Von Wäldern und Menschen

 

Lassen Sie uns alles daransetzen, dass wir der nächsten Generation, den Kindern von heute, eine Welt hinterlassen, die ihnen nicht nur den nötigen Lebensraum bietet, sondern auch die Umwelt, die das Leben erlaubt und lebenswert macht.
Richard von Weizsäcker (1920 - 2015)

 

Deutscher Wald im Jahreslauf

 

Die meisten Fotos auf dieser Seite sind iPhone-Schnappschüsse, die ich auf Spaziergängen mit meinen Hunden gemacht habe.

Waldspaziergang im Herbst

 

Die Blumen des Frühlings

sind die Träume des Winters.

Khalil Gibran (1883 - 1931)

Winterwald - Impressionen aus NRW

Deutscher Wald als Müllkippe

 

Darüber, wer die Welt erschaffen hat, lässt sich streiten.

Sicher ist nur, wer sie vernichten wird.

George Adamson (1906-1989)

 

… nur 9 von vielen Beispielen. In unserem Wald war im Laufe der letzten Jahre eine ganze Wohnungseinrichtung zu finden:

Garderobe mit Spiegel, Kleiderschrank, eine Couchlandschaft, Kühlgeräte, Toilettenschüsseln und Waschbecken, dazu Malerutensilien und jede Menge Gartenabfälle, die vertrockneten Bäumchen noch in ihren Containern.

 

Der Mensch ist nicht das Produkt seiner Umwelt -

die Umwelt ist das Produkt des Menschen.
Benjamin Disraeli (1804-1881)

Deutscher Wald 2014. Die Ruhe nach dem Sturm

An Pfingsten 2014 überzog die Gewitterfront des Tiefdruckgebiets Ela vor allem Nordrhein-Westfalen mit Unwettern, und in der Umgebung von Düsseldorf, Ratingen und Essen waren die stark in Mitleidenschaft gezogenen Wälder wegen Lebensgefahr für Monate gesperrt.

 

2007 nach dem Orkan Kyrill, der weitaus weniger zerstörte als Ela

 

Aber des einen Leid ist des anderen Freud, und so konnten sich endlich die Tiere des Waldes wenigstens etwas von ihrem täglichen Stress erholen.

Sie wurden von keinem freilaufenden Hund mehr gehetzt (O-Ton eines Hundebesitzers: "Das macht doch nichts, der kommt ja immer wieder!"), und keine lärmende Picknickmeute ließ mehr eine noch glimmende Feuerstelle und Müll zurück. Die Jogger, die selbst in der Nacht mit Stirnlampen durch den Wald laufen, blieben aus und ebenso die Mountainbiker, die beim Querfeldeinfahren die Flora plattwalzen und sich mittlerweile selbst in Naturschutzgebieten illegale Sprungschanzen gebaut haben.

Auch die Geocacher (deutschlandweit liegt Nordrhein-Westfalen mit 50.000 Caches weit vorne) mussten vorübergehend ihre Aktivitäten im Wald einstellen, was nicht zuletzt den in Höhlen nistenden, geschützten Fledermäusen zugutekam.

 

Fotos: lizenzfrei von Pixabay

 

Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen,

wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.

Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799)

 

Deutscher Wald 2009. Chronik eines Spaziergangs

Gedichte, Lieder, Märchen und Sagen ranken sich um den "deutschen Wald" als Sehnsuchtslandschaft, und eines der erklärten Ziele der bereits 1947 gegründeten "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" ist es, "das Verständnis der Menschen für die Bedeutung des Waldes zu vertiefen".

 

Badkeramik am Waldrand

23. August:

 

"Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn ..."

 

 

14.19 Uhr:

Direkt hinter dem Waldparkplatz auf dem ich mein Auto abgestellt habe, um mit meinem Hund einen Spaziergang zu machen, entdecken wir obiges Stillleben.

Heute habe ich eine kleine digitale Kamera dabei, denn ich möchte diesen romantischen See fotografieren, den wir letztes Jahr entdeckten: gespeist von einem kleinen Bach hatte er ziemlich klares Wasser, in dem sich Fische tummelten und herabhängende Äste der umliegenden Bäume spiegelten. Ein Ort der Ruhe und des Friedens ...

Nun mache ich erst einmal ein Foto von der entsorgten Badkeramik.

14.27 Uhr - damit erst acht Minuten lang unterwegs und der nächste "Schatz am Wegesrand"; eine halbe Rolle Kaninchendraht.

Wald und Bäume ...
da fällt mir ein Gedicht ein, das ich neben einem Baum in Kumily / Indien gefunden habe:

 

A little something about a big myself
I am the shade when the sun shines,
The shelter when the heaven pours,
The cradle to rest your babies at ease,
The door which protects you to sleep at peace.
I am there everywhere around you,
I even take you to your grave in my coffin.
I am a sweet little thing who is in the process becoming extinct,
Remember me as the one who made your world beautiful
And allow me to live.
Thank you!

 

14.40 Uhr - 14.45 Uhr:

Zigarettenkippe - Kronkorken - Plastikgabel - rote Plastiktüte.

 

14.46 Uhr:

Langsam kommen wir in die Nähe des Sees; bisher ein Geheimtipp für lauschige Picknicks. Und finden quasi als Beweis dafür erst einmal eine Plastiktüte, prall gefüllt mit Überresten einer Mahlzeit im Wald. 

 

14.54 Uhr:

Endlich liegt er vor uns, unser See! Aber ich kann es kaum glauben, was ich da sehe: seit unserem letzten Besuch ist eine grüne Kloake aus ihm geworden, in der alles Leben erloschen scheint. Nur ein paar hier entsorgte Seerosen kämpfen noch tapfer gegen die grüne Pest aus Algen und Wasserlinsen, auf der zu allem Überfluss eine Bierflasche dümpelt ...

... er schnitt was in die Rinde

 

Mit Goethe fingen wir den Spaziergang an, lassen wir ihn mit Wilhelm Busch und seinem "Waldfrevel" leicht versöhnlich ausklingen:

 

 

Ein hübsches Pärchen ging einmal
Tief in des Waldes Gründe.
Sie pflückte Beeren ohne Zahl,
Er schnitt was in die Rinde.
Der pflichtgetreue Förster sieht's.
Was sind das für Geschichten?
Er zieht sein Buch, er nimmt Notiz
Und wird den Fall berichten.

 

 

 

Ach ja, ich war erstaunt, wie wenig (!!!) Müll im Vergleich zu sonst am Wegrand lag: keine leeren Zigarettenschachteln, keine Verpackungen von Schokoriegeln oder Papiertaschentüchern, keine Dosen ... Ich führe das auf die Temperaturen der vorangegangenen Wochen zurück; da hielten sich die meisten "Täter" wohl lieber im Schwimmbad auf!

 

 

Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
dass man Geld nicht essen kann.

Weisheit der Cree Indianer

 

 

* * * * * 

 

Nachtrag:

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011

zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt

 

... mit dem Ziel, "das Bewusstsein und Wissen um die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Arten von Wäldern zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen zu fördern." Hoffen wir, dass die Kampagnen mit dazu beitragen, unser "Waldkulturerbe" endlich schätzen zu lernen und zu erhalten.