Souvenirs ... Reiseandenken ... Mitbringsel ...

 

 Souvenirs, Souvenirs: 
kauft ihr Leute, kauft sie ein, 
denn sie sollen wie das Salz
in der Lebenssuppe sein ...

(Bill Ramsey 1959)

 

1. Hotelseifen aus aller Welt

von Ägypten über Indien, Kambodscha, Laos, Marokko, Nepal, die USA und Vietnam bis nach Südafrika

 

Schon bei den Sumerern finden sich erste Hinweise auf die Herstellung von Seife, die allerdings lediglich als Heilmittel bei Verletzungen benutzt wurde. Ebenso handhabten es die Ägypter und die alten Griechen, und erst die Römer stellten die reinigende Wirkung der Seife fest. Im 7. Jahrhundert verkochten dann erstmals die Araber Öl und Lauge miteinander und schufen damit die Seife, wie wir sie heute kennen. Dieses Wissen breitete sich schnell über Europa aus, und Frankreich und Spanien wurden zu Zentren der Seifenherstellung.

 

Kernseife, Schmierseife, Feinseife, Rasierseife, Gallseife, Flüssigseife … wir kennen heute viele Seifenarten. Mit eine der interessantesten und ein beliebtes Souvenir für viele Reisende ist wohl die Hotelseife, aber natürlich nur, wenn auch der Hotelname auf der Verpackung steht. Leider gehören diese kleinen Andenken auch zu einer aussterbenden Spezies, da die Herstellung zu kostenaufwendig ist. Neutral verpackte Seifenstückchen oder gar Flüssigseife in großen Behältern sind zum Leidwesen von uns Sammlern gewaltig auf dem Vormarsch in den Hotelzimmern dieser Welt.

 

Oben einige meiner nostalgischen “Goldstücke“ aus Sizilien, Florida, Laos, Singapur, Großbritannien, Südafrika, Vietnam, Kambodscha, Nepal, Indien, Marokko und Ägypten.

2. Souvenirs aus der Natur

Sand in Flaschen

Steine, Strandgut, Samenkapseln

 

Auf dem Teetisch eine Batik-Tischdecke aus Indonesien, an der Wand ein dot painting aus Australien, im Bücherregal Göttercomics aus Indien und Märchen aus Namibia, in dem kleinen Schränkchen alte Musicassetten mit Kriegsliedern der Maori aus Neuseeland, auf dem Kaminsims zwei Kamelknochen-Kästchen aus Marokko und im Flur Malereien aus Vietnam und ein Thangka aus Nepal ...
Dies alles und noch viel mehr erinnert mich an meine Reisen in den vergangenen 40 Jahren, freut mich immer wieder und gehört einfach zu mir. Am allerliebsten sind mir jedoch die Mitbringsel, die nichts gekostet haben. Die ich am Strand gefunden habe oder im Wald, auf einem Schutthaufen oder einfach unter meinen Schuhen.


Da sind die kleine byzantinische Tonscherbe, die ich im Circus Maximus in Caesarea / Israel aufgelesen habe, der rußgeschwärzte Teil eines irdenen Topfbodens aus Kom Ombo / Ägypten und die Samenkapseln verschiedener Eukalyptusarten aus Australien.
Wenn ich den Baumwollzweig in die Hand nehme, denke ich wieder an diesen heißen Tag in der Türkei und an die abgeernteten Baumwollfelder, das Gehäuse der Apfelschnecke erinnert mich an eine aufregende Wanderung durch das Vogelschutzgebiet Bharatpur in Indien und die Ammoniten und Belemniten an wunderbare Tage in Südfrankreich.

 

Beim Anblick der Perlhuhnfeder und der Stachelschweinborsten aus Namibia sehe ich das weitläufige Gelände der Gästefarm wieder vor mir, spüre die Sonne und träume vom sundowner am Lagerfeuer, und wenn ich die Muscheln in die Hand nehme bin ich in Gedanken wieder auf Sanibel Island / Florida.

