Von Amerika nach Europa. Kleine Geschichte des Kürbisses

 

Wo der Tellerrand die Grenze des Denkens markiert,

hilft auch die richtige Ernährung wenig.

Ernst R. Hauschka (* 08. 08. 1926)


Qual der Wahl ...

Der Kürbis (Cucurbita) kam aus der Neuen Welt zu uns.

 

Erstmals wurde er in Mexiko domestiziert, im Süden der USA, in Zentralamerika und Südamerika. Im Gegensatz zu den Wildformen sind die Samen und Früchte gezüchteter Kürbispflanzen frei von Bitterstoffen, so dass man anhand von Samenfunden erste Züchtungen des Gemüses auf 8000 bis 10000 v. Chr. datieren konnte.

 

Schon in präkolumbischer Zeit gab es eine große Sortenvielfalt (heute kennen wir knapp 700 Sorten), und Karl der Große befahl Anfang des 9. Jahrhunderts den Anbau des besonders wegen seiner medizinischen Wirkung geschätzten Kürbisses auf den kaiserlichen Krongütern.

 

Aufmerksame Leser werden sich jetzt fragen, wie das sein kann, da der Kürbis ja aus der Neuen Welt zu uns kam, die erst 1492 von Columbus entdeckt wurde. Nun, die Lösung ist einfach: Es gibt zwei grundverschiedene Pflanzen, die sich seit jeher "Kürbis" nennen.

 

In Europa baute man schon lange vor Karl dem Großen den Flaschenkürbis an, den "curcubita lagenarum". Er stammt aus Afrika und diente beispielsweise schon im antiken Ägypten nicht nur als Speise, sondern man stellte aus seiner getrockneten harten Schale auch allerlei Behältnisse und Trommeln her.  

Kolumbus entdeckte in Amerika den "curcubita pepo", unseren bekannten Gartenkürbis. Seinen Ursprung vermutet man in den peruanischen Anden, wo er schon 5000 v. Chr. zusammen mit Bohnen und Mais auf dem Speiseplan der Indios stand. Dieser Gartenkürbis begann dann im 16. Jahrhundert seinen Siegeszug durch Europa.

 

Hauptverwendung findet der Sortenreiche als gekochtes, gebratenes oder gebackenes Gemüse; frühe Indianer kannten auch die Haltbarkeitsmachung durch Trocknung des in Streifen geschnittenen rohen Fruchtfleischs. Am bekanntesten dürfte bei uns aber die Verwendung in der Kürbissuppe sein; hier mein Lieblings-Rezept:



Kürbis-Kokos-Suppe für 4 Personen

raffiniert, einfach und schnell

Zutaten:

600 g Hokkaido-Kürbis (muss nicht geschält werden!)

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

frischer, geriebener Ingwer (ca. 3 cm)

2 EL Olivenöl

400 ml Kokosmilch

600 ml Gemüsebrühe

Meersalz

Curry

Kurkuma

Kürbiskernöl

Kürbiskerne

ev. 1 Orange

Zubereitung:

Den Kürbis in grobe Würfel schneiden. Zwiebelwürfel und klein gehackten Knoblauch im Olivenöl andünsten. Kürbiswürfel, Curry, Kurkuma und Ingwer zugeben und kurz anrösten. Mit Kokosmilch und Gemüsebrühe auffüllen und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Die Suppe pürieren und mit Salz abschmecken. Mit etwas Kürbiskernöl und einigen Kürbiskernen verzieren und servieren.

 

Um der Suppe eine angenehm frische und fruchtige Note zu verleihen, vor dem Servieren den Saft von ½ bis 1 Orange zugeben, die Suppe nochmals kurz erhitzen, aber nicht mehr kochen lassen.

 

... und ein Stück frisches, selbst gebackenes Brot dazu macht das Ganze perfekt!



"Jack-O'-Lantern" made in Germany

Ein weiteres Stichwort, das zu „Kürbis“ sofort einfällt, ist Halloween.

Der Begriff kommt von „All Hallows‘ Eve“(Allerheiligenabend) und bezeichnet die Volksbräuche, nach denen am Vorabend von Allerheiligen (also in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November) vor allem in Irland gefeiert wurde.

 

Irische Auswanderer brachten diese von den Kelten stammenden Bräuche ab 1830 in die USA, wo sie in Erinnerung an die europäische Heimat gepflegt und ausgebaut wurden. Auch das Aufstellen von Kürbissen zum Halloween-Fest stammt aus Irland:

 

dort lebte der Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield. Durch eine List fing er den Teufel ein und wollte ihn nur freilassen, wenn er „Jack-O‘ fortan nicht mehr in die Quere käme. Nachdem Jack gestorben war, kam er wegen seiner Taten nicht in den Himmel, aber in die Hölle durfte er natürlich auch nicht, da er ja den Teufel überlistet hatte. Doch der Teufel erbarmte sich und schenkte Jack eine Rübe und eine glühende Kohle, damit er durch das Dunkel zwischen Himmel und Hölle wandern könne.

 

Aus der beleuchteten Rübe wurde in den USA ein beleuchteter Kürbis, den es dort in großen Mengen gab. Um böse Geister abzuschrecken, schnitt man Fratzen in ausgehöhlte Kürbisse und beleuchtete damit den Hof vor dem Wohnhaus. Bekannt ist dieser Kürbis seitdem als „Jack-O‘-Lantern“.

 

Neben Weihnachten und Thanksgiving entwickelte sich Halloween zu einem der wichtigsten Feste in den USA und in Kanada, und in den 1990er Jahren verbreiteten sich von Frankreich ausgehend die Halloween-Bräuche auch in ganz Europa. Somit war der Kürbis ein weiteres Mal von Amerika nach Europa gereist …

(Quelle: Wikipedia)




Jack-o-lantern, Jack-o-lantern,
You are such a funny sight.
As you sit there by the window,
Looking out into the night.
You were once a sturdy pumpkin,
growing on a curly vine.
Now you are a Jack-o-lantern,
See your night lights shine.



(Halloween-Gedicht; Verfasser unbekannt)