Bharat Mata - Mutter Indien

 

So weit ich es beurteilen kann, haben sowohl Mensch als auch Natur nichts ungetan gelassen, um Indien zu dem außergewöhnlichsten Land zu machen, das die Sonne auf ihrer Runde besucht.

(Mark Twain, 1835-1910)

 

Weisheit aus Indien

Agra, 2007

Der Gast ist ein Gott.
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Das Ich ist wie ein Knoten im Strom unseres Bewußtseins.
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Nimm es als Vergnügen, und es ist Vergnügen.
Nimm es als Qual, und es ist Qual.
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Wenn du niemandem traust, wende dich an einen Sikh,
er wird dich nicht belügen!
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Schicke den Sohn, den du am liebsten hast, auf Reisen.

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Wer einen guten Freund hat, braucht keinen Spiegel.

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Wenn du meinst, zu klein zu sein, um etwas zu bewegen,

dann hattest du noch nie eine Mücke im Bett.

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Der Erwachsene achtet auf Taten,

das Kind auf Liebe.

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Das Lächeln, das du aussendest,

kehrt zu dir zurück.

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Ändere deine Gedanken

und du veränderst die Welt.

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Ist die Haut weiß,

ist es Liebe auf den ersten Blick.

Orchha, 2007

 

Wer Indien kennen will, der braucht drei Leben.
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Religion, Geduld, Freunde und Ehefrau
werden in Zeiten der Not geprüft.
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Der Mensch sagt, dass die Zeit vorüber geht.
Die Zeit sagt, dass der Mensch vorüber geht.
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Einen Fluss soll man nicht antreiben, er fließt von selbst.
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Wer sich rührt herrscht über den, der stillsitzt.

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Solange die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln.

Sind sie älter geworden, gib ihnen Flügel.
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Wer die Weisheit erreicht hat, kann auch mit Schlangen spielen.
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Für eine Freundschaft von zweien
benötigt es die Geduld von einem.
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Höflichkeit verlangt man vom Menschen, Duft von der Blume.

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Das Schachspiel ist wie ein See, in dem eine Mücke baden und ein Elefant ertrinken kann.

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Die Stille ist nicht auf den Gipfeln der Berge

und der Lärm nicht auf den Märkten der Städte.

Beides ist in den Herzen der Menschen.

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Glücklich oder unglücklich

sind wir nicht durch unsere Lebenslage,

sondern durch unsere Einstellung zum Leben.

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Der Mensch bringt täglich sein Haar in Ordnung,

warum nicht auch sein Herz?

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Wer keine Zukunft hat, redet über die Vergangenheit.

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Ein Willkommen und freundliche Worte fehlen nie im Hause eines guten Menschen.

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Die Vergangenheit sind wir selbst, was wir jetzt sind und sein werden.

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Es gibt so viele Morgenröten, die noch nicht geleuchtet haben!

Das Gute

reist mit der Geschwindigkeit einer Schlange.

Das Böse hat Flügel.

Mahatma Gandhi

 

Die Erde ist reich genug, um die Bedürfnisse aller zu befriedigen -  nicht aber die Gier aller.

Mahatma Gandhi

Rabindranath Tagore: Der Gärtner


Unendlicher Reichtum ist nicht Dein,
meine geduldige
und traurige Mutter Erde!
Du plagst Dich ab,
die Mäuler Deiner Kinder zu stopfen,
aber Nahrung ist rar.
Die Gabe der Freude,
die Du für uns hast,
ist niemals vollkommen.
Das Spielzeug, das Du für Deine Kinder machst,
ist zerbrechlich.
Du kannst nicht alle
unsere hungrigen Hoffnungen sättigen,
aber sollte ich Dich
deswegen verlassen?

 

Tiziano Terzani spricht mir aus der Seele, wenn er über Indien schreibt:
  • Wer Indien liebt, weiß es: man kann nicht genau sagen, warum man es liebt.
  • In Indien passt man sich an, nimmt die Dinge hin, und bald schon verinnerlicht man diese Logik, nach der nichts wirklich tragisch, nichts so ungeheuer wichtig ist.
  • Man braucht nur einen Fuß auf indischen Boden zu setzen, um diese innerliche Veränderung zu spüren. Vor allem fühlt man sich in größerem Frieden. Mit sich selbst und der Welt.
  • In Indien fühlt man sich ganz einfach menschlich - und sterblich; man begreift, dass man auch nur Statist ist in einem großen, absurden Schauspiel.