 

Nicht zu vergessen die kleinen Flaschen und Gläschen mit Sand, diese Künstlerpalette an Farben: vom hellen Beige der Dünen von Sam und der Etosha-Pfanne über den Senfton des Sandes von Pushkar und das Ockergelb von Abu Simbel bis hin zu dem Grau-Beige aus Vietnam, dem Fast-Weiß aus Clearwater Beach und dem schwarzen Sand von Kovalam.
Besonders interessant und lebhaft: die roten Sandstein-Töne aus Merzouga, aus dem Monument Valley und dem Red Centre in Australien.
Der nubische Sandstein aus dem Negev ist ähnlich wie der dunkle Kies vom Strand in Killiney / Irland ziemlich grobkörnig, der feinste und fast puderförmige Sand stammt aus der Oase Siwa, und der Sand aus Rameshwaram enthält unzählige winzige Muscheln und rosafarbene Schneckenhäuschen.
Jeder Sand ist anders, und jeder hat interessante Geschichten zu erzählen. Wenn man sich nur die Zeit nimmt, zuzuhören ...

 

Samen, Federn, Stachelschweinborsten ...
Steine, Korallen, Muscheln ...

Anmerkung:


ich weiß, wie gefährdet die Korallenriffe sind und würde nie Korallen abbrechen oder kaufen. Das dargestelllte Exponat fand ich in Nouméa, Neukaledonien auf einem Bauschutthügel.  

Die Muschelkette habe ich 1985 auf irgendeiner Südseeinsel für ein paar Pfennige erstanden. Heute weiß ich, dass diese Muscheln meist nicht am Strand aufgelesen werden, sondern extra mit Ködern aus dem Meer gefischt, denn nur so behalten sie ihre glänzende Oberfläche.

 

 

zum Thema siehe auch:

bitte Logo anklicken!

"Artenschutz im Urlaub"

Mit dieser Seite bietet die Bundeszollverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz eine Informationsmöglichkeit, mit der man vor einer Reise feststellen kann, welche geschützten Tiere und Pflanzen (und Erzeugnisse daraus) in den verschiedenen Urlaubsländern zum Kauf angeboten werden könnten.

Eine wichtige Aufklärung, um die Natur der Reiseländer zu schützen und darüber hinaus am Deutschen Zoll keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

 

Foto © T. Zubi; bitte anklicken!

"Bedrohung der Korallenriffe.

Ursachen und Auswirkungen"

Sehr gut gemachte, informative Seite der Schweizer Taucherin Teresa Zubi. Ihre Philosophie:

We leave nothing behind but bubbles

We take nothing but impressions

We kill nothing but time ...

 

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Teresa)

3. Mein liebstes Reisesouvenir

Für einen Jäger und Sammler wie mich ist die Frage nach dem liebsten Reisesouvenir unmöglich zu beantworten; irgendwie ist mir alles gleich wichtig und lieb, was ich in einem halben Jahrhundert auf meinen Reisen gesammelt und mitgebracht habe. Sollte ich jedoch unbedingt ein liebstes Souvenir benennen müssen, so wäre dies

 

Meine Freundin … nennen wir sie Isabell.

 

Isabell lernte ich 2003 in Südindien kennen. Wir wanderten durch die Nilgiri Hills, zelteten auf einer Matschwiese und beobachteten Riesen-Fledermäuse. Wir schlurften barfüßig durch Hindutempel, ließen uns von Elefanten segnen und genossen den Sonnenuntergang an einem verwunschenen See. Wir lernten ohne Besteck zu essen und ließen uns in einem kleinen Hausboot durch die Backwaters schippern. Wir hatten damals sogar exakt die gleiche Kameraausrüstung, waren bereits (allerdings zu unterschiedlichen Zeiten) mit dem gleichen charismatischen Reiseleiter durch Rajasthan gefahren, und am abendlichen Lagerfeuer ging uns beiden nie der Liedschatz aus.

