Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!

Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)


Wohin im November?

Mein Vorschlag: Rajasthan!

Kamelmarkt in Pushkar

 

Nebel und grauer Himmel sind nicht geheimnisvoll sondern gehen aufs Gemüt, und Nieselregen ist nicht gut für die Haut sondern einfach nur lästig?

Wer so denkt, dem empfehle ich eine November-Reise nach Rajasthan in Indien.

 

Rajasthan im November tut dem Körper und der Seele einfach nur gut: hier ist alles eine Spur bunter und atemberaubender als anderswo, hier findet man ein Land voller Kultur, Kunst und sorgsam restaurierter Zeugnisse einer goldenen Vergangenheit.

 

Rajasthan erwartet den Reisenden bei bis zu 29 Grad Celsius und Sonnenschein zu Kamelsafaris in der Wüste Thar, zu einer Palast-Reise auf den Spuren der Maharajas oder zu einer siebentägigen Tour im Nobelzug „Palace on Wheels“. Die Jain-Tempel von Ranakpur wollen besichtigt werden, das Tigerschutzgebiet Ranthambore, das Junagarh-Fort in Bikaner und die Havelis (Handelshäuser) von Mandawa, um nur einige Beispiele zu nennen.

indisches Markttreiben

Fast täglich findet irgendwo in Indien ein Fest statt, und eines der interessantesten ist die Pushkar Mela, der Kamelmarkt in Pushkar.

Im indischen Monat Kartik (Okt./Nov.) erwacht der kleine Ort für einige Tage aus seiner Beschaulichkeit. Die Götter besuchen Pushkar, und jetzt ist es besonders segensreich, im heiligen See ein Bad zu nehmen. Hunderttausende von Gläubigen pilgern zu den Tempeln und Badeghats, um sich von allen Sünden zu reinigen.

Daneben ist die Pushkar Mela auch ein berühmter Jahrmarkt, auf dem sich die Bevölkerung der Umgebung trifft und prächtig herausgeputzte Kamele ihren Besitzer wechseln. Wie bei jedem ordentlichen Viehmarkt gibt es auch hier Jahrmarktbuden mit allem möglichen Krimskrams und Volksfestvergnügungen vom handbetriebenen „Riesen“rad über Essensstände bis hin zu Gauklern und Schauspielern, Musik und Tanz. Natürlich fehlt auch der Dorfarzt nicht, der mit einer alten Kneifzange kaputte Zähne zieht und für die nun Zahnlosen vor sich eine Auswahl von Secondhand-Gebissen liegen hat …

Hochzeitsgesellschaft

November, das ist aber auch einer der beliebtesten Hochzeitsmonate in Rajasthan. Eine Hochzeit, das ist das Highlight im indischen Leben und wird mit entsprechendem Aufwand und Prunk gefeiert, damit der Tag unvergesslich bleibe. Dass sich viele Familien deswegen auf Jahre hinaus verschulden, das steht auf einem anderen Blatt und sei hier nur am Rande erwähnt.

Und wenn auch die eigentliche Hochzeitszeremonie den meisten Touristen verborgen bleiben wird, so kann man sich doch fast täglich an einem der Hochzeitsumzüge erfreuen: da läuft eine laut und schräg spielende Band vor einem prächtig aufgezäumten weißen Pferd, auf dem ein stolzer Bräutigam sitzt, bekleidet mit Kurta und Pajamas, dem langen Kragenrock und eng anliegenden Hosen. Auf dem Kopf ein Turban, reichlich behängt mit Girlanden und Troddeln und um ihn herum seine Freunde, die ihn unter Singen und Tanzen zum Haus der Braut bzw. zum Ort der Festveranstaltung begleiten …



drei Filme von Mira Nair

Wer jetzt Lust auf eine indische Hochzeit, auf Farben und Musik bekommen hat und nicht gleich nach Rajasthan aufbrechen kann, dem empfehle ich den Film „Monsoon Wedding“ von Mira Nair. Der 2001 in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Film ist eine „farbenfrohe Tragikkomödie um eine indische Hochzeit, bei der Tradition und Moderne, Hollywood und Bollywood, Gucci und Saris aufeinander treffen.“

 

Besser kann man den November-Blues gar nicht bekämpfen!