 

Pilger in Agra, 1996

Glück findet nur, wer unterwegs ist, Rohita!

In Gesellschaft der Menschen
Verliert auch der Beste sich selbst.
Mach dich auf die Reise.
Die Füße des Wandernden werden zu Blüten.
Seine Seele wächst und trägt Früchte,
Und seine Laster spülen hinweg die Mühen des Reisens.
Das Schicksal des Bleibenden bewegt sich nicht,
Es schläft, weil auch jener im Schlafe ruht,
Doch erhebt es sich, wenn aus dem Schlaf er erwacht,
So geh also, mach dich auf die Reise, Rohita!

 

 

Indra, der Schutzgott der Reisenden, an einen jungen Mann namens Rohita

(aus den Brahmanas, die zu den antiken heiligen Schriften Indiens zählen)

O Wasser!

Freund der Menschen;

unsere Söhne und Enkel

mögest du schützen und segnen!


Du, mütterlicher Heilsspender,

bist die sanfte Mutter

all dessen, was sich bewegt

und dessen, was ewig ruhig steht.

 

        * * * * * 

 

You herbs, born at the birth of time

More ancient than the gods themselves.

O plants, with this hymn I sing to you

Our mothers and our gods.

 

zwei Verse aus dem Rigveda, einer heiligen Schrift der Hindus und dem wohl ältesten Buch der Welt (geschätzt 1750 - 1200 v. Chr.)

 

 

Shiva; Postkarte aus Indien

 

... auf dem Kailasha, im wilden Himalaya,

sitzt unbeweglich auf einem Tigerfell

der allmächtige Gott Shiva, der große Yogi

und meditiert.

In seiner Hand den Dreizack ...

Zu seinen Füßen die treue Gattin Parvati,

die herrliche Tochter des Himalaya ...

Mit seinem dritten Auge

blickt Shiva versunken

auf das Schicksal der Menschen und Götter ...

 

aus der Chandogya-Upanishad, einer der heiligen Schriften der Hindus

O Gott, gib uns Erleuchtung. Gib uns Verständnis,

damit wir wissen, was dich erfreut.

Und möge die ganze Menschheit durch deine Gnade glückllich sein.

Gebet der Sikhs

Inder verbringen mehr Zeit im Gebet, mit Besuchen von Kultstätten und mit Pilgerfahrten als die Menschen aller anderen Nationen.

Khushwant Singh in "GEO"

Was diese Frauen so schön machte, war ihre absolute Unfähigkeit zu einer unharmonischen Bewegung.

Robyn Davidson: Unter Nomaden

Die Dinge am Laufen zu halten, und nicht die Dinge zu mehren um des Mehrens willen, in dieser Lebensmaxime zeigt sich einer der zentralen Unterschiede westlichen und indischen Denkens und Handelns.

Surendra Sharma in "Indien verstehen"

Mehr noch als den Himmel oder Arcadien liebe ich dich, oh mein Indien!

Ein Land der Liebe, das sich ausdehnt in alle Welt.

Heil dir, oh Mutter der Religionen, der großen Weisen und der lieblichen Landschaftsbilder!

Paramahansa Yogananda

WORK IS WORSHIP

Straßenschild; gesehen in Rajasthan

Aus der seidigen Dunkelheit einer Morgendämmerung in der Wüste

stieg der Traum von Bikaner empor.

volkstümliche Ballade

Das Ferne, Freund, 

hast du mir nah gebracht,

den Fremden

Bruder werden lassen.

Rabindranath Tagore 

Auch ich weiß wirklich nicht, was Indien ist.

Ich fühle es, und das ist alles ...

Alberto Moravia

Wenn je ein Land das Attribut "faszinierend" verdient hat - es ist mit Sicherheit "Bharat Mata", Mutter Indien.

Rainer Krack in "India Obscura"

Die simple und erstaunliche Wahrheit über Indien und die indischen Menschen besteht darin, dass es in diesem Land immer weiser ist, auf sein Herz zu hören als auf seinen Verstand. Nirgendwo anders auf der Welt ist diese Erkenntnis so wahr.

Gregory David Roberts in "Shantaram"

Ich habe versucht, Indien zu verstehen.

Leider muss ich zugeben, dass mir das nie gelungen ist.

Jawaharlal Nehru