 

Isabell hat einen ähnlichen Hintergrund wie ich, ist als Försterstochter auch quasi im Wald aufgewachsen, tierlieb und belesen. Das Einzige, was uns unterscheidet: egal, wie schlecht es ihr geht, Isabell verliert nie ihr herzliches Lachen und ihre positive Lebenseinstellung.

 

Isabell und ich wohnen ziemlich weit auseinander, aber wir treffen uns einmal jährlich. Und dann ist es immer, als hätten wir uns erst gestern gesehen: wir kochen mehrgängige, meist indische Menüs, probieren raffinierte neue Gewürze aus und lachen und klönen bei einigen Flaschen Wein bis zum Morgengrauen.

 

Gibt es ein schöneres liebstes Reisesouvenir?    

 

Das war mein Beitrag zur Blogparade von Zypresse

Kommentare

Diskussion geschlossen
  • eo (Montag, 23. Juni 2014 17:18)

    Wie schön. Es sind die Dinge im Kopf, die bleiben und erinnern. Manches Mal hilft ein Foto nach. Noch schöner ist es, wenn solche "Reisesouvenire" bis in die Gegenwart wirken.

  • Zypresse (Montag, 23. Juni 2014 18:25)

    Ein ganz und gar menschliches Souvenir... schöne Idee. Danke für's Mitmachen, liebe Beate.

  • Anni (Montag, 30. Juni 2014 14:05)

    ...ein beeindruckender, lesenswerter, nachhaltiger und sehr persönlicher Beitrag zur Blogparade! Gefällt mir sehr!

  • Romy (Samstag, 05. Juli 2014 07:56)

    Na du bist ja ein richtiger Jäger und Sammler und alles aus der Natur. Den Sand in den Flaschen, das finde ich echt genial. Und so hat jeder seine Vorlieben Erinnerungstücke von den Reisen
    mitzubringen. Als ich in Kenia war spülte mir der Ozean einen roten Seestern vor die Füße. Hätte ich so gern mitgenommen aber erstens stinken sie, wenn sie trocknen und durch den Zoll hätte ich es
    auch nicht durchbekommen. Am schönsten sind natürlich die Freundschaften die sich durch das Reisen finden. Und noch schöner ist es, wenn sie halten. Meistens schlafen sie ein. Aber ich hatte es auch
    geschafft eine ägyptische Freundschaft bis vor kurzem aufrechtzuerhalten allerdings nur in Facebook. Aber da die ägyptische Regierung für ihre Bevölkerung Facebook gesperrt hat ist auch das nun
    vorbei. Ein schöner sehr persönlicher Beitrag. Liebe Grüße Romy

  • Janine (Samstag, 05. Juli 2014 18:07)

    Ein wunderbares "Reisesouvenir". Ich wünsche Euch noch ganz viele tolle Momente und Erlebnisse zusammen.

  • Hannah (Freitag, 11. Juli 2014 14:20)

    Eine Freundschaft, die sich im Rahmen einer Reise entwickelt ist eindeutig das allerbeste Reisesouvenir. Ich habe auf meiner Backpacking-Tour durch Spanien auch jemanden kennengelernt, den ich auf
    keinen Fall mehr in meinen Leben missen möchte. Auch wenn man den Kontakt über längere Zeiträume hinweg nur über Social Networks halten kann, ist das Wiedersehen doch immer etwas Besonderes. Die
    gemeinsam gemachten Erfahrungen und Erlebnisse schweißen zusammen. Außerdem findet man auf Reisen oftmals Menschen, die genauso ticken wie man selbst - also mit denen man einfach völlig auf einer
    Wellenlänge ist. :)

  • Ulrike (Mittwoch, 16. Juli 2014 11:03)

    Freundschaft als Souvenir - eine interessante Idee! Achja, auch bei mir tummeln sich Souvenirs, die ich vor langer Zeit aus Unwissenheit mitgenommen habe. Heute liebe ich Kunsthandwerk und kleine
    Trachtenpüppchen.

  • Claudia (Donnerstag, 17. Juli 2014 18:35)

    Ein Souvenirjäger hat es natürlich schwer, sich für ein Lieblingssouvenir zu entscheiden. Interessante Sammlungen, vor allem die Hotelseifen. In der Natur findet man auch immer schöne Sachen.

