Und was ist mit mir …?

Neunter Neunter

 

Seit John Oskar mit ins Büro genommen hat, ist er der Größte für den Hund, der jetzt ständig um ihn herum scharwenzelt und nur noch Augen für sein Herrchen hat. Eigentlich könnte ich mich ja freuen, habe ich den Kleinen damit endlich etwas aus dem Kreuz und nicht ständig an meinem Schürzenzipfel hängen.

Eigentlich … wäre da nicht dieses kleine bisschen Eifersucht, das leise nagt …

iPhone-Foto: (c) J.E.S.

8. September: Bürohund Oskar

 

Wochenende, und John muss für einige Stunden ins Büro. Was liegt da näher, als einen Hund mitzunehmen? Also darf Oskar erstmals die heiligen Hallen betreten - und mit ihm eine Decke, ein Wassernapf und eine Tüte mit Hundekeksen.

 

Laut Johns Bericht war unser Rabauke zunächst recht vorsichtig und hatte mächtigen Respekt vor einer engen Drehtür und dem spiegelnden Fahrstuhl, aber nachdem er einmal alles inspiziert hatte, fühlte er sich innerhalb kürzester Zeit wie zu Hause: ließ sich bewundern und streicheln, zeigte freiwillig alle seine Kunststückchen, schlabberte mit seinem Trinkwasser herum und machte sich in einem unbewachten Augenblick über einen leeren Joghurtbecher im Papierkorb her.

Um sich dann seiner vermeintlich wichtigsten Aufgabe zu widmen, nämlich der Bewachung von Johns Büro. Unangemeldet kam von da an niemand mehr vorbei, geschweige denn herein …

6. September



Hier mein neuestes Bild aus der Serie "Fotos, die das Leben macht":

Oskar springt nach links auf einen Holzstapel, weil er etwas wirklich Wichtiges gewittert hat – oder weil er sich erinnert, dass ich früher mal das Balancieren auf Kommando mit einem Leckerli belohnte. Gleichzeitig will sich Angie nach rechts in eine Wildschweinsuhle werfen. Dazwischen die überforderte Fotografin, die mit zwei zappelnden Leinen und einem iPhone in der Hand keine Chance hat, ein Hunde-Stillleben zu komponieren. Und Oskar ist auch schon wieder auf dem Absprung …

5. September

 

Angie hat leider wieder eine Augenentzündung und muss zweimal täglich eine Augencreme verabreicht bekommen. Noch immer findet Oskar das ausgesprochen spannend und verfolgt aufmerksam das Geschehen.

Heute Morgen setzte er sich sogar ganz nah dazu, vermittelte deutlich den Wunsch "Ich auch! Ich auch!" und rieb sich mit der Pfote über die Augen. 

 

Wobei es aber offensichtlich weniger um die Behandlung ging als um den Keks, den man anschließend fürs Bravsein erhält …

 

4. September

 

Unsere Haus-Alarmanlage hat endgültig ausgedient: wir haben Oskar.

2. September

 

Wie kann ich dem Oskar nur beibringen, dass er kein Hahn ist? Gewissenhaft geht der Hund seiner eingebildeten Aufgabe nach und weckt uns spätestens um 6 Uhr morgens. Auch am Wochenende.

Wenn er es dann geschafft hat und mich in der Küche klappern hört, legt er sich zufrieden wieder auf sein Lieblingsplätzchen. Und schläft noch eine Runde …

1. September: Oskars Dorffest-Debüt

Handwerkermarkt und Dorffest in Ratingen-Lintorf. Um Oskar endlich auch in das gesellschaftliche Leben seiner Stadt einzuführen, wählten wir den Samstagmittag, denn um diese Zeit ist bekanntlich noch wenig los.

Aber das Wenige reichte schon, um unseren Hund zu einem aufgeregten Hinkel mutieren zu lassen: überall gab es etwas zu hören und zu sehen und zu riechen, alles war so interessant und verführerisch. Highlight: die Käsebrezeln, die sich unser kleiner Ungar mit seinem Rudel teilen durfte.

 

Wieder zu Hause angekommen, musste Oskar dann unbedingt vor Angie mit seinen Erlebnissen und seiner Vorzugs-Behandlung prahlen. Aber unsere Griechin ließ sich heute nicht von seinem Dominanzgehabe einschüchtern, veranstaltete erst einmal ein paar kleine Kampfspiele und jagte den Angeber unter lautem Getöse durch den Garten. Um dann anschließend mit ihm die Friedenspfeife zu rauchen, indem sie gemeinsam die Vogeltränke leerten.

Ach, wenn es bei uns Menschen doch auch immer so einfach wäre!