  • Hedi (Montag, 11. August 2014 17:39)

    Das schönste "Souvenir", das man sich denken kann.
    Möge es niemals seine Bedeutung verlieren!
    LG Hedi

4. Shopping für Fernwehkranke

Waren aus aller Welt auf zwei Etagen

Mein absoluter Lieblingsladen ist

 

„fischer's LAGERHAUS" in Düsseldorf-Gerresheim.

 

Ich gehe durch den von einem großen weißen Marmorbuddha und einem Ganesh aus Lavastein flankierten Eingang - und schon bin ich im Urlaub. In einer anderen, exotischen Welt.


Ich sehe farbenfrohe Batikkissen und Bambusmöbel aus INDONESIEN, bemalte Schränke und alte Saatgut-Trichter aus INDIEN, Silberschmuck aus NEPAL, Porzellan aus VIETNAM und Laternen aus MAROKKO. In der Luft ein zarter Duft nach Räucherstäbchen, um mich herum unaufdringliche Musik - und hinter der Kasse und zwischen den Regalen total freundliches Personal dem man ansieht, dass es hier gerne arbeitet.

 

Im Jahr 1996 gründete Udo Fischer die Firma. Seine Idee: Waren direkt in den jeweiligen Herstellungsländern kaufen und einmal pro Monat in einem großen Seecontainer nach Deutschland schicken.
Das Unternehmen wuchs schnell, und heute (Stand: März 2016) gibt es bereits „Lagerhäuser" in 16 verschiedenen Städten, von Berlin bis Wuppertal.
Schon im Jahr 2009 waren alleine fünf Mitarbeiter damit beschäftigt, zwei- bis viermal pro Jahr die Einkaufsländer zu bereisen und nach interessanten Stücken zu suchen; heute kooperiert fischer mit etwa 400 unterschiedlichen Kunsthandwerkstätten, Produktionsbetrieben und Exporteuren.

Die zu 90% handgefertigten Waren werden bei kleinsten Betrieben und Werkstätten eingekauft, wobei die Mitarbeiter nicht nur darauf achten, dass die Qualität stimmt, sondern auch Verbesserungsvorschläge machen und die Lieferanten überprüfen, ob sie z. B. auch keine Kinder beschäftigen.


Mir gefällt die Mischung aus alten und neu angefertigten Waren, und ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder ein schönes „Urlaubssouvenir" ergattern kann: einen Hochzeitsschrank oder einen alten Steintrog aus CHINA, einen Opiumhocker und ein Geisterhäuschen aus THAILAND oder einen Marmor-Buddha aus BURMA (Myanmar). Bisher ist es mir nämlich noch nie gelungen, solche Teile im Handgepäck von meinen Reisen mitzubringen.
Die Ankunft der Seecontainer aus den verschiedenen Ländern wird monatlich angekündigt, so dass man keine Lieferung verpassen muss. Ein weiterer Service ist der Kundenpass mit seinem attraktiven Rabattsystem und die jährlich erscheinenden Kataloge. Diese zeigen nicht nur das Angebot und die fairen Preise, sondern informieren darüber hinaus über die Kultur der Einkaufsländer sowie über Geschichte und Herstellung der verschiedenen Waren und sind im Laufe der Jahre für mich zum echten Sammlerstück und Nachschlagewerk geworden.

 

Last not least: die gemütliche Lese-Ecke im „Lagerhaus": Meterweise stehen hier Bücher über die Herkunftsländer der angebotenen Waren, von Bildbänden über Kochbücher bis zu Zitatensammlungen. Und damit man das Ganze nicht nur mit den Augen genießen kann, steht direkt davor ein gemütlicher Tisch mit Kaffee, mit Tee und mit Keksen ...
Wer jetzt Appetit bekommen hat: zu meinem Lieblingsladen geht es hier:

... und weitere Souvenirs gibt es auf der Seite Es war einmal